Sep 252017
 

Der Lauf durch das schöne Alstertal ist eine Veranstaltung, die im Kalender vieler Läufer in Hamburg ihren festen Platz hat. Obwohl sie traditionell am gleichen Tag wie der Berlin Mara-thon ausgetragen wird, ist sie eigentlich immer ausverkauft.

Und auch diesmal waren alle Strecken voll und je nach Lust und Liebe teilten sich die Teil-nehmer auf die 4,10 oder 21 KM auf. Letztere auch als Ende des Hamburger Laufcup laufbar.

Als Strecke dient der Alsterwanderweg von Ohlsdorf bis nach Lemsahl-Mellingstedt. Wer diesen Teil Hamburgs nicht kennt, dem sei sehr stark empfohlen dort mal eine Lauf-, Wander oder Radrunde zu absolvieren.

Da das ganze eine Endmoränenlandschaft ist und die Alster hier ein Gletschertal nutzt, ist dieser Lauf nicht wirklich nur flach. Gerade im Mittelteil befinden sich heftige Anstiege. Kurz und giftig ist hier das Stichwort.

Früh Startnummer holen und einen der wenigen Parkplätze in Startnähe sichern, war meine Devise. Hat gut geklappt, obwohl ich beinah in ein Wahllokal getorkelt wäre und dort meine Startnummer verlangt hätte.

Aber das konnte alles gelöst werden, ich meine Nummer greifen und dann die Dixies suppor-ten. Wenn es eine Partei gäbe, die mehr Dixies bei Laufveranstaltungen fordern würde, ich würde meine Stimme ihr geben. Immerhin hatte der Veranstalter für die Herren der Schöp-fung Stehklos geschaffen, was den Stress für Dixie und Flora und Fauna stark minimiert.

Der Lauf wird brutto = netto gewertet, was aber angesichts eines kleinen Lauffeldes und dem Verlust von vielleicht 30 Sekunden beim Start nun nicht wirklich ein Problem ist. Danach hat man genügend Platz und bei bedecktem Wetter kam es auch später nicht zu einer Spaziergängerinvasion, die sonst teilweise das ganze etwas enger macht. Aber das ist halt ein Landschaftslauf und keine schnelle Bestzeitenveranstaltung.

Das hatten auch nahezu alle Teilnehmer verstanden, so dass Überholvorgänge und auch Entgegenkommen eigentlich immer ruhig und besonnen gelöst wurde. Das hab ich auch schon ganz anders gesehen.

Für mich zählte nur das ankommen. Wenn man 14 Tage vorher eine Halbdistanz absolviert hat und dies als Saisonhöhepunkt galt, dann ist man dann doch noch relativ müde in den Beinen. Man mag sich das ja nicht zugeben, aber so ist es.

Daher schlug ich ein gemütliches Tempo von 7:00 bis 7:10 pro Kilometer an. Je nachdem, ob es flach war oder auch mal eine Steigung drin war.

An der Mellingburger Schleuse dann die erste richtig harte Steigung. Gehen war angesagt und hier nun heldenhaft hochzulaufen macht keinen Sinn.

Man ist nun bei Kilometer 8 und es beginnen 4 Kilometer Berg- und Talbahn. Immer auch wieder mit aufmunternden Zuschauern und Helfern. Danke dafür.

Ich lief ein Stück mit einer netten Gruppe, die sich nach unserem Knochentrikot erkundigten, hatte so ein bisschen Ablenkung und war schneller und besser aus der Berg- und Talbahn, als ich gedacht hatte. Nun schlug ich eine 6:30 bis 6:45 Pace für die letzten 8 Km an, was rückblickend etwas schnell war, denn ca. 2 Kilometer vor dem Ziel war der Ofen mal so rich-tig aus.

Zwischendurch noch die Dame mit der ich mich beim Heldenlauf immer abgewechselt hatte aufgelaufen, sie war im Cup unterwegs, hatte das insgesamt zu einem 35 km Trainingslauf gemacht und war bei KM 29 dieser Übung doch ein bisschen am Leiden. Aber ich hoffe, der gewonnene New York Marathon Platz motiviert. Alles Gute gewünscht und weiter gelaufen.

Und dann halt zwei KM vor dem Ziel so richtig eingebrochen und den Rest mehr oder minder gegangen. Egal.

Im Ziel gab es dann die zu diesem Lauf gehörende Tasse. Meine vierte aus vier verschiede-nen Jahren. Viele Teilnehmer nehmen keine, was ich ehrlich gesagt nur bedingt verstehe. Das ist hier doch die Medaille und ich sammel nun mal Medaillen. Ich der im Sport in der Schule nie eine Urkunde bekommen habe, ist immer noch stolz auf jede Medaille und jede Tasse. Danke lieber Veranstalter, dass es bei euch so etwas gibt.

Fertig, ab zum wählen gehen. Im ersten Stock. Verzweifelter Blick und zum Glück ein Fahr-stuhl. Und ey ihr 26 AfD Wähler in meinem Wahllokal: Ich bin zwar langsam, aber garantiert schnell genug, um euch die Leviten zu lesen.

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Sep 172017
 

Ich kann ja nicht anders. Ich muss immer wieder auf die Halbdistanz. Und dies obwohl mein äh sonstiger Lebenswandel damit nicht zu 100 % kompatibel ist. Um es mal so zu formulieren.

Dazu kommt: Ich habe mich unsterblich in eine Veranstaltung verliebt. In die Challenge Almere.

Allgemeines

Almere ist eine Kunststadt auf künstlich erschaffenen Land in einem künstlich geschaffenen See. Und doch werdet ihr an wenigen anderen Stellen soviel Natur erleben. Der Ijsselmeer, der Markermeer (laut Wikipedia sind beides Binnenseen und damit der See) und Flevoland sind ein Vogelparadies und es wimmelt von Vögeln.

Almere selber hat den Nichtcharme einer 70er Jahre Bebauung, ist jedoch mit viel Platz und einem komplett den Autoverkehr nie kreuzendem Radwegenetz geplant. Radwege und Straßen laufen immer über- oder untereinander durch die Stadt.

Anreise

Ging ganz in Ordnung, wenn wir mal von ständigen Regengüssen und einer Vollsperrung absehen. Am Hotel angekommen, hatten mein Navi und die Realität noch ein paar kleine Abstimmungsprobleme, aber dann war das Hotel gefunden.

Das Hotel war letztendlich ein absoluter Glücksfall, aber als ich ankam war da noch richtig Party. Das änderte sich aber zur Schlafenszeit.

Warm up, Briefing, Check In

Am nächsten Morgen weckte mich das Pladdern des Regens an die Fenster. Ein Blick auf den Wetterbericht zeigte schnell, dass zumindest für diesen Freitag keine Besserung zu erwarten war.

