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Aug 162017
 

Ach, was willst du machen? Ein wirklich gelebtes Ritual des FCSP ist es, regelmäßig in Runde 1 (bestenfalls Runde 2) des Pokals zu scheitern. Insbesondere gegen Drittligisten. Es ist etwas schwer zu recherchieren, aber der letzte Sieg gegen einen damaligen Drittligisten im Pokal kam wohl 98/99 gegen den SV Meppen. Zu Großvaters Zeiten wurde im Emsland 1-0 gewonnen.

Seitdem? War man entweder selber Drittligist und Pokalschreck oder scheiterte konsequent am drittklassigen Gegner.

So war die Hoffnung in FCSP-Kreisen, auch noch nach diesem Spiel im Lostopf zu sein, eher gering.

Zu allem Überfluss wurde das Spiel auch noch auf Montag 18:30 terminiert und eigentlich hatte jeder vernünftige Mensch nun alle Gründe, das Ergebnis Dienstagmorgen kurz im Videotext zu checken. Aber FCSP-Fan und Vernunft geht irgendwie nicht, sodass sich ca. 2000 Fans unseres Vereines in der heimeligen Paderborn Arena einfinden. Seien wir ehrlich: Mehr Worte über diesen Unfall von einem Fußballstadion zu verlieren, wären rausgeschmissene Zeilen. Nur so viel: Wie man einen solchen Aufgang genehmigt bekommt, der definitiv keine Flucht zulässt, ist und bleibt ein Rätsel.

Generell Paderborn! Schon Heine schrieb, dass die Sonne bei Paderborn ungern aufgehe, und verspottete im Buch der Lieder die hinterweltlerische, ruckständige Mentalität sowie die erzkatholische Heuchelei. Seitdem hat sich in der „langweiligsten Stadt der Welt“ (Bela B.) nicht sonderlich viel geändert, außer vielleicht der Erfindung des ikonischen Paderborner Dosenbieres. Die Kombination der von Heine beschriebenen Mentalität in Verbindung mit dem wohl berühmtesten Paderborner Exportgut kann man während des Spiels auch auf der Gegenseite am Habitus der heimischen Fans begutachten. Kaum ein Klischee der Landjugend-Ultras fehlt.

Was ist dieses Mal nicht Schuld am Nicht-Weiterkommen?

Grundsätzlich das Rotieren. Drei Feldspieler mal rauszunehmen und zu wechseln ist a. keine wirkliche Rotation b. immer mal wieder notwendig. Man kann eine Saison nicht nur mit 14 Spielern bestreiten, von denen 11 immer anfangen. Und man sollte weiteren Teilen des Kaders immer auch mal die Möglichkeit geben, sich im Spiel zu beweisen. Mal ganz davon ab, dass man es garantiert nicht exklusiv an Cenk, Schnecke oder Litka festmachen kann, dass wir ausgeschieden sind.

Auch der Torhüterwechsel nicht. Heerwagen hält, was er halten kann. Und ein, zwei Bälle mehr. Wobei auch ihm ein gefährlicher Abklatscher unterläuft.

Die Fans. Die sind sowieso selten Schuld, aber was der Gästeblock abliefert, ist angesichts Spielverlaufs und der Situation – Pokal gegen einen unterklassigen Gegner – aller Ehren wert. Leider bekommen sich Matze Hain und ein paar Leute nach dem Spiel noch sichtlich verbal in die Haare. Wir wissen weder den Grund noch möchten wir das überbewerten. Lieber ein Verantwortlicher, der nach so einer Frustniederlage mal die Klappen auf hat, als jemand, der sofort emotionslos schon Interviews geben kann.

Der Schiedsrichter hat auch keine Schuld. Das (nebenbei sehr rücksichtslos bis absichtliche) Foul an Sobiech kann definitiv mit Gelb bestraft werden, was vielleicht eine Behandlung auf dem Platz ermöglichen würde, ohne dass Sobiech den Platz verlässt. ABER diese Regel gilt dann, wenn es sich um eine schnell zu beendende Behandlung handelt. Seien wir ehrlich: „Blutet wie Sau“ kann man nicht schnell behandeln. Das der Fußballgott nicht gerecht ist, zeigt sich, dass in der entstehenden Unsicherheit das 2-0 fällt. Das ist nicht fair, belohnt im Endeffekt das Foul, spricht aber unsere Truppe nicht von Fehlern frei. Denn mal ehrlich: Es ist unser Freistoß, aus dem das Tor ensteht.

Das wir am Ende dann mit zehn Spielern mehr Druck entwickeln als vorher, ist dann schon beinah ein Treppenwitz. Klar spielen wir nach dem 2-0 „alles oder nix“ und Paderborn hat teilweise gute Konterchancen, aber endlich baut sich mal so etwas wie Tempo und Druck auf.

Was letztendlich erstaunt: Wir schaffen es die 75 Minuten vorher eigentlich nie, unserem Spiel den Stempel aufzudrücken, aber trotzdem kann es ganz anders stehen. Aziz setzt den Ball vollkommen blank einmal neben das Tor, unser Gegentor ist ein glücklicher Sonntagsschuss. Aber so ist der Fußball noch mal. Und wirklich verdient hätten wir es nicht.

Zurück zum Schiri: Ist das Elfmeter in der letzten Szene? Vielleicht, keine Ahnung, kann man nicht gut sehen aus dem Block. Vom Fernseher aus ein „Kann man geben, muss man aber nicht.“ Hätten wir wahrscheinlich sowieso sonst wohin gebolzt.

