Nov 152013
 

oder

Kraichgauer Lach- und Sachgeschichten

 

Liebe Freunde des gepflegten Ausdauersports,

wir wissen wohl, wie wir die Welt retten können, schrieb mal ein kluger Mensch auf Twitter. Wir haben diese Lösung nur deswegen bisher nicht gefunden, weil sie in einem EULA versteckt ist. Dem einzigen seitenlangen Machwerk, welches Menschen in 0,1 Sekunden lesen können. Und weil es mit Juristerei zu tun hat, muss ich doch noch ein paar Worte zu der Frage Challenge/Ironman/Kraichgau schreiben.

Wie an diesem unbedeutenden Ort schon ausgeführt, sind Label nur Label und ob nun Ironman oder Challenge ist erstmal vollkommen egal.

Für einige Menschen wird das ganze aber ein Rührstück aus der Reihe „verzockt“.

Die Auswirkungen für den durchschnittlichen Hobbytriathleten scheinen eher gering, da im Gegensatz zu einigen Vermutungen eine Absage wohl nicht im Raume steht, denn die Organisation im Kraichgau geht davon aus, dass das Rennen stattfindet und wohl unter dem Challenge Label. Kleiner Hinweis zum verlinkten Blog: Wenn man so einen Artikel schreibt, dann kann man als Fußnotenquelle sich selbst angeben, aber das wäre zumindest unter meiner eigenen Bloggerehre. Ob und wieweit da Informationen vorhanden sind, kann und ich will ich nicht beurteilen.

So hoffen wir mal für alle angemeldeten Athleten, dass die Auswirkung für sie gering bleibt und man sich auf die hübsche Strecke freuen kann. (Für die es ziemlich egal ist, welches Zeichen am Rand klebt.) Aber die Kraichgau-Organisatoren mussten wohl etwas sehr schmerzhaftes lernen, was meine Wenigkeit als Jurist euch alle auf den Weg geben will:

Lies verdammt noch mal deinen Vertrag! Und lasse von einem Juristen prüfen, bevor du glaubst, dass er ausgelaufen ist und du frei bist zu agieren.

Hüte dich dabei vor juristischen Gefälligkeitsgutachten! Juristen sind sehr geschult darin dir zu erzählen, dass alles toll ist und du ganz einfach aus diesem Vertrag kommst. Leider! Gute Juristen erzählen dir überzeugend, dass an einem 30 Grad Juni Tag noch Schnee fallen kann. Das ist Teil ihres Berufes. Hinterfrage das!

Und ganz im Notfall: Frage deinen Vertragspartner, wie er eine Klausel sieht. Er wird dir die ehrlichste Antwort geben.

Denn: Nichts ist blöder, als wenn du meinst da raus zu kommen, dich an die Öffentlichkeit (oder auch nur deinen neuen Arbeitgeber) wendest und dann kommt raus: Oh Mist, ich komm gar nicht raus. Haben die Kraichgauer gerade ganz doof gelernt und dafür ganz viel einstecken müssen. Mehr, als nur einen unfreundlichen Anruf eines Rother Anwaltes. Am Ende steht man nämlich sehr schnell ohne alten und ohne neuen Vertragspartner dar. Und das ist richtig Scheiße.

Und noch etwas lehrt das Leben: Eine einzigartige Chance, die nur dadurch genutzt werden kann, dass du einen gültigen Vertrag brichst, ist keine Chance.

 

 

 

 

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Okt 312013
 

Liebe Leser,

zwei Berichte an einem Tag in der Kategorie „Laufen“, aber da ich heute Morgen was von Kraichgau schrieb und die Worte „Challenge“ „Ironman“ Reizworte im Triathlonbetrieb sind, wie man in sozialen Netzwerken sehen kann, dazu doch ein paar ungeordnete Worte im Blog:

Ich würde das eher erstmal ganz nüchtern sehen. Aufregung ist hier fehl am Platz. Es bleibt das gleiche Rennen, egal unter welchem Label.

Machen wir uns nichts vor. Challenge und Ironman sind kapitalistische Organisationen. Die wollen Gewinn machen. Und das dürfen sie auch erstmal. Wer glaubt, dass Veranstalter nur idealistisch unterwegs sein dürfen, verkennt, dass Sport auch immer einen Businessanteil hat. Das sollte eigentlich jedem, der einem Zweitligisten anhängt klar sein. Nebenbei: Wir leben im Kapitalismus. Das wir es hier nebenbei mit einem typischen Oligopol zu tun haben, sei mal so am Rande erwähnt. Dadurch, dass die beiden Organisationen ihre Finger auf Roth und Hawaii haben, haben sie natürlich einen starken Vorsprung.

Fakt ist auch: Ironman und Challenge Rennen neigen dazu teurer zu sein, als andere Rennen. Die Frage, die man sich jedoch immer stellen sollte: Vergleiche ich Äpfel mit Birnen? Ist z.B. eine 30 KM Radstrecke nicht von der ganzen Organisation her billiger, als z.B. eine 90 KM Radstrecke ohne Runden? Keiner von uns weiß, was so eine Absperrung kostet. Auch ein Vergleich über mehrere Jahre ist dabei immer nur bedingt aussagekräftig, wenn man sieht, wie die allgemeine Preissteigerung bei Massensportveranstaltungen ist. Man vergleiche nur Berlin 2013 und Berlin 2014. Das ist nicht schön, aber Angebot und Nachfrage regeln auch hier den Markt. Dies ist ein leidiges Problem aller Veranstaltungen, ich denke man kann hier die beiden Organisationen nicht ausschließlich als alleinige Schuldige sehen.

Die Frage ist immer: Wie ist die Waage zwischen Business und Idalismus? Bekomm ich als Idealistathlet noch genügend Gegenleistung für mein Geld? Nun wird jeder die Frage „Was ist eine gute Gegenleistung?“ anders beantworten, aber für mich z.B. zählen ein gut organisiertes Rennen, ein paar Goodies und eine herzliche Atmosphäre sehr viel. So finde ich das Kölner Marathon Kölsch-Glas einfach nur cool. Ja, ich stehe auch auf eine hübsche Medaille. Das macht für mich ein sehr guter Teil der Gegenleistung aus.

Ich kann dies für Ironman und Challenge Rennen mangels Erfahrung nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass z.B. in Berlin das Pendel langsam in die falsche Richtung ausschlägt. Ich werde es im Kraichgau testen. Dabei ist mir egal, welches Label auf dem Wettkampf steht. Ich finde das Challenge Logo hübscher als das IM Logo und da sind wir bei ganz anderen Argumenten: Das sagt der Bauch. Aber auch ein IM Logo häng ich mir als Medaille gerne ins Zimmer. Wenn ich denn ankomme.

Man kann halt nicht eine als Gut und eine als Böse darstellen. Man käme da nebenbei auch ganz schnell in den Bereich der verkürzten Kapitalismuskritik und des Antiamerikanismus. Und wir wissen ja, wie Scheiße das ist.