Lasse ich dann meine üblichen 10 Rad / 2 Laufen am Tag vorher sein? Ich entschied mich dagegen, alleine weil der Wetterbericht für den Tag danach auch Regen versprach, so dass eine Runde im Regen als Übung vielleicht ganz gut ist. Spaß macht es trotzdem nicht im strömenden Regen zu radeln und dann zu laufen. Lief aber alles sehr locker und schnell. Alle Systeme auf Grün, kann los gehen.

Im Hotel zweifelte ein Langdistanzler an seinem Start und ich kann ihn verstehen. Das ist bei diesen Bedingungen immer noch ein anderes Brett.

Das Briefing brachte nix wirklich Neues. Wie immer. Ich gehe trotzdem jedes mal brav hin.

Alle Helfer freundlich, zweisprachig und zuvor kommend. Eine der Stärken dieser Veranstaltung.

Check In dementsprechend auch schnell erledigt. Nur blieb jetzt Zeit bis zur Carboloadingparty.

Die ich mit dem zum scheitern verurteilten Versuch verbrachte eine Winterjacke ohne Fellkragen und/oder Daunen zu finden.

Die Carboloadingparty war klasse. Gute Auswahl, nicht nur Nudeln und schmackhaft. Nur viel zu voll. Es bildete sich eine riesige Schlange. Die Kapazitäten sind mit 3.300 Teilnehmern über alle Distanzen und Tage dann wirklich an den Grenzen.

Aber freundliche Helfer mit einem Schnack auf den Lippen machen alles wieder gut.

Kurz noch ein Eis für den Rückweg und ab ins Bett.

Renntag

Der Wecker klingelt und es gießt immer noch. Na toll.

Hinfahren, Parkplatz, Rad checken. Nass aber sonst okay. Viele verringerten den Druck ihrer Reifen, wohl um Rutscher und Pannen zu vermeiden.

Das Gute in Almere: die Beutel hängen trocken, das für mich nicht so Gute: Man muss über eine Behelfsbrücke zum Start. Und da man ja bekanntlich auf einem Bein nicht stehen kann und ich letzte Woche schon einen Sturz hatte, rutschte ich die Treppe runter und erstmal tat alles weh und verkrampfte. Puh? Nicht starten? Glücklicherweise ging es nach 5 Minuten wieder.

Ab ins Wasser

Das Schwimmen

Geschwommen wird in einem sehr flachen Binnensee, der vor dem Rennen extra noch mal gemäht (!!!) wird, sprich von Algen befreit wird.

Damit ich als langsamer Schwimmer nicht für spätere Wellen im Weg bin, schwimme ich eher außen. Und da war das Mähen nicht so erfolgreich gewesen. Ständig hatte ich Grünzeug im Gesicht oder in den Fingern.

Gefühlt ging es gar nicht voran, es war zäh und irgendwie lief es nicht. Und gefühlt war ich weit über einer Stunde unterwegs. Umso überraschter war ich von den geschwommenen 56:48. Das ist für mich super.

Ab in die Wechselzone. Da Zeit gelassen, auch weil ich -wie eigentlich alle anderen Teilnehmer- erstmal warme Sachen anzog.

Das Radfahren

Erstmal 5 km auf sehr engen Wegen und ich werde nie verstehen, wie man hier als schnellerer Überholer nicht in der Lage ist mal kurz „hey“ oder so zu brüllen. Die Wege teilweise auch kurvig und eckig. Ich schenkte mir daher eine Überholung bis wir auf dem Deich waren. Auf dem dann mehr als genug Platz ist. Lieber 30 Sekunden verlieren, als zusammen mit einem anderen Teilnehmer auf dem Asphalt liegen.

Die Radstrecke geht gut 40 km auf dem Deich, dann quer durchs Land und am Ende noch mal auf den Deich zurück.

Prinzipiell eine schöne Strecke zum rollen, sie hat aber auch ein paar Tücken. Zum einen ist es nicht überall Asphalt (sondern auch mal Gehwegplatten oder ähnliches), zum anderen ist dieser nicht immer perfekt. Und zum Dritten gibt es Viehgitter in der Strecke.

Dies alles und die nassen sorgten doch für viele Pannen, die ich sah. Leider auch einige Stürze. Ich hoffe ohne ernste Folgen.

Die ersten 5 Deichkilometer noch quer zum Wind, dann aber mit Rückenwind und es folgten gut 30 km Segeln. Der Tacho fiel nie unter 30 km/h und dies ohne Vollgas zu treten.

Aber ihr wisst alle was dies bedeutet: Man muss irgendwann auch wieder gegen den Wind zurück.

Und dies ist die mentale Herausforderung dieses Rennens. Nach 45 gefahrenen Kilometern ändert sich der Charakter des Rennens komplett. Da muss man sich erstmal drauf einstellen. Und auch ich musste mir immer wieder klar machen, dass es nicht schlimm ist, wenn der Tacho mal 24 km/h anzeigt. Nach gut 10 km war dies auch gelungen und ich hatte einen Rhythmus.

Und die Beine fühlten sich locker an. Zwar merkte ich ab km 75 was ich getan hatte, aber dieses Gefühl des vollkommen fertig seien, was ich sonst gerne mal habe, das kam nicht.

Nach 3:27:05 sprang ich vom Rad. Wieder eine etwas längerer Wechsel und ab auf die Laufstrecke.

Der Lauf

Ich begann wieder mal viel zu schnell. Auch das ist ein Klassiker bei mir im Triathlon. Nach zwei Kilometern daher erstmal eine kleine Gehpause und eine innere Ermahnung hier nicht zu überdrehen.

Die Runde um den See wird von blau gekleideten Freaks nach der Hälfte aufgelockert. Die haben eine Discoanlage, spielen üblen Kirmestechno und feuern jeden Teilnehmer wie verrückt an. Das ist echt großartig.

Ich hatte nun ein Tempo gefunden und außer kleinen Gehpausen zum Verpflegen lief es.

Erste Runde in 48:34 Minuten.

Auch die zweite Runde lief. Es kam kurz die Sonne raus, aber bevor ich überlegen konnte, ob es mir vielleicht noch zu warm wird, kam die dunkle Wolke und es folgte ein Wolkenbruch. Inklusive Hagelkörner. Die Ärmsten, die da noch auf der Radstrecke waren.

Zweite Runde in 52:41

In der dritten Runde konnte ich dann das Tempo nicht mehr ganz halten, brauchte etwas längere Verpflegungspausen ;-). Aber es rollte immer noch. Ich überholte noch einige langsamere Läufer.

Und wurde vom Gewinner der Langdistanz überholt. Aber egal.

Nach 7:18:48 war ich zufrieden im Ziel. Platz 975 von insgesamt 984 Teilnehmern, die ins Ziel kamen. In der Altersklasse 146. Platz von 147 in Ziel gekommenen. Der 147. hatte vor dem Laufen noch 31,5 Minuten Vorsprung auf mich. Und ist dann komplett eingebrochen.