Ist das eine taktische Umstellung auf ein 4-1-4-1? Es wirkt aus dem Block so. Dann ist das in so einem Spiel eher nicht zielführend, denn gerade in Halbzeit 1 sieht das teilweise doch sehr nach Hühnerhaufen bei uns aus. Das ist sowieso noch eine akute Schwäche bei uns. Zuviele Ballverluste. Kann man dran arbeiten.

Letztendlich ist das Fazit, dass dies unser Wettbewerb nicht mehr wird, wir unseren Enkeln wenigsten von der 05/06 Saison erzählen werden und wir uns ab jetzt auf die Liga konzentrieren sollten/können/müssen.

Nächste Aufgabe: Darmstadt.

Einige kleine Randbemerkungen

  • Schon vor dem Spiel so voll zu sein, dass man nix mehr mitbekommt und ggf. Sanitäter in Anspruch nehmen muss, ist uncool.
  • Was die Polizei in Paderborn immer erwartet, ist schwer zu verstehen. Erneut sind diverse Polizisten für ein Spiel mit ungefähr keinem Konfliktpotential vor Ort. 10 Prozent davon würden es auch tun.
  • Ordner beim Einlass sehr pingelig, Im Block dann ein Ordner, der sich die ganze Zeit über die Gesänge freut, lächelt und sich noch per Handschlag von den Leuten verabschiedet. Ist mal was anderes.

Es schrieben auch…

… bisher niemand. Aber der Übersteiger war anwesend und könnte noch was schreiben und die Sabine hat auch geknipst, da sollte also auch noch was kommen.

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Jul 022017
 

Es ist nicht immer einfach, in diesen Tagen als Bürger dieser Stadt, als Mensch in diesem Land oder auf der Welt seine Position zu finden, was den G20-Gipfel betrifft. Wir werden an dieser Stelle auch gar nicht versuchen, einen Königsweg aufzuzeigen. Wenn man der Meinung ist, dass die Politik der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrienationen Moppelkotze ist, aber es für wichtig hält, dass man Lösungen im Gespräch erzielt, dann steht man erneut vor dem Dilemma.

Die wirklich wichtigen Themen der Weltbevölkerung (gerechte Verteilung von Wohlstand, Klimaschutz, fairer Handel, freiheitliche Gesetze und Mitbestimmung in jedem Land) werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem Gipfel in Hamburg in keine ernsthaft positive Richtung bewegt werden. Geschweige denn, dass überhaupt etwas Verbindliches bei dem – mit zwei Tagen nicht gerade ausführlichen – Gesabbel herauskommt.

So viel als Vorbemerkung.

Aber die Hände in den Schoß legen wollen wir auch nicht. Und da Unsereiner zwar mit Sichtweite auf die Messehallen wohnt, aber (in weiser Voraussicht? aus Naivität?) von Mittwoch an auf einem Festival das Haar schüttelt und die Gipfeltage hier verpasst, bleibt eigentlich nur der 2. Juli als Tag, um auf die Straße zu gehen. Weder mit der Gefahr, unbeabsichtigt in hitzige Szenen zu geraten, noch Seite an Seite mit sozialdemokratischen Heuchlern, die auf ihrer bürgerlichen Spalter-Demo so tun wollen, als hätten sie mit der schwierigen Lage in der Stadt ach so wenig zu schaffen.

Es wenigstens nicht unversucht lassen

Zugegeben, die regierungsbeteiligten Grünen sind bei der sogenannten G20 Protestwelle auch am Start. Allerdings soll es ja auf dieser Demo tatsächlich um die Inhalte gehen, die man als ganz naiver Mensch gern den Despoten und sonstigen Staats- und Regierungschef diktieren möchte. Wir wollen das wenigstens nicht unversucht lassen, wollen uns sichtbar und hörbar machen und zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung ganz hippiemäßig andere Vorstellungen von den Themen der Zukunft des Planeten hat als die Mächtigsten der Mächtigen.

So finden wir uns gegen späten Vormittag an diesem Sonntag auf dem Rathausmarkt ein. Mit riesigen Erdballons mahnt der BUND gegen Umweltzerstörung und hunderte bunte Fahnen wehen. Campact verteilt weitere und Redner von Old-School-Gewerkschaftern bis hin zur Anti-Trump-Aktivistin aus New York treten auf. Das ist alles sehr gefällig und geht unserer Auffassung nach in eine gute Richtung. Denn bei so komplexen Themen und umstrittenen Ereignissen wie dem G20-Gipfel halten wir es für wichtig, auf breiter Basis zu zeigen, unter welchen Prämissen man die Welt gestalten möchte. Dass Konzepte wie Solidarität, wie Nachhaltigkeit und wie Gerechtigkeit die Grundlage sein müssen. Das wird hier sehr deutlich.

Kurze Erheiterung als Einschub: Bunte Demos ziehen gern auch mal Spinner an, das sollte bekannt sein. Und so verteilt eine Frau im Rentenalter mit gewittrigem Ernst Flyer, auf denen vor Chemtrails gewarnt wird. CHEMTRAILS! Wir dachten, so was gibt’s nur im Internet. Auf ein „Ach du Scheiße“, was uns entfährt, werden wir gefragt, ob wir etwa nicht daran glauben. „Natürlich nicht“, entgegnen wir wenig schlagfertig. „Dann nicht, dafür ist das zu kostbar“, sagt die Dame und entreißt uns den Flyer wieder. Kannste dir nicht ausdenken.