Noch etwas ist immer ein Problem: Wir haben es beim Triathlon mit einer boomenden Sportart zu tun. Naturgemäß kann man auch keine 40.000 Personen Triathlonveranstaltungen organisieren, anders als beim Marathon. Daher hat man immer eine gewisse Knappheit und damit auch den Reiz etwas zu reiten, bis es (schneller) tot ist. Dieser Verantwortung sollten sich auch die Veranstalter klar sein, die kapitalistisch unterwegs sind.

Lassen wir uns überraschen. Wenn ich 100 Euro für einen Berlin Marathon zahle, dann finde ich 200 Euro für eine Halbdistanz zwar nicht gerade preiswert, aber ich finde es nun auch nicht überteuert, wenn mir ein stimmungsvolles Rennen mit entsprechender Gegenleistung geboten wird. Aber auch hier gilt: Jeder hat seine eigenen Maßstäbe und jeder seine eigene Bewertung.

Aber egal welche Bewertung: Emotionen würde ich in so etwas nie setzen. Mir doch egal, ob Ironman oder Challenge, Hauptsache Kraichgau.

Ihr werdet es hier lesen.

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Okt 312013
 

oder

Der Frankfurt-Marathon

Liebe Leser, vorab möchte ich mich bei der Familie Ramone aus Bingen bedanken, denn ohne euch beide wäre der Frankfurt Marathon nur halb so toll. Vielen Dank für Speis, Trank und Unterkunft.

Auch der Twitterlauftreff ist einfach knuffig. Was Heiko, Gerda und all die anderen auszeichnet, ist eine unfassbare Herzlichkeit über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Und die Beiden seien jetzt mal absichtlich namentlich genannt. Ebenso wie Sven, der einfach ein toller Laufpartner ist und mit dem ich hoffentlich noch einige gemeinsame Marathons (Marathone? Wie auch immer…) laufen kann.

Der Twitterlauftreff verleiht Flügel

Der Twitterlauftreff verleiht Flügel

Tja liebe Leser, machen wir es kurz: Leider habe ich den Frankfurt Marathon abbrechen müssen. Das ist ärgerlich, weil es mein 10. zu Ende gelaufener Marathon gewesen wäre. Ich habe immer auch noch eine ziemliche hohe Quote an Abbrüchen, aber gut, dass ändert sich langsam. Während mich sonst gerne mal mein Kreislauf verlässt, war dies diesmal so gar nicht das Problem. Ich fühlte mich frisch und gut und konnte meinen Plan „lauf mal mit dem 5:00:00 Ballon so lange es geht“ für 16 Kilometer sehr gut in die Tat umsetzen. Es lief, Beine und Körper fühlten sich gut und auch die Laune war bestens.

Selbst der zwischenzeitliche Regenguss konnte die Laune nicht verschlechtern. Die Zugläufer waren echt zwei sehr nette Leute. Der eine erzählte, dass seine Bestzeit mal 3:09 im Marathon gewesen ist, er aber schon seit Jahren nur noch Zugläufer mache, weil das ihm viel mehr Spaß mache. Die Leute erzählen, seien gut drauf und er habe keine Lust immer auf eine Minute mehr oder weniger zu trainieren. Bester Spruch: „Wenn es euch gut geht, dann geht es mir auch gut“.

Die beiden Zugläufer liefen auch wie ein Uhrwerk und das immer in 7:00 bis 7:10. Also perfekt gleichmäßig auf 5:00:00. So soll es sein. Bei KM 16 ließ ich die beiden dann aber ziehen, denn ich wollte kurz aufs Klo. Auch das ging super, mein Magen randalierte auch nicht doll und so zog ich weiter. Die Ballons nun aus dem Blick verloren und ein bisschen zu langsam für 5:00:00 aber immer noch guter Dinge. Neben mir eine Familie, die zu viert Marathon lief. Einer schneller und Mama, Tochter und Sohn gemeinsam. Ich hatte die drei schon seit Start gesehen und auch gefragt, wo denn der Vierte (Vater?) sei. Als Antwort bekam man nur ein „ach der ist viel schneller“.

Bei KM 19 wusste ich aber nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Tochter zu Mama „Ach ja, ich bin mit XYZ nicht mehr zusammen“ „Seit wann?“ „Seit letzten Samstag“. Dinge die man seiner Mutter nach zwei Stunden gemeinsamen Laufens erzählt. Die Stimmung zwischen Tochter und Mutter war kurz etwas angespannt, aber dann liefen sie weiter.

Nur ich lief leider nicht mehr. Irgendwie eine Windböe und plötzlich machte der Oberschenkel dicht. Und zwar so richtig dicht. Kurze Gehpause, ausschütteln, dann der Versuch weiter zu laufen. Ne, will nicht. Noch eine Gehpause, dehnen, weiterlaufen. Ne, es ging nicht. Ich konnte das rechte Bein nur noch in kleinen Trippelschritten nach vorne bewegen und damit meinen ganzen Bewegungsablauf so verdrehen, dass mir sofort alles weh tat.

Mist! Wenn einem das bei KM 30 passiert, dann schleppt man sich irgendwie noch ins Ziel, aber wenn man die Hälfte noch vor sich hat, dann gibt es diese Möglichkeit nicht. Also den nächsten Streckenposten gefragt, wo denn die nächste S-Bahn sei und wie es in so einem Moment natürlich kommen muss, war diese unendlich entfernt. So blieb nur langsames weitergehen und warten bis einen der Besenwagen aufsammelt. Bei KM 25 fand ich dann einen Besenbus in dem nicht nur ich, sondern viele sehr trainierte Leute Platz gefunden hatten. Viele hatte der Wind und das Wetter geschlagen.

Die Stimmung im Bus war aber schon von Sarkasmus und fröhlichen Sprüchen geprägt. So what? Niederlagen gehören auch dazu. Insgesamt muss man sagen, dass eine Organisation ihre Qualität dann beweisen kann, wenn es um Probleme geht. Und hier war die Orga gut. Alle Helfer mit aufmunternden Worten und mit den richtigen Hinweisen. Okay, der eine wusste nicht ganz genau, wo der Bus steht, aber das ist nun ein Detail, er wusste wo ungefähr der Bus steht. Wärmefolie war auch ausreichend vorhanden.

Ich bin nicht einmal sauer, eine lange und tolle Saison geht leider etwas doof zu Ende, aber Frankfurt mag ich immer noch. Tolle Organisation, tolle Menschen und ein toller Lauf. Den schaffe ich dann nächstes Jahr.