Halbmarathon in 2:37? Damit kann ich aber richtig gut leben.

Fazit
Almere hat sich wieder gelohnt und trotz des nassen Wetters hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich komme wieder. Keine Frage.

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Sep 042017
 

Warnung!

Dies ist ein Bericht über aktive sportliche Aktivitäten einzelner Schreiberlinge dieses Blogs. Wenn ihr die üblichen Fußballanalysen lesen wollt, dann bitte nicht weiter lesen.

Wir haben uns entschlossen, diese Rubrik wieder zu befüllen, weil dies doch einfacher ist, als irgendwo noch einen eigenen Blog zu befüllen, der aus diversen Gründen nicht mehr zu dem primären Aktivsportler dieses Kollektives passt. Die Berichte sind durch das Wort „Aktivsport“ im Bericht gekennzeichnet.

Ansonsten viel Spaß mit den aktiven sportlichen Erlebnissen.

Das Airportrace 

Eine Instution im Hamburger Laufkalender ist das Airportrace. Bereits die 34. Auflage wurde dieses Jahr veranstaltet. Das Rennen umrundet einmal die Fuhlsbütteler Flughafen und geht über die ungewöhnliche Distanz von 10 Meilen.

Meine letzte Teilnahme datiert aus dem Jahre 2013, seitdem passte dieses Rennen nie in den eigenen Laufkalender. Umso schöner, dass die Veranstaltung diesmal auf das Länderspielwochenende fiel und ich eine Teilnahme verwirklichen konnte.

Da nächste Woche nun der Jahreshauptwettkampf geplant ist, war das Ziel nicht sich zu verausgaben und hier auch keine Stunts zu veranstalten. Das dies letztendlich nicht so wirklich klappte, da wird drauf einzugehen sein.

Vor dem Rennen

Das ganze ist von der BMS (mit-)organisiert und der Name steht für eine gute Qualität an Organisation. So gibt es einen ausgeschilderten Parkplatz, der zwar ein Euro kostet, aber das ist ja okay. Es gibt eine vielgenutzte „Fahrradgardrobe“ und die Startnummer ist schnell ergattert. Übergeben durch ein Abteilungsmitglied, so dass auch noch ein bisschen Plausch und Freude möglich war.

Danach galt wieder mein Lebensmotto „Dixiklo macht Läufer froh“. Details möchte ich an dieser Stelle verheimlichen.

Was fehlte: Die Motivation. Die war trotz sonnigem Wetter anscheinend im Bett geblieben. Die Hüpfburg sah echt verlockend aus. Und auf eine Hitzesonnenschlacht hatte ich auch nicht wirklich Lust. Denn so schön der Kurs ist, er ist doch für sehr weite Teile in der Sonne.

Nun gut, irgendwann war dann die „nützt ja nix, du hast bezahlt“ Stimmung da und es konnte los gehen. Nicht ohne vorher noch von einem Mädel angesprochen zu werden, ob man nicht eine Woche vorher beim Heldenlauf gewesen sei. Jo, war ich und da hatten wir uns über Kilometer immer wieder abgewechselt, wer gerade schneller war. Am Ende hatte sie mich dort verheizt.

 

Das Rennen

Ich hatte mir als Ziel gesetzt irgendwo knapp unter 1:50 zu finishen. Und dabei die Kilometer relativ konstant zu laufen. Zu Beginn ging es natürlich wieder ab wie Schmidts Katze, da es zu Beginn Asphalt ist und die Leute auch ihr eigenes Tempo überschätzen. So war bereits ab Kilometer 5 fröhliches einsammeln angesagt von Leuten, die einfach ein viel zu schnelles Einstiegstempo gewählt hatten. Ich kenn das aber von diesem Lauf selber. Man will den immer wie einen 10 KM Lauf angehen. Aber 16 km sind halt 60 % mehr.

Durch ein Parkhaus windet man sich nach oben und tauscht dann die Straße gegen engere Wege ein. Es wird ein bisschen eng bei irgendwas um die 2000 Teilnehmer, insbesondere wenn einem noch Spaziergänger oder ähnliches auf den nicht ganz abgesperrten Wegen entgegen kommen.

Bei Kilometer 6 gibt es Wasser und ich bin gut im Plan. Ich habe eine Minute Vorsprung auf meine gewünschte Zielzeit und fühle mich locker. Dann geht es durch ein kleines Waldstück in Richtung Krohnstiegtunnel. Und hier passiert das Unglück. Ich laufe hinter einem Paar, die genau mein Tempo gehen. In der Mitte des Weges befindet sich ein Baumstumpf, der wahrscheinlich zu Beginn des Rennens noch ebenerdig war, nun haben aber ca. 3000 Füsse ihn richtig schön aus dem Sandboden herausgearbeitet. Die vor mir können noch knapp ausweichen. Ich nicht mehr. Ich bleibe hängen, stolpere, versuche mich noch abzufangen und batsch. Liege ich auf der Fresse. Zum Glück habe ich den vor mir zwar berührt, aber nicht mit umgerissen, so dass ihm nix passiert. Er und seine Begleitung bleiben sofort stehen, helfen mir auf. Danke dafür!

Schadensbericht? Das Knie ist blutig, die Hände auch, die Schulter voller Sand. Kurz geguckt, ob alles noch geht, weiterlaufen. Zumindest bis zu einer Wasserstelle, wo auch Feuerwehr ist, die sich das ggf. mal ansehen kann. Natürlich brennt das und ist unangenehm, aber Adrenalin ist schon ein geiler Saft. Daher kann ich mein Tempo halten.

An der Wasserstelle dann also kurze Notverarztung. Ist aber alles nur eine oberflächliche Schürfwunde. Nix was mich umbringt oder was ein Weiterlaufen verhindert. Meinen Vorsprung auf mein Ziel hab ich natürlich nun vollständig verloren.

Und nun geht es den Weg zwischen Schrebergärten und Flughafenzaun entlang. Man hat da was zu gucken, aber wirklich gut überholen oder Tempomachen ist auf den teilweise unebenene und steinigen Wegen nicht mehr möglich. Insbesondere, da ich nicht noch einen zweiten Sturz riskieren will.

Freunde getroffen, die einen noch freundlich bepöbeln und dann endlich ist man wieder auf der Straße und nah am Ziel.

Das Airportrace ist bis dahin flach. Wenn man mal von Parkhaus und Krohnstiegtunnel absieht. Aber direkt vor dem Ziel macht der Lauf noch einen Schlenker, damit man auf 10 Meilen kommt und genau dieser Schlenker ist mit einem ordentlichen Anstieg gesegnet. Und Anwohnern, die einem mit „In 400 Metern wird es wieder flach!“ Mut und Respekt gleichzeitig einflößen.