Planet Earth first

Zurück zum Geschehen. Während ein letzter kurzer, aber kräftiger Schauer niedergeht, setzt sich der Zug in Bewegung. Es sind viele Kinder dabei, was man angesichts für die Allgemeinheit und für die Zukunft wichtigen Themen in unseren Augen okay ist. Mit harter Indoktrination hat das wenig zu tun.

Besonders beeindruckend wird es an der Binnenalster, die voller Boote ist. Es tummeln sich jede Menge Kajaks, ein Windsurfer, ein zweistöckiges Floß und zum Schluss ein riesiger aufblasbarer Schwarzer Block. (Für Erläuterungen, ob das jetzt ironisch war, sind wir dankbar.) Da wird mächtig Lärm gemacht und beispielsweise dem Kohleabbau der Kampf angesagt. Umweltthemen dominieren offenkundig noch vor Dingen wie fairem Handel.

Hamburg-G20-Protestwelle-auf-der-Binnenalster

Die Binnenalster mit schwimmendem Protest

Während sich der Zug an Alster und Planten un Blomen vorbeischiebt, bekommt man allerlei Kreatives zu sehen. Besonders gefällt ein grummeliges Trump-Emoji. Die Stimmung im mehr als 10.000 Menschen umfassenden Zug ist leicht und positiv, alle Altersklassen und viele Bevölkerungsschichten scheinen hier vertreten zu sein. Wir sind zufrieden, denn mit einer solchen Aktion richtet sich das Augenmerk hoffentlich wieder etwas mehr auf die weltpolitischen Themen, um die es gehen muss. Natürlich sind die Grundrechtseinschränkungen in unserer Stadt eine Vollkatastrophe und Verbote-Grote gehört zusammen mit seinen Schergen mit dem erhobenen Grundgesetz aus der Stadt gejagt. Es darf aber nicht passieren, dass wir über solche Aufreger die globalen Probleme aus den Augen verlieren. Danke für die G20 Protestwelle, dass genau das wieder in den Fokus rückte.

Hamburg-G20-Protestwelle-Donald-Trump

Totally sad!

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Mai 242017
 

Tief im Westen,
wo die Sonne verstaubt
ist es besser,
viel besser, als man glaubt
Tief im Westen

Bochum also sollt unsere Saison abschließen. Die Stadt mit dem verklärenden Song, der hier eingangs zitiert ist und der zumindest im Stadion immer noch für ein Gänsehäutchen durchgeht. Auch weil sonst ja alle Lieder im Stadt- und Fußballkontext nie irgendwie Pathos, Verklärung und Überhypung beinhalten.

Abschluss heißt auch Sonderzug. Und Sonderzug heißt Motto. Und Motto ist dieses Mal „hässliche Trikots“. Auch ein bisschen in Erinnerung an die Bochumer 90er-Jahre-Hemden. Lustigerweise ehrt Bochum bei diesem Spiel genau die 97er UEFA-Cup-Mannschaft, welche genau diese Trikots damals trug. Ey Fanladen, das habt ihr doch von langer Hand geplant!

Der Zug ist also eine Ansammlung von 90er-Jahre-Trikots, Amateur-Plastiktrikots und anderen Scheußlichkeiten. Auch einige Trikots der lokalen Rivalitäten waren vertreten. Würden wir nun nicht machen, aber wenn jemand Spaß dran hat, dann ist das bei diesem Motto ja wohl absolut vertretbar. Nicht vertretbar ist es, wenn sich dann einige wenige Leute zur Fanpolizei berufen fühlen und Leuten in Lokalrivalentrikots deutlich machen, dass man dieses doch nicht ins Stadion zu tragen habe und man sonst „Stress“ bekomme. Ey, ne Leute, das geht gar nicht. Das ist kein Umgang innerhalb eines Sonderzugs.

Ansonsten ist die Stimmung gelöst und sonnig, die Verpflegung reichlich und die Fahrt schneller zu Ende, als man sich richtig hinsetzen konnte. Wir waren nämlich zu früh (!) in Bochum.

MagischerFC VfL Bochum vs. St. Pauli Mai 2017 Sonderzug

Verpflegung – alles wie immer

Am Bahnhof gibt es keine wirkliche Fantrennung, aber die Polizei besteht darauf, uns „zu unserer eigenen Sicherheit“ als geschlossene Gruppe zum Stadion zu bringen. Oh man, das ist so nervig. Bochum – St. Pauli ist ein Spiel mit ungefähr gar keinem Konfliktpotential. Hinzu kommt unsere relativ knappe Ankunftszeit, so dass nicht zu erwarten ist, dass nun durstige Horden durch das Bermudadreieck rennen würden. Aber trotzdem muss man da ein riesiges Aufgebot auffahren und die ganze Zeit filmen. Es nervt.

Genauso nervt es, wenn der Hausmeister (?) des Hauses, welches neben dem Gästeblock steht da mit einem komplett überhektischen Hund steht, der alle anbellt und er da unsinnig versucht, alle von seinem Privatweg fernzuhalten. Digga, wenn dir das so wichtig ist, dann mach Flatterband drum und rede mit der Einsatzleitung der Polizei. Aber mit einem Hund und als Motzki da eine Horde Fußballfans am durchgehen zu hindern, macht dir keine Freunde.

Freunde machen eher Dudes, die du sonst aus dem Fernsehen kennst. Am Bierstand vor dem Stadion gibt’s noch grau Vokuhilas und Jeansjacken. Pottenschön! Und auch im Fan-Miteinander ist die Stimmung sehr angenehm, was wirr so erleben.