Und ja ab und zumal ist auch aufgeben eine Option. Wenn ich sehe, dass sich aus dem sonntäglichen Oberschenkelproblem ein montägliches Rückenproblem ergab, dann war das die richtige Entscheidung. Ein Besuch beim Arzt erbrachte dann auch eine Verklemmung im Rücken als Diagnose. Ob die nun zuerst da war und sich zuerst im Oberschenkel zeigte oder ob sie Folge eines anderen Problemes im Oberschenkel war? Ich weiß es nicht, das ist wohl Henne und Ei. Fakt ist: Es ist alles auf dem Weg zur Besserung.

Und das ist hoffentlich auch der Fall für den Läufer, der bei Kilometer 5 eine Herzmassage von den Sanis bekam. Oh man, Leute, passt bloss auf euch auf. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Lieber mal im Bus sitzen, als auf dem Fußboden liegen und Herzmassage bekommen.

Vielleicht sollte ich zum Ende der Saison ein Fazit ziehen. Ich habe meine Marathonbestzeit verbessert. Zwar nicht viel, aber auf einer Strecke wie Hamburg ist diese Zeit für mich deutlich mehr wert, als die vorherige Bestzeit in Frankfurt. Ich habe meinen ersten Triathlon geschafft und bin angefixt. Ich habe meine alte Liebe das Radfahren wieder entdeckt und freue mich auf ganz viele Kilometer auf dem Rad. Das liegt natürlich auch daran, dass ich das perfekte Fahrrad für mich im Sommer gefunden habe. Jedes Mal, wenn ich es sehe, will ich mich draufsetzen und 100 Kilometer fahren.

Hinzu kommt noch ein Marathon in Berlin, der einfach riesig Spaß gemacht hat. Das war zwar weg von jeder Bestzeit, aber mir ist der Spaß wichtiger als die Uhr.

Nun kommt eine Pause, die ich mit sehr wenig Training und viel Erholung bestreiten werde. Ziel im Winter ist es die Grundlagen zu legen und mein Schwimmen auf ein neues Level zu heben. Ich bin da guter Hoffnung, dass mir das sehr gut gelingen wird. Und ab Februar steige ich in einen Trainingsplan ein, der theoretisch in einer Mitteldistanz endet. Ob das auch praktisch wird? Wir werden sehen, dazu muss ich definitiv noch mein Schwimmen verbessern. Aber wenn dies klappt und der Test am 01.06.14 positiv ausfällt, dann rocke ich am 15.06. das Kraichgau. Zeit ist wie immer egal, Hauptsache ich komme an.

Bis dahin schwimmt, rennt, radelt sicher, legt euch nicht auf die Nase und habt Spaß!

Es liefen auch…

Schwesterherz hatte Hamburger Wetter

Peters Laufblog wird garantiert noch was schreiben…

Lauffreund.de Nils hat schon geschrieben. Und Lauffreund-Gerd litt richtig.

Mike läuft in Demut eine magische Bestzeit

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Okt 072013
 

Wenn mich jemand gefragt hätte, wieviele Marathone (Marathons?) ich bisher gelaufen  bin bzw. beendet habe, hätte ich glaubhaft und sofort „Acht“ geantwortet. Aber so kann man sich täuschen, da räume ich gerade meine Medaillen auf und zähle bis…

 

NEUN!

 

neungedreht

Von oben links nach unten rechts:

 

Hamburg 2010,  München 2010, Frankfurt 2010, Köln 2011, Frankfurt 2011, Freiburg 2012, Berlin 2012, Hamburg 2013, Berlin 2013

 

Wenn alles gut geht, laufe ich meinen 10. Marathon also in Frankfurt am 27.10.2013. Und das freut mich, ist dieser Marathon doch mein persönlicher Liebling. Hoffen wir also, dass alles rund geht.

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Sep 172013
 

… dann laufen wir halt um den Flughafen rum

 

oder

 

das jährliche Airportrace

 

Liebe Leser, das Airportrace Hamburg wurde zum 30. mal ausgerichtet und spendierte deswegen auch eine sehr hübsche Medaille. Sowieso ist die Medaille eine der Dinge, die das Rennen so liebenswert machen. Immer wohl gesagt, man mag Flugzeuge. Aber für mich ist ein gutes Laufjahr ein Jahr in dem ich Eisenbahn und Flugzeug als Medaille gesammelt habe. 2013 war also ein gutes Laufjahr.

 

Zu früh waren wir auch mal wieder und so konnte meine Wenigkeit und die sielaufende die Startnummern ohne Schlange abholen. Kleiner Witz am Rande, wir beide mit den Nr XXX1 und XXX3. Zwischen uns eine sehr wohl bekannte Läufern. Sachen gibt es.

 

Die Zeit bis zum Rennen war schnell verflogen. Klo ohne Schlange genossen, noch mal zum Auto gepilgert, Merch gekauft. Ich keine Tasse, wie die sielaufende, sondern einen Pulli. Thorsten genervt, mit der Frau ohne Bandaufnahmegerät philosophiert, den Mick geknuddelt und ein Gruppenfoto gemacht.

 

Und gerade als man sich zum Start aufstellen wollte, konnte man auch noch der DrSmirk Rakete alles gute wünschen. Nun aber weg mit dem Pathoschem Namedropping. It’s time to race. So ein 16 Km rennen ist komisch. 10er Pace? Halbmarathonpace? Was setzt man da an? Dazu kommt beim Airportrace, dass es erst mal ein kleines Stück bergab geht und die ersten 4 KM Asphalt sind, was zumindest mich immer zum schnelleren Laufen verleitet.

 

Und dann ist da immer das Mantra, welches man spricht: „Dies ist nur ein Trainingslauf“. Nun denn, mit Thorsten und der Bandaufnahmegerätlosen Frau aufgestellt und während die Dame uns gleich entwischte, lief ich mit Thorsten in gutem Tempo die ersten 2 Kilometer. Irgendwas um die 6:00 stand auf der Uhr und es fühlte sich alles gut an. Ich verschlug mich kurz in die Büsche, der Thorsten entwischte. Schnell wieder den Rhythmus gefunden und spätestens ab Kilometer 5 hatte ich meine geliebte Taktik am Wickel, die ich mache, wenn es mir gut geht. Von Grüppchen zu Grüppchen sich nach vorne hangeln. Immer mal ein paar kurze schnelle Schritte einstreuen und so Leute überholen und dann kurz ein bisschen hinter der nächsten Gruppe rausnehmen und wieder antreten.

 

Der Blick auf die Uhr sagt: 6:12, 6:30, 6:11. Hmm… fühle mich gut, kann gut Druck machen, aber es kommt wieder die Feststellung, die mich das ganze Jahr schon begleitet: Die Kondition ist da, aber das Tempo nicht. Ich könnte in diesem Tempo gut einen Halbmarathon laufen, aber schneller kann ich nicht. Nun gut, dann laufen wir halt dieses Tempo, ist ja auch schon ganz angemessen.