Ich versuche noch einen Endspurt, was auch gelingt und den letzten KM nah an die 6:00 drückt. Aber insgesamt hat Sturz und Verarztung zuviel Zeit gekostet, um eine 1:50 zu unterbieten. Am Ende fehlen auf meiner Uhr 7, in der offiziellen Zeitmessung 6 Sekunden. Egal.

Ein Fazit

Die Dame vom Anfang auch wieder getroffen, gratuliert, aber das Nicht-Duell auf 1-1 gestellt. Diesmal war ich schneller. 🙂

Insgesamt ein gelungener Lauftag.

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Nov 152013
 

oder

Kraichgauer Lach- und Sachgeschichten

 

Liebe Freunde des gepflegten Ausdauersports,

wir wissen wohl, wie wir die Welt retten können, schrieb mal ein kluger Mensch auf Twitter. Wir haben diese Lösung nur deswegen bisher nicht gefunden, weil sie in einem EULA versteckt ist. Dem einzigen seitenlangen Machwerk, welches Menschen in 0,1 Sekunden lesen können. Und weil es mit Juristerei zu tun hat, muss ich doch noch ein paar Worte zu der Frage Challenge/Ironman/Kraichgau schreiben.

Wie an diesem unbedeutenden Ort schon ausgeführt, sind Label nur Label und ob nun Ironman oder Challenge ist erstmal vollkommen egal.

Für einige Menschen wird das ganze aber ein Rührstück aus der Reihe „verzockt“.

Die Auswirkungen für den durchschnittlichen Hobbytriathleten scheinen eher gering, da im Gegensatz zu einigen Vermutungen eine Absage wohl nicht im Raume steht, denn die Organisation im Kraichgau geht davon aus, dass das Rennen stattfindet und wohl unter dem Challenge Label. Kleiner Hinweis zum verlinkten Blog: Wenn man so einen Artikel schreibt, dann kann man als Fußnotenquelle sich selbst angeben, aber das wäre zumindest unter meiner eigenen Bloggerehre. Ob und wieweit da Informationen vorhanden sind, kann und ich will ich nicht beurteilen.

So hoffen wir mal für alle angemeldeten Athleten, dass die Auswirkung für sie gering bleibt und man sich auf die hübsche Strecke freuen kann. (Für die es ziemlich egal ist, welches Zeichen am Rand klebt.) Aber die Kraichgau-Organisatoren mussten wohl etwas sehr schmerzhaftes lernen, was meine Wenigkeit als Jurist euch alle auf den Weg geben will:

Lies verdammt noch mal deinen Vertrag! Und lasse von einem Juristen prüfen, bevor du glaubst, dass er ausgelaufen ist und du frei bist zu agieren.

Hüte dich dabei vor juristischen Gefälligkeitsgutachten! Juristen sind sehr geschult darin dir zu erzählen, dass alles toll ist und du ganz einfach aus diesem Vertrag kommst. Leider! Gute Juristen erzählen dir überzeugend, dass an einem 30 Grad Juni Tag noch Schnee fallen kann. Das ist Teil ihres Berufes. Hinterfrage das!

Und ganz im Notfall: Frage deinen Vertragspartner, wie er eine Klausel sieht. Er wird dir die ehrlichste Antwort geben.

Denn: Nichts ist blöder, als wenn du meinst da raus zu kommen, dich an die Öffentlichkeit (oder auch nur deinen neuen Arbeitgeber) wendest und dann kommt raus: Oh Mist, ich komm gar nicht raus. Haben die Kraichgauer gerade ganz doof gelernt und dafür ganz viel einstecken müssen. Mehr, als nur einen unfreundlichen Anruf eines Rother Anwaltes. Am Ende steht man nämlich sehr schnell ohne alten und ohne neuen Vertragspartner dar. Und das ist richtig Scheiße.

Und noch etwas lehrt das Leben: Eine einzigartige Chance, die nur dadurch genutzt werden kann, dass du einen gültigen Vertrag brichst, ist keine Chance.

 

 

 

 

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Okt 312013
 

Liebe Leser,

zwei Berichte an einem Tag in der Kategorie „Laufen“, aber da ich heute Morgen was von Kraichgau schrieb und die Worte „Challenge“ „Ironman“ Reizworte im Triathlonbetrieb sind, wie man in sozialen Netzwerken sehen kann, dazu doch ein paar ungeordnete Worte im Blog:

Ich würde das eher erstmal ganz nüchtern sehen. Aufregung ist hier fehl am Platz. Es bleibt das gleiche Rennen, egal unter welchem Label.

Machen wir uns nichts vor. Challenge und Ironman sind kapitalistische Organisationen. Die wollen Gewinn machen. Und das dürfen sie auch erstmal. Wer glaubt, dass Veranstalter nur idealistisch unterwegs sein dürfen, verkennt, dass Sport auch immer einen Businessanteil hat. Das sollte eigentlich jedem, der einem Zweitligisten anhängt klar sein. Nebenbei: Wir leben im Kapitalismus. Das wir es hier nebenbei mit einem typischen Oligopol zu tun haben, sei mal so am Rande erwähnt. Dadurch, dass die beiden Organisationen ihre Finger auf Roth und Hawaii haben, haben sie natürlich einen starken Vorsprung.

Fakt ist auch: Ironman und Challenge Rennen neigen dazu teurer zu sein, als andere Rennen. Die Frage, die man sich jedoch immer stellen sollte: Vergleiche ich Äpfel mit Birnen? Ist z.B. eine 30 KM Radstrecke nicht von der ganzen Organisation her billiger, als z.B. eine 90 KM Radstrecke ohne Runden? Keiner von uns weiß, was so eine Absperrung kostet. Auch ein Vergleich über mehrere Jahre ist dabei immer nur bedingt aussagekräftig, wenn man sieht, wie die allgemeine Preissteigerung bei Massensportveranstaltungen ist. Man vergleiche nur Berlin 2013 und Berlin 2014. Das ist nicht schön, aber Angebot und Nachfrage regeln auch hier den Markt. Dies ist ein leidiges Problem aller Veranstaltungen, ich denke man kann hier die beiden Organisationen nicht ausschließlich als alleinige Schuldige sehen.

Die Frage ist immer: Wie ist die Waage zwischen Business und Idalismus? Bekomm ich als Idealistathlet noch genügend Gegenleistung für mein Geld? Nun wird jeder die Frage „Was ist eine gute Gegenleistung?“ anders beantworten, aber für mich z.B. zählen ein gut organisiertes Rennen, ein paar Goodies und eine herzliche Atmosphäre sehr viel. So finde ich das Kölner Marathon Kölsch-Glas einfach nur cool. Ja, ich stehe auch auf eine hübsche Medaille. Das macht für mich ein sehr guter Teil der Gegenleistung aus.

Ich kann dies für Ironman und Challenge Rennen mangels Erfahrung nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass z.B. in Berlin das Pendel langsam in die falsche Richtung ausschlägt. Ich werde es im Kraichgau testen. Dabei ist mir egal, welches Label auf dem Wettkampf steht. Ich finde das Challenge Logo hübscher als das IM Logo und da sind wir bei ganz anderen Argumenten: Das sagt der Bauch. Aber auch ein IM Logo häng ich mir als Medaille gerne ins Zimmer. Wenn ich denn ankomme.