Das Ruhrstadion ist wohl einer der Klassiker der deutschen Fußballkultur und immer noch eines der schönsten deutschen Stadien (wenn man auf Pinneberger Brutalismus steht, harrharr). Schön eng und unschön eng zugleich. Denn wenn der Gästeblock mal wirklich bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt ist, dann ist die Versorgungs- und Entsorgungslage echt grenzwertig. Nun gut, diese Pille muss man wohl schlucken, wenn man auf der anderen Seite ein altes, schönes Stadion haben möchte.

Offiziell etwas über 27.000 Zuschauer sorgen für einen stimmungsvollen Rahmen dieses Spieles um die goldene Ananas, äh die goldenen Fernsehgelder.

Du bist keine Weltstadt
auf deiner Königsallee
finden keine Modenschauen statt
hier, wo das Herz noch zählt
nicht das große Geld
wer wohnt schon in Düsseldorf?

Erstaunlich, wieviele Leute im Gästeblock bei Herberts „Bochum“ komplett textsicher sind. Zeigt auch, dass wir eine Fanszene der alten Säcke sind.

Während des Spieles präsentiert sich der Gästeblock dann äußerst sangfreudig. Unsere Ultras haben sich auf den nominellen Sitzplätzen postiert und treiben die Kurve an, der Rest singt fröhlich heiter und ohne Anspannung mit. Höhepunkt des Supports ist aber trotzdem das freie „I just can’t get enough“ in der Halbzeit und nach dem Spiel. Danke an die Bochumer Stadionregie, dass gerade in der Halbzeit eine Belärmungspause vorhanden war. Auch wenn die garantiert nicht geplant war.

MagischerFC VfL Bochum vs. St. Pauli Mai 2017 Stadion

Hier im Ruhrgebiet / feiern wir den Auswärtssieg

Was auffällt: Während Schalke seine UEFA-Cup-Helden letztes Wochenende mit riesiger Choreo und Jubel begrüßte, wird die Vorstellung der einzelnen Spieler und des Trainers hier in Bochum eher so beiläufig wahrgenommen. Weder viel Beifall, noch irgendein Spruchband, irgendeine Choreo. Keine Ahnung, ob es da Hintergründe gibt, es fiel nur auf.

Zum Spiel: Das frühe 0-1 kennen wir ja schon vom letzten Mal Bochum als Saisonabschluss. Bochum kann sich auch dran erinnern, dann die Hucke voll bekommen zu haben. Und auch heute drehen unsere Jungs das Spiel noch. Schön für Lenny, dass er noch seine Abschiedstore bekam. Lenny, egal wo du hin gehst, alles Gute und komm schnell wieder in alte Form.
Beide Mannschaften haben viele Chancen und hätte Schnecke nicht sein Torwart-Gen ausgepackt, würde Bochum noch den 2-2 Ausgleich schaffen, bevor dann ein Konter das Spiel entscheidet.

Auf der Bank des FC ist nebenbei mit Jakob Münzer ein Spieler, der eigentlich für die B-Jugend spielt. Eingesetzt wird er nicht. Das Interessante ist aber, dass Jakob Münzer als Geburtsdatum den 14.03.2000 angegeben hat. Auf Twitter kam mal als Frage auf, wann denn der erste Spieler aus dem Jahrgang 2000 im Profibereicht auf dem Platz stehen wird. Wenn man den FCSP von Sonntag als Maßstab nimmt, dann wird dies anscheinend nicht mehr lange dauern.

Fühlt ihr euch nach diesem Absatz gerade auch alle uralt?

Nach dem Spiel natürlich Glückseeligkeit und viel Gefeiere von Mannschaft, Lienen, Jansen und dem Umstand, dass wir 3. der Rückrundentabelle geworden sind. Was hätte alles sein können, wenn wir solche zwei Halbserien mal hintereinander spielen könnten?

Ohne weitere Analyse, aber seitdem wir 2011 abgestiegen sind, haben wir folgende Halbserien gespielt:

Saison                                                Hinrunde                                 Rückrunde
11/12                                                        36                                                26
12/13                                                        21                                                22
13/14                                                        28                                                20
14/15                                                        13                                                24
15/16                                                        29                                                24
16/17                                                        11                                                34
 

Was sieht man da? Wir schaffen keine zwei gute Halbserien hintereinander. Nur 12/13 waren wir sowohl in der Hin- als auch in der Rückrunde langweiliges Mittelmaß. Sonst haben wir immer eine gute Diskrepanz zwischen Hin- und Rückrunde. Das hat uns zweimal den Hintern gerettet, aber auch zweimal ein Hoffen auf mehr verhindert.

Es ist zwar eine alte Position in FCSP-Fankreisen, dass man ja gar nicht aufsteigen wolle. Aber wie jemand im Sonderzug sagt, so langsam wird die 2. Liga echt langweilig. Und zum Synonym der 2. Bundesliga und damit des nichtssagenden Mittelmaßes wollen wir irgendwie nicht werden. Nebenbei: In der ewigen Tabelle der zweiten Bundesliga fehlen uns noch 48 Punkte auf Platz 3 (zur Zeit Fortuna Köln). Aus den ersten 10 dieser Tabelle spielen nur Fürth und wir nächste Saison zweite Liga.