 

Und ich konnte das gut halten. Der Kronstiegtunnel eine kleine Disco, das macht Laune und so ging es auf den Rückweg mit schnellen Schritten. Und gerade als ich mir eine Zeit unter 1:41 ausmalte, geschah dann doch noch ein kleines Missgeschick. Ich verschluckte mich an einem Gel und musste doch deutlich Pause machen um den Husten in den Griff zu bekommen. Und auch bis ich wieder auf Vollgas stellen konnte, dauerte es ein bisschen.

 

Die dann noch fehlenden vier Kilometer konnten aber mit gutem Tempo gelaufen werden und ich sammelte noch einige Leute ein, die sich das Rennen falsch eingeteilt hatten. Diese Läuferspezies gibt es aber nicht nur mit „zu schnell angehen“. Was für Endspurts da einige Leute raushauen, ist einfach unbegreiflich. Habt ihr dann nicht deutlich Zeit verschenkt?

 

1:41:51 war dann das Ergebnis und gefühlt war ich um Minuten schneller als das Jahr zuvor. Und behauptete es so auch in sozialen Netzwerken. Aber so kann man sich täuschen: Ganze 3 Sekunden war ich schneller. Damals nach schnellem Beginn noch komplett eingebrochen, dieses Jahr halt in meinem Tempo und durchgängig. Letzteres gefiel mir besser.

 

Insgesamt ein zufriedenstellender Formtest. Wie ich hier mal eine 1:36:00 geballert bin, werde ich nie begreifen, aber gut. Das Flugzeug ist im Sack. Nächster Halt: Berlin

 

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Sep 022013
 

oder

Hamburg ist flach…

Liebe Leser, der alljährliche Heldenlauf stand an. Einer der schönsten Hamburger Läufe, wenn man denn auf Landschaft, Fluss und hübsche Hüten steht.

Wie immer viel zu früh war ich im Startbereich und auch die Kollegin war wie üblich zu früh. So konnte noch ausgiebig dem Kaffee und Kuchen gefrönt werden und die üblichen 25 Klogänge absolviert werden.

Der Heldenlauf hat eine ganz besondere Gemeinheit. Normalerweise gilt ja, dass man in Hamburg jeden Anstieg auch wieder runter darf, so dass man den Zeitverlust beim Anstieg auch wieder ausgleichen kann. Um dies zu verhindern, haben sich die Macher des Heldenlaufes eine ganz besondere Gemeinheit ausgedacht. Das Ziel liegt nämlich oben in Blankenese, während unten an der Elbe gestartet wird. Wer nebenbei immer noch glaubt, dass Hamburg flach sei, dem sei dieser Lauf mal wärmstens empfohlen.

Gerade als wir am philosophieren waren, ob eigentlich jemand aus der Abteilung am Start sei, trafen wir auch schon den Lars, der als Bergziege eine kürzere Distanz gerannt war. Im Startbereich trafen wir dann noch Thorsten aus der Abteilung, der sich dazu verdingen lassen hat, als Werbung für eine in Läuferkreisen bekannte Duschgelmarke zu laufen. „Bekommt man dafür Geld?“ „Ja!“ „Naja ich dachte, vielleicht wird auch reihum ein Angestellter verpflichtet…“

Der Heldenlauf. Von der Gemeinheit, dass unten gestartet und oben gefinished wird, war bereits die Rede. Aber noch eine kleine und feine Gemeinheit haben die Veranstalter dem Halbmarathon Läufer in den Weg gelegt. Treppen. Und zwar nicht zu knapp. Und natürlich in der 2. Hälfte des Rennens.

Zu Beginn ging es aber flach los und ein schnelles Feld verleitet natürlich dazu das Tempo mitzugehen. Der erste Kilometer unter 6 Minuten und schon muss man beginnen so ein bisschen sich selbst an die Leine zu nehmen. Wenn man hier mitgeht, dann geht man bei den Treppen dreifach ein. Der erfahrene Heldenläufer weiß so etwas und geht ganz in Ruhe Wasser lassen. 6:15 auf dem zweiten Kilometer ist dann schon besser. Und dann kommt er auch schon der erste Anstieg. Noch lächerlich, aber man kann schon mal gucken, wie die Beine so gehen. Ging ganz gut und das Tempo wurde nicht wirklich langsamer. Dann kann man ja auch mal ein bisschen versuchen das Tempo zu halten. Die Kilometer flogen so dahin und nach Kilometer 10 kommt der erste richtige giftige Anstieg. Der Puls bewegt sich das erste Mal in Bereiche, die man sonst vom Intervalltraining her kennt. Und man verliert Zeit. Ob man will oder nicht.

Gut weiter geht es und nachdem man dem Ziel schon sehr nah gekommen war, geht es in Wellen abwärts in Richtung Elbe. Also Gas geben. Einige Leute denken genauso, andere trödeln ein bisschen. Feste Gruppen, mit denen man laufen kann, gibt es nicht. Zu unterschiedlich die Renneinteilung. Man guckt in Richtung Elbe und da ist sie schon. Die Horrortreppe. Man hört sie, bevor man sie sieht, denn wie ein warnendes Nebelhorn hat der Veranstalter oben eine Sambagruppe platziert. Vor der Treppe noch ein kleiner giftiger Anstieg. Man versucht zu laufen, aber spätestens auf der Treppe muss man gehen. Letztes Jahr brauchte ich oben noch eine Pause um wieder zu Luft zu kommen, diesmal kann ich langsam weiter laufen. Oben? Dann kann man doch noch mal nach unten, denkt sich der Veranstalter und kurze Zeit später sieht man die Elbe wieder. Forcieren ist jetzt nicht mehr drin. Irgendwie ins Ziel retten. Und so verliert man gegen die bisher gelaufene Pace.

Und das zweite Mal geht es wieder steil bergan. Diesmal gestückelt in mehreren kleinen Treppen. Der Rhythmus geht kaputt, die Muskeln schreien. Nach der Treppe wieder ins Laufen zu kommen fällt schwer. Lieber nicht mehr auf den Schnitt gucken, es frustriert doch ein bisschen. Lieber kämpfen. Schritt für Schritt. Kurz vor dem Ziel. Noch mal runter von der Straße, noch ein Hügel. Es zerreisst mich. Ich muss komplett rausnehmen. Schade, hier wäre noch Zeit drin gewesen.

Die Kollegin fordert Zielspurt, aber der ist nicht mehr drin. 2:28:15 zeigt die Uhr. Pünktlich vor dem Wolkenbruch komm ich ins Ziel. Die Armen, die noch hinter mir laufen und fett nass werden. Für einen Halbmarathon eigentlich nicht so prall, aber man bedenke die Strecke. Und ein Bergläufer werde ich nicht mehr. Noch erstaunlicher: Auf der dagegen sehr flachen und schnellen Strecke des Hella Halbmarathons war ich vor zwei Monaten noch gut zwei Minuten langsamer. Nehmen wir es doch also als sich steigernde Form. Und bis Frankfurt verbleiben ja noch gut zwei Monate. Nächster Formtest dann beim Airportrace.