Man kann halt nicht eine als Gut und eine als Böse darstellen. Man käme da nebenbei auch ganz schnell in den Bereich der verkürzten Kapitalismuskritik und des Antiamerikanismus. Und wir wissen ja, wie Scheiße das ist.

Noch etwas ist immer ein Problem: Wir haben es beim Triathlon mit einer boomenden Sportart zu tun. Naturgemäß kann man auch keine 40.000 Personen Triathlonveranstaltungen organisieren, anders als beim Marathon. Daher hat man immer eine gewisse Knappheit und damit auch den Reiz etwas zu reiten, bis es (schneller) tot ist. Dieser Verantwortung sollten sich auch die Veranstalter klar sein, die kapitalistisch unterwegs sind.

Lassen wir uns überraschen. Wenn ich 100 Euro für einen Berlin Marathon zahle, dann finde ich 200 Euro für eine Halbdistanz zwar nicht gerade preiswert, aber ich finde es nun auch nicht überteuert, wenn mir ein stimmungsvolles Rennen mit entsprechender Gegenleistung geboten wird. Aber auch hier gilt: Jeder hat seine eigenen Maßstäbe und jeder seine eigene Bewertung.

Aber egal welche Bewertung: Emotionen würde ich in so etwas nie setzen. Mir doch egal, ob Ironman oder Challenge, Hauptsache Kraichgau.

Ihr werdet es hier lesen.

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Okt 312013
 

oder

Der Frankfurt-Marathon

Liebe Leser, vorab möchte ich mich bei der Familie Ramone aus Bingen bedanken, denn ohne euch beide wäre der Frankfurt Marathon nur halb so toll. Vielen Dank für Speis, Trank und Unterkunft.

Auch der Twitterlauftreff ist einfach knuffig. Was Heiko, Gerda und all die anderen auszeichnet, ist eine unfassbare Herzlichkeit über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Und die Beiden seien jetzt mal absichtlich namentlich genannt. Ebenso wie Sven, der einfach ein toller Laufpartner ist und mit dem ich hoffentlich noch einige gemeinsame Marathons (Marathone? Wie auch immer…) laufen kann.

Der Twitterlauftreff verleiht Flügel

Der Twitterlauftreff verleiht Flügel

Tja liebe Leser, machen wir es kurz: Leider habe ich den Frankfurt Marathon abbrechen müssen. Das ist ärgerlich, weil es mein 10. zu Ende gelaufener Marathon gewesen wäre. Ich habe immer auch noch eine ziemliche hohe Quote an Abbrüchen, aber gut, dass ändert sich langsam. Während mich sonst gerne mal mein Kreislauf verlässt, war dies diesmal so gar nicht das Problem. Ich fühlte mich frisch und gut und konnte meinen Plan „lauf mal mit dem 5:00:00 Ballon so lange es geht“ für 16 Kilometer sehr gut in die Tat umsetzen. Es lief, Beine und Körper fühlten sich gut und auch die Laune war bestens.

Selbst der zwischenzeitliche Regenguss konnte die Laune nicht verschlechtern. Die Zugläufer waren echt zwei sehr nette Leute. Der eine erzählte, dass seine Bestzeit mal 3:09 im Marathon gewesen ist, er aber schon seit Jahren nur noch Zugläufer mache, weil das ihm viel mehr Spaß mache. Die Leute erzählen, seien gut drauf und er habe keine Lust immer auf eine Minute mehr oder weniger zu trainieren. Bester Spruch: „Wenn es euch gut geht, dann geht es mir auch gut“.

Die beiden Zugläufer liefen auch wie ein Uhrwerk und das immer in 7:00 bis 7:10. Also perfekt gleichmäßig auf 5:00:00. So soll es sein. Bei KM 16 ließ ich die beiden dann aber ziehen, denn ich wollte kurz aufs Klo. Auch das ging super, mein Magen randalierte auch nicht doll und so zog ich weiter. Die Ballons nun aus dem Blick verloren und ein bisschen zu langsam für 5:00:00 aber immer noch guter Dinge. Neben mir eine Familie, die zu viert Marathon lief. Einer schneller und Mama, Tochter und Sohn gemeinsam. Ich hatte die drei schon seit Start gesehen und auch gefragt, wo denn der Vierte (Vater?) sei. Als Antwort bekam man nur ein „ach der ist viel schneller“.

Bei KM 19 wusste ich aber nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Tochter zu Mama „Ach ja, ich bin mit XYZ nicht mehr zusammen“ „Seit wann?“ „Seit letzten Samstag“. Dinge die man seiner Mutter nach zwei Stunden gemeinsamen Laufens erzählt. Die Stimmung zwischen Tochter und Mutter war kurz etwas angespannt, aber dann liefen sie weiter.

Nur ich lief leider nicht mehr. Irgendwie eine Windböe und plötzlich machte der Oberschenkel dicht. Und zwar so richtig dicht. Kurze Gehpause, ausschütteln, dann der Versuch weiter zu laufen. Ne, will nicht. Noch eine Gehpause, dehnen, weiterlaufen. Ne, es ging nicht. Ich konnte das rechte Bein nur noch in kleinen Trippelschritten nach vorne bewegen und damit meinen ganzen Bewegungsablauf so verdrehen, dass mir sofort alles weh tat.

Mist! Wenn einem das bei KM 30 passiert, dann schleppt man sich irgendwie noch ins Ziel, aber wenn man die Hälfte noch vor sich hat, dann gibt es diese Möglichkeit nicht. Also den nächsten Streckenposten gefragt, wo denn die nächste S-Bahn sei und wie es in so einem Moment natürlich kommen muss, war diese unendlich entfernt. So blieb nur langsames weitergehen und warten bis einen der Besenwagen aufsammelt. Bei KM 25 fand ich dann einen Besenbus in dem nicht nur ich, sondern viele sehr trainierte Leute Platz gefunden hatten. Viele hatte der Wind und das Wetter geschlagen.

Die Stimmung im Bus war aber schon von Sarkasmus und fröhlichen Sprüchen geprägt. So what? Niederlagen gehören auch dazu. Insgesamt muss man sagen, dass eine Organisation ihre Qualität dann beweisen kann, wenn es um Probleme geht. Und hier war die Orga gut. Alle Helfer mit aufmunternden Worten und mit den richtigen Hinweisen. Okay, der eine wusste nicht ganz genau, wo der Bus steht, aber das ist nun ein Detail, er wusste wo ungefähr der Bus steht. Wärmefolie war auch ausreichend vorhanden.