Ach ja: Glückwunsch an die grün-weißen Franken, die nach 63 Jahren (!) mal wieder vor ihrem lokalen Rivalen in einer Tabelle stehen. Wir mögen gar nicht nachgucken, wie lange es her ist, dass wir mal vor den Relegationsverweigerern aus dem Volkspark standen. Wenn ihr uns fragt, wäre es doch mal ein Ziel diesen Umstand zu ändern. Egal wie.

Zurück zum Zug, wo kräftig gefeiert wird. Die alkoholischen Getränke sind 90 Minuten vor Hamburg ausverkauft und am nächsten Morgen tauschen viele Menschen verkaterte, aber glückliche Nachrichten aus.

Damit ist auch die Saison 2016/2017 in den Büchern. Vielleicht schreiben wir noch einen tieferen Saisonrückblick. Vielleicht auch nicht. Vielleicht schreiben wir was zu Neuzugängen und Abgängen. Vielleicht auch nicht. Allemal werden wir beim G20 präsent sein.

Wir wünschen euch auf jeden Fall schöne Sommerferien. Meldet euch mal.

Abschließend vielleicht noch was zu unserer Trainerkonstruktion

Die Realität hat diesen Absatz überholt. Lesen Sie dazu unter diesem Link weiter.

 

Wir haben mit Olaf Janßen garantiert einen Co-Trainer, der vom fußballerischen Wissen Cheftrainerqualitäten hat. Und wir haben mit Ewald garantiert einen Trainer, der ganz vielleicht, ganz spekulativ seine Stärken nicht in der taktischen Analyse und dem modernen Fußballkonzept hat.

Jedoch: Man muss sich moderne Trainerstäbe immer zuerst als Team vorstellen. Wer da am Ende nichtssagende Pressekonferenzen gibt und den Titel „Chef“ vor sich her trägt, ist eher egal. Das sind keine Einmannshows, auch wenn man das in Deutschland immer noch glaubt. Wichtig wäre bei diesem Menschen, dass er a. gut in der Öffentlichkeit ankommt und b. vielleicht ein organisatorisches Geschick im Sinne von „Überblick behalten und delegieren können“ hat. Diese Beschreibung könnte ganz vielleicht auf Lienen zutreffen. Vielleicht sollte er bei Spielern auch noch eine Respektsperson sein? Könnte vielleicht auch klappen.

Und es ist wichtig, dass die Chemie zwischen allen handelnden Personen (und das sind bei uns mindestens fünf im Trainerstab) stimmt. Chef muss sich auf Co 1 wie auf Co 2 verlassen können, diese wiederrum auf den Torwarttrainer und alle auf den Athletiktrainer.

Daher: Wenn dies gegeben ist und alle ein bisschen ihr Ego hinten anstellen, warum soll man dann nicht so weiter machen?

Fehlt nur noch der dazu passende Sportdirektor. Nadel im Hauhaufen gesucht.

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Mrz 202017
 

FCSP – Hannover 96

„Irgendwas muss man ja schreiben“

Seien wir ehrlich, dieses Spiel, das ist Fußball zum Abgewöhnen. Und noch schlimmer wird es, wenn man – wie 1/3 unserer Redaktion – nicht in Hamburg ist und den ganzen Blödsinn bei Sky sehen muss. Dass das sportliche Niveau in der zweiten deutschen Liga so gering ist, dass man oftmals nicht weiß, welche Sportart da eigentlich betrieben wird und das Werben mit Begriffen wie „Fußball“ fast schon als bewußte Täuschung der KundInnen angesehen werden kann, daran haben wir uns gewöhnt. Aber die Präsentation dessen bei Sky war mir – ich schreibe hier als besagtes Drittel – als nicht gerade begeisteter Fußball-Fernsehzuschauer gar nicht bekannt. Die Darstellung der Begegnung war mindestens so gelangweilt und uninspiriert wie der Kommentator. Hilfe, ganz ernsthaft. Dabei kann Sportfernsehen so gut sein. Man sollte halt nicht in Deutschland gucken. Und vor allem keine zweite Liga.

Das wird hier jetzt ein Dialog. (Gibt es eigentlich auch Trialoge?) Ich stand im Stadion, kann aber dem Sky-Gucker von meinen Sky-Erfahrungen nur zustimmen. Ich werde nie verstehen, warum man zwei Zweitligaspiele auf den Samstag legt, nur um diese dann – selbst in der Konferenz – mehr genervt und gelangweilt herunter zu senden. Ich habe noch nicht gehört, dass jemand sagt: „Oh die zwei Zweitligaspiele am Samstag, die haben mich überzeugt, Sky zu abbonnieren.“ Gleiches gilt auch für die beiden Bundesligaspiele am Sonntag. Ja, die sind auch Europa-gemacht, aber die noch voneinander freizustellen, um dann zweimal Bundesligahausmannskost zu senden, das lockt doch niemanden zusätzlich hinter dem Ofen her. Da wäre eine gut gemachte Zweierkonferenz doch schon mehr wert, oder? Man darf nie vergessen: Für die Vereinsjunkies gibt es ja sowieso die Einzeloption.

Aber letzlich passt zu diesem provinziellen, farblosen Charakter der Spielberichterstattung Hannover als Gast natürlich ganz hervorragend. Einer der wenigen Vorteile des TV-Erlebnisses ist es ja, einen hervorragenden Blick auf den Gästeblock zu haben und tja … was für Klischees und Gestalten dort.