Einzig unangenehme Folge des Laufes: Ungefähr jeder Muskel der Beine meinte danach einmal krampfen zu müssen.

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Aug 282013
 

oder

Aktivsportwahnsinn

Vorwort

Liebe Leser, die Fußballseite wird auch bald gefüllt, wir sind dabei. Jetzt erstmal die Aktivsportseite. Leider wird die immer noch alleine von mir beackert, aber ich hoffe ja bald, dass der rennende Blitz auch wieder die Schuhe schnüren kann. So also ein Roundup der Dinge, die waren und die kommen:

Q-Tri

Der zweite Triathlon meiner Karriere fand in Bornhöved statt. Eine kleine dörfliche Veranstaltung inmitten der Schleswig-Holsteinischen Weiten. Wer meint, Norddeutschland sei flach, dem sei diese Veranstaltung empfohlen. Ein äußerst welliger Radkurs, gepaart mit einem welligen Laufkurs warteten bei dieser Veranstaltung auf den geneigten Teilnehmer.

Die Veranstaltung ist dörflich familiär und alleine dadurch sehr zu empfehlen. Von den 3.000 Einwohnern der Gemeinde sind alleine 300 als Helfer am Start. Und der Rest guckt gefühlt zu.

Nach der brühwarmen Binnenalster erwartete einen diesmal ein etwas kälterer See, so dass mein Neo Wettkampfpremiere hatte. Und das Schwimmen war irgendwie gar nicht meines an diesem Tag. Nie hatte ich das Gefühl irgendwie voran zu kommen. Und kurz vor Ende ereilte mich dann auch noch ein fetter Krampf, so dass die letzten Meter sehr langsam waren. Umso erstaunlicher, dass eine Schwimmzeit von 17:19 gemessen wurde und ich angeblich schneller als in Hamburg gewesen sein soll.

Das reichte trotzdem nur für den letzten Platz (und zwar mit gut 2 bis 4 Minuten Rückstand) in meinem Wettkampf und so hatte ich auf den ersten Kilometern der Radstrecke die nette Begleitung eines Motorradfahrers, der ein „Letzter“ Leibchen an hatte. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und so gab es Ketterechts und eine furiose Aufholjagd, der auch zwei Teilnehmer zum Opfer fielen. Ein weiterer war kurz vor mir zu sehen. Mit einer 55 Minuten Radzeit inklusive beider Wechsel bin ich ganz zufrieden, da auch 22 Kilometer zu fahren waren.

Fröhlich auf die Laufstrecke gegangen, aber den einen kurz vor mir (auch noch im Union Trikot) den habe ich einfach nicht bekommen. Ich kam ihm nah, aber ich kam nie wirklich ran. Und kurz vor dem Ziel wurde ich auch noch von einem der beiden anderen überholt. Eine 26er Laufzeit machte es möglich. Da half es auch nicht, dass ich ihm 9 Minuten auf dem Rad eingeschenkt hatte.

Und da war auch wieder jemand mit einem „Letzter“ Leibchen. Was? Wo war denn der andere Freak hin? Später stellte sich heraus, dass er aufgegeben hatte.

So war ich elegant Letzter und dies in einer Zeit von 1:44:44. Die Zeit ist für mich gut, da will ich nicht meckern. Eine längere Radstrecke als in Hamburg und ein welliger Lauf machen halt gut 5 Minuten Unterschied zu Hamburg.

Es bleibt aber dabei: Während laufen und Radfahren absolut geht, ist das Schwimmen die Disziplin, die ich üben muss. Aber der Winter ist lang und kalt. Da sind Schwimmbäder doch eine schöne Umgebung. Ich rede mir das langweilige Kachelzählen nun schön.

Und was nun?

Erstmal wird in Berlin und in Frankfurt der Marathon gerockt. Die ersten langen Läufe sind absolviert und zur Zeit sieht es nach einer wirklich ordentlichen Laufform aus. Ob ich das auch noch nach dem Heldenlauf am Sonntag sage, wird sich zeigen. Eine bessere Formüberprüfung gibt es nicht. Der Lauf fordert ordentlich und haut gut rein. Und wird garantiert ein riesiger Spaß.

Und in Frankfurt fällt dann die 5 Stunden Marke. Ich weiß das genau!

Nächstes Jahr werde ich auf einen Frühjahrsmarathon verzichten. Habe ich mir doch in den Kopf gesetzt auf der Mitteldistanz (1,9 Schwimmen, 90 Rad, 21,1 Laufen) zu starten. Und damit das Ganze nicht zu einfach wird, werde ich das bei der Challenge Kraichgau machen. Mein Bauch sagt: That’s my race und mein Kopf sagt „dann machen wir das halt“.

Herausforderungen sind dazu da diese zu meistern und dies ist natürlich eine starke Herausforderung und ich weiß nicht, ob ich das packe. Alleine das Schwimmen übersteigt meine Fähigkeiten, die ich jetzt habe, stark. Da beißt die Maus keinen Faden ab, da bin ich weit von dem geforderten Leistungsvermögen entfernt. Viel weiter, als ich es z.B. beim Marathon je war. Die Herausforderung ist also das schwimmen in der vorgegebenen Maximalzeit von einer Stunde zu packen.

Alles was danach kommt, ist zwar nicht gerade einfach, aber machbar. Letzte Woche habe ich die Radstrecke mal besichtigt und da wird einiges an Hügeltraining nötig sein, um die zu meistern. Die hat grob 1000 Höhenmeter und damit sie nicht zu einfach wird, hat der Veranstalter an ihr Ende den Schindelberg gesetzt. Man kann hier getrost das L gegen ein R tauschen. Es passt. Zu Beginn rollt man den auch schon mal runter, damit man auch weiß, was man hat. Malerische Landschaft und gut zu rollende Abfahrten lassen mich aber hoffen hier einige Teilnehmer einzusammeln. Nebenbei hat es tierisch Spaß gemacht 106 Kilometer mit dem Rad unterwegs zu sein. Und wenn ich am Ende auf flacher Strecke immer noch 35 km/h treten kann, dann sagt mir das, dass ich mit meiner roten Teufelin diese Herausforderung meistern kann.

Und dann kommt der Lauf. Auch eher wellig angelegt, aber da bin ich in meinem Element und das werde ich schon packen.

Ich werde berichten, es wird allemal lustig und spannend.

PS: Die Kategorie heißt trotzdem weiter „Laufen“. Läuft doch mit dem Sport.

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Jul 222013
 

oder

Das „wie“ ist egal

Liebe Leser, es sah die ganze Woche nicht wirklich gut aus. Irgendeine Erkältung hatte mich voll im Griff und erst ab Freitag nachmittag trat eine kleine Besserung ein. Zum Heimspiel reichte es aber noch nicht, so dass ich noch Samstagnachmittag auf die Frage eines Starts mit „nein“ antwortete.