Ich bin nicht einmal sauer, eine lange und tolle Saison geht leider etwas doof zu Ende, aber Frankfurt mag ich immer noch. Tolle Organisation, tolle Menschen und ein toller Lauf. Den schaffe ich dann nächstes Jahr.

Und ja ab und zumal ist auch aufgeben eine Option. Wenn ich sehe, dass sich aus dem sonntäglichen Oberschenkelproblem ein montägliches Rückenproblem ergab, dann war das die richtige Entscheidung. Ein Besuch beim Arzt erbrachte dann auch eine Verklemmung im Rücken als Diagnose. Ob die nun zuerst da war und sich zuerst im Oberschenkel zeigte oder ob sie Folge eines anderen Problemes im Oberschenkel war? Ich weiß es nicht, das ist wohl Henne und Ei. Fakt ist: Es ist alles auf dem Weg zur Besserung.

Und das ist hoffentlich auch der Fall für den Läufer, der bei Kilometer 5 eine Herzmassage von den Sanis bekam. Oh man, Leute, passt bloss auf euch auf. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Lieber mal im Bus sitzen, als auf dem Fußboden liegen und Herzmassage bekommen.

Vielleicht sollte ich zum Ende der Saison ein Fazit ziehen. Ich habe meine Marathonbestzeit verbessert. Zwar nicht viel, aber auf einer Strecke wie Hamburg ist diese Zeit für mich deutlich mehr wert, als die vorherige Bestzeit in Frankfurt. Ich habe meinen ersten Triathlon geschafft und bin angefixt. Ich habe meine alte Liebe das Radfahren wieder entdeckt und freue mich auf ganz viele Kilometer auf dem Rad. Das liegt natürlich auch daran, dass ich das perfekte Fahrrad für mich im Sommer gefunden habe. Jedes Mal, wenn ich es sehe, will ich mich draufsetzen und 100 Kilometer fahren.

Hinzu kommt noch ein Marathon in Berlin, der einfach riesig Spaß gemacht hat. Das war zwar weg von jeder Bestzeit, aber mir ist der Spaß wichtiger als die Uhr.

Nun kommt eine Pause, die ich mit sehr wenig Training und viel Erholung bestreiten werde. Ziel im Winter ist es die Grundlagen zu legen und mein Schwimmen auf ein neues Level zu heben. Ich bin da guter Hoffnung, dass mir das sehr gut gelingen wird. Und ab Februar steige ich in einen Trainingsplan ein, der theoretisch in einer Mitteldistanz endet. Ob das auch praktisch wird? Wir werden sehen, dazu muss ich definitiv noch mein Schwimmen verbessern. Aber wenn dies klappt und der Test am 01.06.14 positiv ausfällt, dann rocke ich am 15.06. das Kraichgau. Zeit ist wie immer egal, Hauptsache ich komme an.

Bis dahin schwimmt, rennt, radelt sicher, legt euch nicht auf die Nase und habt Spaß!

Es liefen auch…

Schwesterherz hatte Hamburger Wetter

Peters Laufblog wird garantiert noch was schreiben…

Lauffreund.de Nils hat schon geschrieben. Und Lauffreund-Gerd litt richtig.

Mike läuft in Demut eine magische Bestzeit

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Okt 072013
 

Wenn mich jemand gefragt hätte, wieviele Marathone (Marathons?) ich bisher gelaufen  bin bzw. beendet habe, hätte ich glaubhaft und sofort „Acht“ geantwortet. Aber so kann man sich täuschen, da räume ich gerade meine Medaillen auf und zähle bis…

 

NEUN!

 

neungedreht

Von oben links nach unten rechts:

 

Hamburg 2010,  München 2010, Frankfurt 2010, Köln 2011, Frankfurt 2011, Freiburg 2012, Berlin 2012, Hamburg 2013, Berlin 2013

 

Wenn alles gut geht, laufe ich meinen 10. Marathon also in Frankfurt am 27.10.2013. Und das freut mich, ist dieser Marathon doch mein persönlicher Liebling. Hoffen wir also, dass alles rund geht.

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Sep 172013
 

… dann laufen wir halt um den Flughafen rum

 

oder

 

das jährliche Airportrace

 

Liebe Leser, das Airportrace Hamburg wurde zum 30. mal ausgerichtet und spendierte deswegen auch eine sehr hübsche Medaille. Sowieso ist die Medaille eine der Dinge, die das Rennen so liebenswert machen. Immer wohl gesagt, man mag Flugzeuge. Aber für mich ist ein gutes Laufjahr ein Jahr in dem ich Eisenbahn und Flugzeug als Medaille gesammelt habe. 2013 war also ein gutes Laufjahr.

 

Zu früh waren wir auch mal wieder und so konnte meine Wenigkeit und die sielaufende die Startnummern ohne Schlange abholen. Kleiner Witz am Rande, wir beide mit den Nr XXX1 und XXX3. Zwischen uns eine sehr wohl bekannte Läufern. Sachen gibt es.

 

Die Zeit bis zum Rennen war schnell verflogen. Klo ohne Schlange genossen, noch mal zum Auto gepilgert, Merch gekauft. Ich keine Tasse, wie die sielaufende, sondern einen Pulli. Thorsten genervt, mit der Frau ohne Bandaufnahmegerät philosophiert, den Mick geknuddelt und ein Gruppenfoto gemacht.

 

Und gerade als man sich zum Start aufstellen wollte, konnte man auch noch der DrSmirk Rakete alles gute wünschen. Nun aber weg mit dem Pathoschem Namedropping. It’s time to race. So ein 16 Km rennen ist komisch. 10er Pace? Halbmarathonpace? Was setzt man da an? Dazu kommt beim Airportrace, dass es erst mal ein kleines Stück bergab geht und die ersten 4 KM Asphalt sind, was zumindest mich immer zum schnelleren Laufen verleitet.

 

Und dann ist da immer das Mantra, welches man spricht: „Dies ist nur ein Trainingslauf“. Nun denn, mit Thorsten und der Bandaufnahmegerätlosen Frau aufgestellt und während die Dame uns gleich entwischte, lief ich mit Thorsten in gutem Tempo die ersten 2 Kilometer. Irgendwas um die 6:00 stand auf der Uhr und es fühlte sich alles gut an. Ich verschlug mich kurz in die Büsche, der Thorsten entwischte. Schnell wieder den Rhythmus gefunden und spätestens ab Kilometer 5 hatte ich meine geliebte Taktik am Wickel, die ich mache, wenn es mir gut geht. Von Grüppchen zu Grüppchen sich nach vorne hangeln. Immer mal ein paar kurze schnelle Schritte einstreuen und so Leute überholen und dann kurz ein bisschen hinter der nächsten Gruppe rausnehmen und wieder antreten.