Magischer FC St. Pauli vs. Hannover 96 Maerz 2017

Konfetti-Inferno

Puh, im Stadion bekommt man wenig vom Gästeanhang mit, wobei ich immer nicht weiß, ob das ein akustisches Problem ist oder ob da wirklich nicht viel passiert. Zu Spielende dreht der Gästeblock gerade frei, ohne dafür wirklich einen Grund zu haben, aber den brauchen Fußballfans ja auch nicht immer.

Für mehr zu dem Auftritt des Gastanhangs verweisen wir gerne auch auf die kundigen Analysten bei Ultras.ws. (Achtung, Witz!) Wobei wir in diesem Zusammenhang nicht verheimlichen wollen, dass es nach dem Spiel noch U-Bahn Feldstraße richtig am Krachen war. Beobachter sprachen von Volksparksorks, die sich unter die Leinenjünger gemischt hatten und nun meinten, da einen auf Krawall zu machen. Dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen.

Stimmung!

Zumindest durchweg lauter als Hannover. Tolles Intro auf der Süd mit den älteren Doppelhaltern. Immer wieder sehr cool, wenn die Keller nach alten Stücken durchsucht werden.

Die sportliche Einordnung hängt sehr davon ab, wie man die Stärke von Hannover bewertet. Auf der einen Seite sind diese Tabellenvierter, auf der anderen Seite in einer solchen Krise, dass sie selbst gegen Karlsruhe verlieren.

Und seien wir ehrlich: Die erste Halbzeit verschlafen wir komplett. In dem Lauf, den wir hatten, war unsere Stärke eine gute aggressive Spielweise bei den sogenannten zweiten Bällen. Das fehlt völlig. Und so hat Hannover viel Platz, viel Ballbesitz und kann wenig damit anfangen. Und was uns weiterhin auszeichnete war, dass wir Chancen eiskalt nutzten. Klar, da muss es auch mal wieder einen Rückschritt geben, weil sich so etwas immer ausgleicht. Und der passiert halt heute. Denn selbst in der ersten Halbzeit sind einige ansehnliche Dinger dabei.

In der zweiten Halbzeit folgt dann eine Sturm- und Drang-Phase unserer Jungs, das sieht fein aus und da kann sich Hannover bedanken, dass das entscheidende Tor nicht fällt. Denn das an diesem Tag mehrere Tore fallen, davon ging wahrscheinlich kein Beobachter aus.

Leider merkt man dann unseren Jungs die Intensität der letzten Wochen an und die Floskel „stehend K.O.“ macht in den letzten 20 Minuten die Runde. Hier können wir uns wiederum bedanken, dass Hannover kein Tor macht. Harnik steht wohl viel zu frei, um den zu machen. Ob es vor dem einem Ball im Netz nun Foul ist oder nicht, das können wir aus der Stadionperspektive nicht beurteilen.

Schade, dass Schnecke dann den letzten Ball nicht formvollendet an Tschauner vorbei bekommt. Das wäre natürlich so ein Herzensmoment gewesen.

Nun denn, letztendlich ist ein Unentschieden wohl gerecht und für beide Mannschaften verdammt wenig. Ja, so ein Punkt ist dann scheiße, wenn fast alle anderen Konkurrenten gewinnen. Klar, nüchtern sieht das wahrscheinlich ganz anders aus, aber ein Punkt aus zwei Heimspielen ist erstmal nicht so dufte. Auf der positiven Seite sei aber gesagt, dass wir mit den ersten Fünf der Tabelle in der Rückrunde durch sind. Und diese sind anscheinend ja doch eine andere Qualität als das sehr lange Mittelfeld der zweiten Liga. Und zwei Siege, zwei Niederlagen, ein Unentschieden gegen diese Fünf ist ja auch vollkommen in Ordnung.

Man kann es aber drehen und wenden, wie man will: Nun halt Endspiel in Aue. Dazu folgender Dialog: A: „Einfach – hahahahaha – in Aue gewinnen.“ B: „Stichworte: Thy und Pimmelpropeller.“ Machen wir so.

Ein paar Dinge noch, weil sie in der Diskussion waren:

  • In sozialen Netzwerken wurde gefragt, warum Tschauner so abgefeiert wurde. Nun ist es garantiert kein „Abfeiern“, wenn sein Name ein bisschen verarschend als jeder Nachname der Gästeaufstellung gerufen wird. Und warum soll man einem Spieler, der nun auch lange genug für den FCSP gespielt hat, nicht ein bisschen Liebe entgegen bringen?
  • Hornschuh: Bisschen verwundert war man über das komplette Fehlen von Hornschuh. Kein Grund vor dem Spiel, nach dem Spiel hieß es dann „angeschlagen“. Hoffen wir mal, dass dies auch der Grund ist und da nicht irgendwas anderes vorliegt.
  • Terminierungen: Irgendwie fehlt einem die Kraft sich darüber aufzuregen. Dienstagsheimspiel um 17:30, vier Auswärtsspiele hintereinander am Freitag 18:30. Immerhin damit sieben Auswärtsspiele – wenn wir uns den nicht verzählt haben – von 17 an einem Wochentag. Was bei einer Verteilung von 4/9 Spielen an Wochentagen keine so schlechte Quote ist. Schön ist es trotzdem alles nicht.
  • Die Entlassung von Daniel Stendel. Fußball ist ein unmenschliches Geschäft. Aber einen Trainer zu entlassen, wenn man drei Punkte hinter dem Saisonziel steht und die letzten beiden Spiele 4 Punkte gebracht haben, das ist schon eklig. Und den dann noch wieder Scheibchen für Scheibchen zu demontieren. Man fragt sich schon, was die denn gemacht hätten, hätten sie am Samstag gewonnen? Dann wäre man punktgleich mit dem Saisonziel sein … ganz ehrlich: Nun sollen sie gerne Platz 5 holen. Trotz der ganzen Ex-FCSPler.