Nach dem Prinzip „ich habe aber bezahlt“ ging ich trotzdem zur Pastaparty (Geschmack naja, aber es war lustig nach 14 Jahren mal wieder die Mensa zu betreten) und zur Rennbesprechung. Das bemerkenswerte dabei: So von den Shirts und dem Körperbau geurteilt, sitzen da eher die erfahrenen Triathleten. Die Leute, die zum ersten Mal starten kommen eher nicht. Wie schon gesagt: Vorurteil von mir.

Viel spannendes wird da auch nicht erzählt, aber so ein paar kleine neue Details erfährt man dann doch. Und grimmig guckende Kampfrichter kann man bewundern. Nun muss ich ja mal eine Lanze für diesen Job brechen, denn die opfern auch ihre (Frei-)zeit für den Sport, den wir alle so lieben. Und wenn ich dann höre, dass am Samstag Leute disqualifiziert werden mussten, weil sie sich nicht an das Verbot von MP3 Playern halten wollten, auch auf Hinweis nicht, dann ist das einfach schade. Ja, dieses Verbot ist nicht sinnvoll, aber hey, die machen auch nur ihren Job.

Sonntag also zur Strecke, immer noch mit dem Gedanken eher nicht zu starten, aber irgendwie war dann das Rad in der Wechselzone und ich damit irgendwie „gefangen“. Einfach versuchen dachte ich. Kurzfristig war der Start trotzdem gefährdet, brach mir doch der Mick per high five beinah die Hand. Ob das nun noch Adrenalin oder Endophin war, weiß ich nicht, aber so locker wie der bei einer olympischen Distanz den Lauf beginnt, das ist schon aller Ehren wert.

Unentspannter war da schon die sielaeuft.de, die es nicht so mit dem Schwimmen hat und sich olympisch versuchen wollte. Die lange Schwimmstrecke wurde aber mit Lockerheit gemeistert, so dass sie sich jetzt auch die Domain siekannauchschwimmen.de sichern kann. Aus dem Wasser kommend, sah sie dem Mick dann auch zum verwechseln ähnlich.

Okay, nun denn jetzt bin ich hier, jetzt starte ich auch. Und wenn es nicht mehr geht, höre ich halt auf. Unsere Startgruppe hatte auch einige andere braun-weiße am Start, aber außer Michael Meeske, jag genau dieser Michael Meeske, kannte ich da nur noch die @lollabie und die war ungefähr genauso nervös wie ich.

Kommen wir doch mal kurz zu unserem Geschäftsführer zurück, der nebenbei zu 50 % zur Triathlonabteilung gehört (eigene Aussage) und der meinte, er habe aufgrund des Stresses („wohl kein Hauptsponsor gehabt, wa?“ warf ich ihm lächelnd an den Kopf) nicht richtig trainieren können. Das er dann die sechst schnellste Zeit aller Sonntagsstarter macht, ist dann wohl aller Ehren wert.

Nun gut, man hat 10 Minuten zum einschwimmen, was insofern ein bisschen nervös macht, als dass die Alster nach dem Einstieg sofort keinen Fußboden mehr hat. So war der Versuch angesagt möglichst kraftsparend 10 Minuten rumzuspaddeln. Die cleveren Starter warteten dann auch noch 5 bis 8 Minuten ab, bevor sie sich ins Wasser begaben. Aber nun gut.

Dann der Startschuss und da ich meine Form nicht einschätzen konnte, schwamm ich ziemlich langsam dem Feld hinterher. Mit einem Auge auch immer die DLRG suchend, falls nun doch der Krampf, das Problem oder was auch immer kommt. Erst bei der Wende nach ca. 150 Metern änderte sich diese Unsicherheit und plötzlich hatte ich das Gefühl, es ginge wie von alleine. So konnte ich noch zwei Schwimmer überholen, bevor es unter dem Jungfernstieg hindurch ging.

Man wird als langsamer Schwimmer an dieser Stelle von den schnellsten der nächsten Gruppe überholt und mit Rufen und ein bisschen gucken geht das auch in 99 % der Fälle gut und problemlos. Nur leider wurden auch wieder irgendwelche Idioten gesichtet, die meinten langsame (und damit unsichere) Schwimmer aus dem Weg schubsen zu müssen. Leute, ihr bringt damit andere Menschen in Gefahr und so richtig fair ist das auch nicht. Und alles für ein paar Sekunden Zeitgewinn? Das ist schon ziemlich arm. Es passt auch null in das sonst herrschende Klima der Fairness und des gegenseitigen Respektes. So klopfte mir nach dem Schwimmausstieg ein schnellerer Schwimmer (und Läufer) beim Überholen auf die Schulter und sagte was von „großer Leistung, jetzt geht es ab…“. Das ist Triathlonspirit.

Genauso wenig geht der eine Helfer am Schwimmausstieg klar, der sich weigerte den Schwimmern aus dem Wasser zu helfen. Während seine drei Kollegen dies mit Bravor machten. Das ist auch schon etwas peinlich. Auch gerade ist so ein Wasserausstieg nicht ganz einfach. Plötzlich hat man sein Körpergewicht wieder selber zu tragen und das ist ganz schon schwer. (Hat mich die Alster gerade fett genannt?)

Ein Blick auf die Uhr… Huch! Das war ganz schön schnell geschwommen. Und das obwohl ich langsam und unsicher begann. Offiziell waren am Ende 17:51 gemessen worden. Das ist auf 500 Meter schneller als jede Bahnzeit. Aber da verlier ich bei den Wenden auch Tempo.

Ich dementiere nebenbei ausdrücklich, dass mein Wassergeschlucke und der dramatisch gesunkene Alsterpegel (so die Zeitungen) irgendeinen Zusammenhang haben.

Die Wechselzone in Hamburg ist unfassbar lang. Der @thorstenfirlus (sein Blögchen ist nebenbei sehr lesenswert) schrieb was von insgesamt 1,3 Kilometern für beide Wechsel. In meinem Raceplan hatte ich mir mal vorgenommen die beiden Wechsel unter 10 Minuten zu machen, der Erste dauerte schon mal 6:41. So weit barfuß zu laufen ist nebenbei eine komische Erfahrung.

Radfahren: Erstmal verpflegen und durchatmen. Ich war mir meiner Form immer noch nicht sicher, so dass ich erstmal ruhig anfing. Aber schnell nahm die Diavola Rossa das Kommando an sich und rollte den Kurs eigentlich von ganz alleine längs. Ich hatte nicht das Gefühl nun wirklich alle Reserven raus lassen zu müssen und hatte am Ende trotzdem eine 39:55 stehen. Der Radkurs bot mit der Passage „Reeperbahn-Königsstraße-Gorch-Fock-Wall“ natürlich auch eine schöne „Ketterechts“ Passage, wo insbesondere auf dem Rückweg noch mal ordentlich Schwung fahren kann. Und wenn man davon befreit ist auf Ampeln, Kreuzungen und Autos zu achten, dann radelt es sich doch gleich viel angenehmer.