 

Der Blick auf die Uhr sagt: 6:12, 6:30, 6:11. Hmm… fühle mich gut, kann gut Druck machen, aber es kommt wieder die Feststellung, die mich das ganze Jahr schon begleitet: Die Kondition ist da, aber das Tempo nicht. Ich könnte in diesem Tempo gut einen Halbmarathon laufen, aber schneller kann ich nicht. Nun gut, dann laufen wir halt dieses Tempo, ist ja auch schon ganz angemessen.

 

Und ich konnte das gut halten. Der Kronstiegtunnel eine kleine Disco, das macht Laune und so ging es auf den Rückweg mit schnellen Schritten. Und gerade als ich mir eine Zeit unter 1:41 ausmalte, geschah dann doch noch ein kleines Missgeschick. Ich verschluckte mich an einem Gel und musste doch deutlich Pause machen um den Husten in den Griff zu bekommen. Und auch bis ich wieder auf Vollgas stellen konnte, dauerte es ein bisschen.

 

Die dann noch fehlenden vier Kilometer konnten aber mit gutem Tempo gelaufen werden und ich sammelte noch einige Leute ein, die sich das Rennen falsch eingeteilt hatten. Diese Läuferspezies gibt es aber nicht nur mit „zu schnell angehen“. Was für Endspurts da einige Leute raushauen, ist einfach unbegreiflich. Habt ihr dann nicht deutlich Zeit verschenkt?

 

1:41:51 war dann das Ergebnis und gefühlt war ich um Minuten schneller als das Jahr zuvor. Und behauptete es so auch in sozialen Netzwerken. Aber so kann man sich täuschen: Ganze 3 Sekunden war ich schneller. Damals nach schnellem Beginn noch komplett eingebrochen, dieses Jahr halt in meinem Tempo und durchgängig. Letzteres gefiel mir besser.

 

Insgesamt ein zufriedenstellender Formtest. Wie ich hier mal eine 1:36:00 geballert bin, werde ich nie begreifen, aber gut. Das Flugzeug ist im Sack. Nächster Halt: Berlin

 

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Sep 022013
 

oder

Hamburg ist flach…

Liebe Leser, der alljährliche Heldenlauf stand an. Einer der schönsten Hamburger Läufe, wenn man denn auf Landschaft, Fluss und hübsche Hüten steht.

Wie immer viel zu früh war ich im Startbereich und auch die Kollegin war wie üblich zu früh. So konnte noch ausgiebig dem Kaffee und Kuchen gefrönt werden und die üblichen 25 Klogänge absolviert werden.

Der Heldenlauf hat eine ganz besondere Gemeinheit. Normalerweise gilt ja, dass man in Hamburg jeden Anstieg auch wieder runter darf, so dass man den Zeitverlust beim Anstieg auch wieder ausgleichen kann. Um dies zu verhindern, haben sich die Macher des Heldenlaufes eine ganz besondere Gemeinheit ausgedacht. Das Ziel liegt nämlich oben in Blankenese, während unten an der Elbe gestartet wird. Wer nebenbei immer noch glaubt, dass Hamburg flach sei, dem sei dieser Lauf mal wärmstens empfohlen.

Gerade als wir am philosophieren waren, ob eigentlich jemand aus der Abteilung am Start sei, trafen wir auch schon den Lars, der als Bergziege eine kürzere Distanz gerannt war. Im Startbereich trafen wir dann noch Thorsten aus der Abteilung, der sich dazu verdingen lassen hat, als Werbung für eine in Läuferkreisen bekannte Duschgelmarke zu laufen. „Bekommt man dafür Geld?“ „Ja!“ „Naja ich dachte, vielleicht wird auch reihum ein Angestellter verpflichtet…“

Der Heldenlauf. Von der Gemeinheit, dass unten gestartet und oben gefinished wird, war bereits die Rede. Aber noch eine kleine und feine Gemeinheit haben die Veranstalter dem Halbmarathon Läufer in den Weg gelegt. Treppen. Und zwar nicht zu knapp. Und natürlich in der 2. Hälfte des Rennens.

Zu Beginn ging es aber flach los und ein schnelles Feld verleitet natürlich dazu das Tempo mitzugehen. Der erste Kilometer unter 6 Minuten und schon muss man beginnen so ein bisschen sich selbst an die Leine zu nehmen. Wenn man hier mitgeht, dann geht man bei den Treppen dreifach ein. Der erfahrene Heldenläufer weiß so etwas und geht ganz in Ruhe Wasser lassen. 6:15 auf dem zweiten Kilometer ist dann schon besser. Und dann kommt er auch schon der erste Anstieg. Noch lächerlich, aber man kann schon mal gucken, wie die Beine so gehen. Ging ganz gut und das Tempo wurde nicht wirklich langsamer. Dann kann man ja auch mal ein bisschen versuchen das Tempo zu halten. Die Kilometer flogen so dahin und nach Kilometer 10 kommt der erste richtige giftige Anstieg. Der Puls bewegt sich das erste Mal in Bereiche, die man sonst vom Intervalltraining her kennt. Und man verliert Zeit. Ob man will oder nicht.

Gut weiter geht es und nachdem man dem Ziel schon sehr nah gekommen war, geht es in Wellen abwärts in Richtung Elbe. Also Gas geben. Einige Leute denken genauso, andere trödeln ein bisschen. Feste Gruppen, mit denen man laufen kann, gibt es nicht. Zu unterschiedlich die Renneinteilung. Man guckt in Richtung Elbe und da ist sie schon. Die Horrortreppe. Man hört sie, bevor man sie sieht, denn wie ein warnendes Nebelhorn hat der Veranstalter oben eine Sambagruppe platziert. Vor der Treppe noch ein kleiner giftiger Anstieg. Man versucht zu laufen, aber spätestens auf der Treppe muss man gehen. Letztes Jahr brauchte ich oben noch eine Pause um wieder zu Luft zu kommen, diesmal kann ich langsam weiter laufen. Oben? Dann kann man doch noch mal nach unten, denkt sich der Veranstalter und kurze Zeit später sieht man die Elbe wieder. Forcieren ist jetzt nicht mehr drin. Irgendwie ins Ziel retten. Und so verliert man gegen die bisher gelaufene Pace.

Und das zweite Mal geht es wieder steil bergan. Diesmal gestückelt in mehreren kleinen Treppen. Der Rhythmus geht kaputt, die Muskeln schreien. Nach der Treppe wieder ins Laufen zu kommen fällt schwer. Lieber nicht mehr auf den Schnitt gucken, es frustriert doch ein bisschen. Lieber kämpfen. Schritt für Schritt. Kurz vor dem Ziel. Noch mal runter von der Straße, noch ein Hügel. Es zerreisst mich. Ich muss komplett rausnehmen. Schade, hier wäre noch Zeit drin gewesen.