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Mrz 132017
 

FCSP – FCUB

Werte Leser*innen (heute mal mit Gender*, weil warum nicht?), aus einem kaputtem Laptop und einem drogenreichen Wochenende resultiert ein leicht verspäteter Bericht. Dafür ist die Qualität auch schlechter als sonst und eigentlich werden nur virtuelle Schellen im Form von Text verteilt. Aber eigentlich ist ja ohnehin alles Text. Shoutout an Derrida (intelligenter wird es nicht mehr).

Eine Zahl geht um in Europa

5000. Das ist der aktuelle Kurs, den die Willkürjustiz des DFBs für Strafen aller Art gerade ansetzt. Und dabei ist es auch egal, um was sich eigentlich handelt. Vermeintlich diffamierende Spruchbänder auf der Südkurve gegen Dresdner Nazi-Großeltern, Beleidigungen gegen RB Leipzig und so weiter. Daher lag der Gedanke wohl nahe, dass die ansehnliche Intro-Pyroshow auf der Süd einen ähnlichen Betrag kosten wird. Und quasi reflexartig starten in den sozialen Netzwerken die Diskussionen über Pyrotechnik im Stadion und 5000-Euro-Strafen. Da die Argumente eigentlich ausgetauscht und benannte Debatten unserer Auffassung nach im Wesentlichen Scheindebatten sind und im Grunde über die Berechtigung von Ultrà gesprochen wird, sehen wir uns auch nicht dazu gezwungen, großartige Verteidigungsreden zu schwingen oder lange Solidaritatsbekundungen in den Süden zu schicken. Wir wünschen uns eher, dass es endlich mal ein Ende hat, sich gegenüber den Vertreter*innen der angepassten Langeweile rechtfertigen zu müssen. Geht doch nach Paderborn oder lest die 11 Freunde. Ernsthaft. Dieses obrigkeitshörige „Es ist aber verboten und kostet 5000 Euro, von dem Geld hätte ich lieber ’nem Ersatzspieler die Auflaufprämie bezahlt bla bla …“ nervt unendlich.

Pyrotechnik und die 5000 Euro sind euch doch scheißegal. Es geht euch darum, dass ihr die Ultras blöd findet und ihr braucht einen Grund um sie zu dissen. Dabei ist es grundsätzlich ja erstmal in Ordnung, mit Ultrà nichts anfangen zu können, aber dann eignet euch in eurer Kritik doch nicht den Wertekanon der Organisation an, die die Werte des FCSP bekämpft, wo sie kann, während ein ganzes Blog (ultrapeinlich.tumblr.com) voll mit dokumentiertem widerlichem, menschenverachtendem Scheiß existiert, der offenbar für unrelevant gehalten wird oder der eben zum Fußball dazugehöre. Nein, Leute, kein Frieden mit dem DFB am Millerntor! Erinnert euch, was sie das letzte Mal taten, als deren Team bei uns trainierte.

Sportlich und Gedöns

Das Narrativ der Medien war doch so schön. St. Pauli verkackt die Hinrunde total, trotzdem haben sich alle ganz doll lieb und #allezusammen kommen in der Rückrunde zurück und zeigen allen, dass es nicht immer die beste Option ist, seinen Trainer direkt zu feuern. Tja, da ist sicherlich auch was dran. Aber motivierend ist es nicht, sich auf diese Art und Weise zwei unnötige Gegentore zu fangen und einen Gegner, der nicht überzeugend spielt, trotzdem so dominieren zu lassen. Egal, gucken wir nach vorne und hauen eben Hannover und Nürnberg weg. Einfacher als Union am Freitag werden die es uns zwar auch nicht machen, aber spielerisch ist da immer noch viel Luft nach oben. Den Rest des Spiels könnt ihr euch bei Youtube ansehen, wir wollen diesen Trümmerkick nicht nochmal über uns ergehen lassen müssen. Unglaublich, dass Leute sich solche Spiele ansehen können, die keine emotionale Bindung zu einem der Vereine haben.

MagischerFC St. Pauli vs. Union Berlin Maerz 2017

Hurra, hurra, die Hütte brennt!

Stimmung … ja. Durchschnittlich? Gästekurve: Überdurchschnittlich laut, aber ansonsten auch nicht wirklich spannend. Und liebe Hammer Hearts mit der „Berlin hasst euch!“-Zaunfahne, wir dachten, ihr kommt aus Köpenick? Das hat mit Berlin ungefähr so viel zu tun wie Curslack mit Hamburg. Und die Leute von dort gehen am Wochenende auch nicht zum Fußball oder auf den Kiez und erzählen dir dann was von Hamburg City … oh wait.

Ja, ein Diss gegen uns in einen Diss gegen den HSV umzuwandeln ist jetzt nicht wahnsinnig kreativ, aber die Zaunfahne ist echt auch kein Highlight. Kleine Randbemerkung: Sehr schön zu sehen und auf jeden Fall auch sehr wichtig sind die zahlreichen Spruchbänder gegen den neuen Thor-Steinar-Laden in Barmbek. Den kriegen wir auch wieder weg! Achtet auf Ankündigungen und engagiert euch!