Auch hier noch mal ein Lob an alle Teilnehmer. Es war teilweise doch eng auf der Strecke und trotzdem wurde auch von den schnellen Athleten immer mit Auge und Vorsicht überholt. So soll das sein. Meiner Einer hatte sich an eine Teilnehmerin der olympischen Distanz gehangen und versuchte ihrem Tempo zu folgen. Natürlich im angemessenen 10 Meter Abstand. Aber habt ihr schon mal versucht auf einem Fahrrad 10 Meter zu messen? So spontan ohne Anhaltspunkt? So einfach ist das gar nicht. Und Windschattenfahren ist nun mal verboten, so sind die Regeln.

Der zweite Wechsel und in insgesamt 04:23 war ich auf der Laufstrecke. Da ging gefühlt gar nix mehr. Die Kraft war nicht mehr da und jeder Schritt war mehr oder minder ein Kampf gegen sich selbst. Die sielaeuft.de sah ich kurz vor meinem Wendepunkt mir entgegen kommen, aber die lief in einer anderen Liga. Ich setzte Schritt vor Schritt ohne auch irgendwie schneller werden zu können. Endspurt oder ähnliches war schon gar nicht drin.

Das Trikot war nun auch schon bis zum Bauchnabel aufgemacht und Wasser wurde halb getrunken und halb über den Körper geschüttet. Aber: „the only victory is posing“ sagt der @_ketterechts (noch ein lesenswertes Blögchen) immer und so wurde in der vorletzten Kurve das Trikot geschlossen, die Brille wieder auf die Nase gesetzt und die Haare notdürftig gerichtet.

Die FCSP Trias reichten auch noch die Fahne, so dass einem weltmeisterlichen Zielphoto nix mehr im Wege stand. Aus, Aus der Triathlon ist aus, ich bin äh angekommen.

weltmeisterlicher Einlauf

weltmeisterlicher Einlauf

Angeblich soll ich 31:40 auf den 5 Kilometern gebraucht haben, was mit meinem Laufgefühl nun so gar nicht in Einklang zu bringen ist. Ich hatte das Gefühl viel langsamer gewesen zu sein.

Aber: Dieses Laufen mit dem Rad fahren vorher fühlt sich für die Muskeln und Knochen sehr viel angenehmer an, als nur laufen. Bemerkenswert, oder?

Wer rechnen kann, wird merken, dass dies insgesamt eine 1:40:28 ergibt. Hatte ich hier nicht irgendwas von 1:45 angekündigt? Das ich mal ein selbstgesetztes Ziel unterbiete ist für mich schon sehr selten. Und das nach einer unglücklichen Woche.

Erdinger, Wasser, Wasser und Wasser folgten nun auf dem Speiseplan. Und obwohl ich bis Abends gefühlt 5 Liter sonstige Getränke in mich hineinschüttete, dauerte es sehr lange bis unten irgendwas an kam. Das beantwortet wahrscheinlich alles über die Wärme dieses Wettkampfes. Aber geschafft ist geschafft.

Radcheckout ging in einer vertretbaren Geschwindkeit und an dieser Stelle sei allen Helfern gedankt, die teilweise um 3 Uhr morgens aufgestanden waren um das Ganze zu ermöglichen.

Und nun? Marathon in Berlin und Frankfurt rufen, aber bevor das Rad und die Badekappe für 2013 in die Ecke gestellt werden, lauert noch ein Ausflug nach Bornhöved zum Q-Tri. Ich habe ja jetzt eine Bestzeit zum unterbieten.

Und langfristig gibt es da einen Plan. Aber der wird noch nicht verraten.

Abschließende Frage: Wie bekomm ich diesen Geschmack des Alsterwassers (ohne Limo) aus dem Mund? Den habe ich nämlich immer noch.

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Jul 092013
 

Liebe Leser,

in 12 Tagen werde ich um ca. diese Uhrzeit bereits den Fluten der Alster entsteigen und mich auf meine Divola Rossa schwingen um die Radstrecke des Hamburg Triathlons zu bewältigen. Danach noch lockere 5 KM laufen und schon bin ich Triathlet. So zumindest der Plan. Zeit ein Fazit des Trainings zu ziehen. Das Gute beim Triathlon ist, dass mir die Motivation doch sehr leicht fällt. Man guckt einfach, was die Abteilungshoschis so beim IM Frankfurt geleistet haben und hat ein (Traum-) Ziel. Ja klar, bis dahin fließt noch sehr viel Wasser die Elbe runter, aber warum soll ich nicht mal irgendwann eine Volldistanz machen?

Allemal macht mich das abwechselungsreiche Training zu einem besseren Läufer. Ich merke, wie meine Füsse stärker und der Laufstil lockerer geworden ist. Das macht Hoffnung für den laufenden Herbsthöhepunkt, der sich auf Frankfurts Straßen abspielen wird. Da soll dann endlich mal die 5:00:00 auf der Marathondistanz fallen.

Schwimmen: Ich kann 500 Meter überwinden. Schön ist das nicht und schnell auch nicht. Diese Teilstrecke wird definitiv ein Kampf. Die Technik ist – um es freundlich zu sagen – stark verbesserungsbedürftig und mir fehlt auch immer noch Kraft in den Schultermuskeln. Da fehlen auch Trainingsmeter, aber Schwimmen ist zeitaufwendig und so richtig Spaß macht es mir auch nicht. Im Hinblick auf die weitere Karriere als Triathlet besteht hier allemal Verbesserungsbedarf. Aber für die Sprintdistanz wird es reichen. Ich plane mal 20 Minuten für 500 Meter ein. Das ist elendig langsam, aber egal.

Dann kommt der Wechsel und vor dem habe ich immer noch sehr viel Respekt. Man muss nach dem Wasser erstmal wieder auf seine Füsse kommen und ins Laufen kommen. Bei meinen Proben fand ich das immer noch sehr schwierig. Und aus einem Neopren Anzug zu steigen ist auch nicht gerade etwas, was sehr schnell und einfach geht. Planen wir hier mal grob 7 Minuten ein und das ist wahrscheinlich noch optimistisch.

Radfahren: Das läuft. Die Geschwindigkeit und Ausdauer wird von Training zu Training besser und gestern wurde eine 49 Km Runde in einem 26,9 km/h Schnitt absolviert und dies ohne, dass ich mich nun wirklich voll angestrengt hätte.