Die Kollegin fordert Zielspurt, aber der ist nicht mehr drin. 2:28:15 zeigt die Uhr. Pünktlich vor dem Wolkenbruch komm ich ins Ziel. Die Armen, die noch hinter mir laufen und fett nass werden. Für einen Halbmarathon eigentlich nicht so prall, aber man bedenke die Strecke. Und ein Bergläufer werde ich nicht mehr. Noch erstaunlicher: Auf der dagegen sehr flachen und schnellen Strecke des Hella Halbmarathons war ich vor zwei Monaten noch gut zwei Minuten langsamer. Nehmen wir es doch also als sich steigernde Form. Und bis Frankfurt verbleiben ja noch gut zwei Monate. Nächster Formtest dann beim Airportrace.

Einzig unangenehme Folge des Laufes: Ungefähr jeder Muskel der Beine meinte danach einmal krampfen zu müssen.

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Aug 282013
 

oder

Aktivsportwahnsinn

Vorwort

Liebe Leser, die Fußballseite wird auch bald gefüllt, wir sind dabei. Jetzt erstmal die Aktivsportseite. Leider wird die immer noch alleine von mir beackert, aber ich hoffe ja bald, dass der rennende Blitz auch wieder die Schuhe schnüren kann. So also ein Roundup der Dinge, die waren und die kommen:

Q-Tri

Der zweite Triathlon meiner Karriere fand in Bornhöved statt. Eine kleine dörfliche Veranstaltung inmitten der Schleswig-Holsteinischen Weiten. Wer meint, Norddeutschland sei flach, dem sei diese Veranstaltung empfohlen. Ein äußerst welliger Radkurs, gepaart mit einem welligen Laufkurs warteten bei dieser Veranstaltung auf den geneigten Teilnehmer.

Die Veranstaltung ist dörflich familiär und alleine dadurch sehr zu empfehlen. Von den 3.000 Einwohnern der Gemeinde sind alleine 300 als Helfer am Start. Und der Rest guckt gefühlt zu.

Nach der brühwarmen Binnenalster erwartete einen diesmal ein etwas kälterer See, so dass mein Neo Wettkampfpremiere hatte. Und das Schwimmen war irgendwie gar nicht meines an diesem Tag. Nie hatte ich das Gefühl irgendwie voran zu kommen. Und kurz vor Ende ereilte mich dann auch noch ein fetter Krampf, so dass die letzten Meter sehr langsam waren. Umso erstaunlicher, dass eine Schwimmzeit von 17:19 gemessen wurde und ich angeblich schneller als in Hamburg gewesen sein soll.

Das reichte trotzdem nur für den letzten Platz (und zwar mit gut 2 bis 4 Minuten Rückstand) in meinem Wettkampf und so hatte ich auf den ersten Kilometern der Radstrecke die nette Begleitung eines Motorradfahrers, der ein „Letzter“ Leibchen an hatte. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und so gab es Ketterechts und eine furiose Aufholjagd, der auch zwei Teilnehmer zum Opfer fielen. Ein weiterer war kurz vor mir zu sehen. Mit einer 55 Minuten Radzeit inklusive beider Wechsel bin ich ganz zufrieden, da auch 22 Kilometer zu fahren waren.

Fröhlich auf die Laufstrecke gegangen, aber den einen kurz vor mir (auch noch im Union Trikot) den habe ich einfach nicht bekommen. Ich kam ihm nah, aber ich kam nie wirklich ran. Und kurz vor dem Ziel wurde ich auch noch von einem der beiden anderen überholt. Eine 26er Laufzeit machte es möglich. Da half es auch nicht, dass ich ihm 9 Minuten auf dem Rad eingeschenkt hatte.

Und da war auch wieder jemand mit einem „Letzter“ Leibchen. Was? Wo war denn der andere Freak hin? Später stellte sich heraus, dass er aufgegeben hatte.

So war ich elegant Letzter und dies in einer Zeit von 1:44:44. Die Zeit ist für mich gut, da will ich nicht meckern. Eine längere Radstrecke als in Hamburg und ein welliger Lauf machen halt gut 5 Minuten Unterschied zu Hamburg.

Es bleibt aber dabei: Während laufen und Radfahren absolut geht, ist das Schwimmen die Disziplin, die ich üben muss. Aber der Winter ist lang und kalt. Da sind Schwimmbäder doch eine schöne Umgebung. Ich rede mir das langweilige Kachelzählen nun schön.

Und was nun?

Erstmal wird in Berlin und in Frankfurt der Marathon gerockt. Die ersten langen Läufe sind absolviert und zur Zeit sieht es nach einer wirklich ordentlichen Laufform aus. Ob ich das auch noch nach dem Heldenlauf am Sonntag sage, wird sich zeigen. Eine bessere Formüberprüfung gibt es nicht. Der Lauf fordert ordentlich und haut gut rein. Und wird garantiert ein riesiger Spaß.

Und in Frankfurt fällt dann die 5 Stunden Marke. Ich weiß das genau!

Nächstes Jahr werde ich auf einen Frühjahrsmarathon verzichten. Habe ich mir doch in den Kopf gesetzt auf der Mitteldistanz (1,9 Schwimmen, 90 Rad, 21,1 Laufen) zu starten. Und damit das Ganze nicht zu einfach wird, werde ich das bei der Challenge Kraichgau machen. Mein Bauch sagt: That’s my race und mein Kopf sagt „dann machen wir das halt“.

Herausforderungen sind dazu da diese zu meistern und dies ist natürlich eine starke Herausforderung und ich weiß nicht, ob ich das packe. Alleine das Schwimmen übersteigt meine Fähigkeiten, die ich jetzt habe, stark. Da beißt die Maus keinen Faden ab, da bin ich weit von dem geforderten Leistungsvermögen entfernt. Viel weiter, als ich es z.B. beim Marathon je war. Die Herausforderung ist also das schwimmen in der vorgegebenen Maximalzeit von einer Stunde zu packen.

Alles was danach kommt, ist zwar nicht gerade einfach, aber machbar. Letzte Woche habe ich die Radstrecke mal besichtigt und da wird einiges an Hügeltraining nötig sein, um die zu meistern. Die hat grob 1000 Höhenmeter und damit sie nicht zu einfach wird, hat der Veranstalter an ihr Ende den Schindelberg gesetzt. Man kann hier getrost das L gegen ein R tauschen. Es passt. Zu Beginn rollt man den auch schon mal runter, damit man auch weiß, was man hat. Malerische Landschaft und gut zu rollende Abfahrten lassen mich aber hoffen hier einige Teilnehmer einzusammeln. Nebenbei hat es tierisch Spaß gemacht 106 Kilometer mit dem Rad unterwegs zu sein. Und wenn ich am Ende auf flacher Strecke immer noch 35 km/h treten kann, dann sagt mir das, dass ich mit meiner roten Teufelin diese Herausforderung meistern kann.

Und dann kommt der Lauf. Auch eher wellig angelegt, aber da bin ich in meinem Element und das werde ich schon packen.

Ich werde berichten, es wird allemal lustig und spannend.

PS: Die Kategorie heißt trotzdem weiter „Laufen“. Läuft doch mit dem Sport.

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