Nur den Showteil von gestern könnten wir gerne aus dem Training streichen. Denn bei einem Haus ohne Zaun, welches nur mit einem Graben von der Straße getrennt war, entdecke ich gestern einen Schäferhund. Bevor ich ein zweites Mal hingucken kann, hat das Vieh zum Sprint angesetzt und springt mit Vollgas über den Graben auf die Straße und heftet sich an meine Fersen. Und so ein Tier galoppiert locker seine 30 Stundenkilometer. Okay, da muss man nicht diskutieren, ob der „nur spielen“ will. Also voll reingetreten. Zum Glück kam von hinten ein Auto und das war anscheinend genug Ablenkung für den Hund, dass er seine Verfolgung aufgab. Sonst wäre ich wohl Knochen auf Rädern geworden.

Radfahren sollte also irgendwie unter 45 Minuten zu erledigen sein. Und der dann anstehende Wechsel sollte trotz der sehr langen Wechselzone eigentlich unter 5 Minuten machbar sein.

Laufen: Was ich immer wieder feststelle: Ich bin sehr hitzeanfällig beim laufen. Ich kann sonst sehr gut eine 6:00 Pace auf 5 KM halten und kann über 10 km auch eine lockere 6:23 Pace gehen. Alles darüber hinaus geht zur Zeit nur bedingt, was aber auch an den fehlenden laufenden Kilometern liegt. Aber hey, Marathon ist erst nach dem Triathlon und dann wird auch sehr viel mehr wieder gelaufen. Wobei das Radeln bei gutem Wetter als Alternativtraining erhalten bleibt. Ich bleibe bei meinen 30 Minuten für die 5 km.

Also Leute, ich will die 1:45 knacken. Ob das klappt, werden wir am 21.07. sehen. Ich werde berichten.

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Mai 232013
 

Liebe Leser,

bald macht auch das andere Sporttier dieses Blogs wieder mit im Füllen dieses Bereiches des Blogs. Voraussichtlich zum FCSP Lauf gegen Rechts gibt es dann wieder Berichte mit mindestens zwei Verrückten die durch die Weltgeschichte laufen. Oder eben auch Triathlon machen. Darauf bereite ich mich nämlich gerade vor.

Dieser Bereich heißt bei uns zwar „Laufen“, aber irgendwann und aus persönlicher Liebe zu Mättz trat ich (und danach auch der Rest des Blogs) in die Triathlonabteilung des FCSP ein. Und so langsam fühlen wir uns auch in diesem verrückten Haufen heimisch.

Da liegt es nahe, sich auch mal an einem Triathlon zu versuchen und so meldete ich mich im Winter für die Hamburger Sprintstrecke an. 5 Km laufen? Geschenkt! Das mache ich im Notfall auch mit verbundenen Augen und auf einem Bein. Aber die beiden anderen Disziplinen sind doch etwas schwieriger. Und dazu gibt es einmal eine Geschichte und einmal keine:

Schwimmen kann ich einfach nicht, keine weitere Geschichte. Ich kann mich über Wasser halten, aber wirklich Vortrieb erzeuge ich da nicht. Und mit komplexen Bewegungen, wie sie z.B. das Kraueln erfordert, bin ich relativ schnell komplett überfordert. Kurz: 500m sind für mich eine Herausforderung.

Ich denke, dass geht wahrscheinlich vielen Triathlonanfängern so. Irgendwie mögen auch die wenigsten Trias das Schwimmen wirklich. Aber machen tun sie es doch alle. Bis zum Wettkampftag wird das bei mir wahrscheinlich nix mit dem Kraueln. Zwar bekomm ich jetzt langsam drei vier saubere Züge hintereinander hin, aber Luft holen dürfte ich dann nicht. Und 500m die Luft anhalten ist wohl eher unrealistisch.

Immerhin klappt es schon ganz gut 500m per Brustzug zu überwinden. Selbst schneller als in den von mir eigentlich eingeplanten 30 Minuten. Klar, ich habe am nächsten Morgen immer noch Muskelkater für zwei, aber dagegen hilft ja ein Geheimrezept: Training!

Ganz anders verhält es sich mit dem Radfahren. Ich komme ursprünglich vom Radsport, habe als Student unendliche Touren auf meinem Karstadt Rennrad gefahren und bin da eigentlich immer noch ganz fit. Wäre da nicht mal ein uneleganter Abgang gewesen:  Ich habe mich nämlich mal in ein parkendes Auto gelegt (Schuldfrage ist jedem klar, oder? Der stand sonst nie da!). Folge waren ein paar ordentliche Narben, eine neue Nase und eine Woche im Krankenhaus.

Exkurs:

Sollte unter meinen Lesern nebenbei noch Irgendwer sein, der ein Fahrrad ohne einen Helm bewegt: Ich war damals irgendwas zwischen 15 und 20 Stundenkilometer schnell und der Arzt sagte, dass ich ohne Helm erhebliche Probleme gehabt hätte zu überleben. Kurz: Setzt Helme beim Radeln auf! Auch wenn ihr ein Hollandfahrrad fahrt. Cool sein ist das eine, gesund sein das andere.

Exkurs Ende

Folge ist aber, dass ich mit dem Radsport aufhörte und nun natürlich erstmal meine Angst vor dem Radfahren abbauen muss. Die ersten 20 Kilometer sahen entsprechend aus. Ganz vorsichtig, auf irgendwelchen Nebenstraßen und sehr wackelig. Das geht langsam wieder, aber so richtig in den vollen Berufsverkehr traue ich mich noch nicht. Daher wird nur am Wochenende geradelt.

Immerhin 125 Kilometer sind schon wieder zurück gelegt, die Angst ist soweit überwunden und nun kann in das eigentliche Training eingestiegen werden. Denn ich plane irgendwas unter 50 Minuten für die 22 Kilometer ein und die packe ich noch nicht ganz. Das ist zwar „nur“ ein Schnitt von 25 km pro Stunde, aber ich bin da eher konservativ rangegangen.

Das Laufen ist natürlich die Sahnedisziplin, auch wenn es als Marathonläufer irgendwie ungewohnt ist kurze Strecke auf Tempo zu laufen. Das habe ich zum Schwerpunkt meines Programmes gemacht. Denn ich gehe mal davon aus, dass die Grundausdauer aus der Marathonvorbereitung noch vorhanden ist und ansonsten bei längeren Radausfahrten gesammelt wird.

Ziel ist es hier irgendwie unter 30 Minuten zu bleiben. Am besten selbst unter 28 Minuten. Das sollte eigentlich gehen, denn mein erster Versuch eines Koppeltrainings (Wechselzone im Wohnzimmer) sah ganz gut aus, ich konnte eine gute 5:50er Pace laufen ohne vollkommen am Anschlag zu laufen.

9 Wochen Zeit sind noch und nun wird jede Woche weiter an den drei Disziplinen gefeilt. Durch die Abwechselung wirkt das ganze bisher für mich auch lockerer und entspannter als eine Marathonvorbereitung.

Wie es weiter geht? Ich werde berichten.

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