Was Positives zum Schluss

Was macht man also nach einem so frustrierenden Spieltag? 2/3 der Redaktion verständigten sich mit ihrem Anhang darauf, in den hinreichend bekannten Kneipen um den Paulinenplatz ein paar Mexikaner zu trinken. Das ist neulich politischer Aktivismus, denn ein Teil der Einnahmen werden den Protesten gegen G20 gespendet. Wie ihr sicherlich alle wisst, hat Hamburg im Juli die zweifelhafte Ehre das Gruselkabinett aus Putin, Erdogan, Trump und weiteren Persönlichkeiten (in Europa wird ja auch noch gewählt!) begrüßen zu dürfen. Dagegen wird es wahrscheinlich die größten Proteste in Hamburg seit jeher geben. Das zu organisieren ist zeit- und kostenaufwändig und wir sind sicher, dass dort jeder Cent gebraucht wird. Also schnappt euch doch eure Hoschis und geht in eine der zahlreichen Kneipen und genehmigt euch eine Runde oder zwei. Es war selten so leicht, aktiv Politik zu betreiben. Und auch ihr Auswärtigen könnt euch nicht rausreden, fast jede deutsche Großstadt bietet eine Bar mit diesem Angebot. Und ja, natürlich ist Schnaps gegen G20 ziemlich verkürzte Kritik, aber auch in jedem Dorf-AZ gibt es einen Soli-Tresen und das letzlich nicht ohne Grund, sondern weil man die Leute da abholen muss, wo sie sind. Und Hamburgs Kneipen sind da wahrscheinlich ein guter Anfang. Ökonomisch.

In diesem Sinne Prost und eine gute Woche euch allen.

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Mrz 012017
 

oder

WAHAHAHAHAHAHAHAHAWIEGEIL!!!

Also, ihr lieben Sankt Paulianer … wir haben schon miesere Fußballspiele gesehen. Kann man so sagen. Mit einem knappen 5:0 „filetieren“ (Kicker) die Braunweißen den KSC und die Mehrheit im Stadion reibt sich an diesem Abend verwundert die Augen. Wer sind Sie und was haben Sie mit dem FCSP gemacht? Allerdings wollen wir ja mal nicht durchdrehen hier, ne? Da bleiben noch ’ne ganze Menge Chancen auf der Müllhalde liegen! Und nach hinten waren wir auch mal sicherer, mehr als ein mal muss sich Heerwagen lang machen. Da ist also noch Verbesserungspotenzial!!!111einseinsdrölf

– kurze Stille –

WIR! RASTEN! AUS!

Nee nee nee, das hat an diesem Abend mit einem gewöhnlichen Sankt-Pauli-Spiel der Saison so viel zu tun wie die KSC-Hymne mit Black Metal. Ein Kick aus einer Parallelwelt – hat vielleicht jemand irgendwo gesehen, wie sich ein Portal geöffnet hat und außerirdische Wesen in braunweißen Trikots herausspazierten? Normal is das nich, Freunde des Montagsspiels!

Ungewöhnliches zeichnet sich schon etwas früher ab. Wir können uns nicht erinnern, wann wir uns am Einlass mal so lange die Beine in den Bauch gestanden haben. Eine runde halbe Stunde warten wir auf das Erklimmen der heiligen Stufen, was aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit nur noch bedingt klappt. Supportblock kannste knicken, wenn du ’ne halbe Stunde vor Anpfiff auf die Gegengerade kommst. Wussten wir selbst. (Kurze Ergänzung von einem anderen Eingang: Wenn die Ordner aber auch einen filzen, als ob man zum Präsidenten will, dann dauert das. Das erste Mal am Millerntor am Rücken (!!) abgetastet worden.)

Also ausnahmsweise in Block E, wo sich Menschen darüber austauschen, dass sie am Vortag Labskaus zubereitet und vom Rote-Bete-Schneiden ganz rote Finger bekommen hätten. Hier hörste auch mal den Gästeblock und siehst die bemerkenswert zahlreich erschienenen Karlsruher mehr oder weniger aus der Nähe. Das wird sich später noch lohnen.

Die erste Hälfte

Eigentlich habt ihr alle das Spiel gesehen oder wollt zumindest von uns keine detaillierte Nacherzählung des Geschehens, wissen wir. Kriegt ihr deshalb auch nicht. Nur so viel: Bis zum Ende der ersten Halbzeit überwiegt der Berufspessimismus bei uns wir rechnen noch fest mit ’nem Gegentor. Der KSC kommt nämlich trotz unfassbarem Unvermögens durchaus mal in gefährliche Positionen und kriegt den Ball mehr als einmal in Richtung FCSP-Tor. Das frühe Führungstor (ein Treppenwitz, dass Şahin bis zum Schluss nicht abspielen will und dennoch nicht selbst zum Torschützen wird) gibt irgendwie keinerlei Sicherheit. Zu gut glauben wir unsere Pappenheimer zu kennen.

… und dann bricht die Hölle los

Was sich in Halbzeit zwei abspielt, ist nicht so ganz leicht, in Worte zu fassen. Wir versuchen es mal so: Die Karlsruher haben so viel Scheiße am Schuh, wie eine Elefantenherde in einer Woche produziert. Und das schaffen sogar unsere Herren relativ eiskalt auszunutzen. Da übersehen wir mal höflich den Lattenkreuztreffer, denn es reicht immerhin zu fünf Buden. Einen guten Tag erwischt haben neben Şahin (trotz seiner Eigensinnigkeit) vor allem Atze (wir sagen nach dem 4:0 noch, ohne Hattrick lassen wir den nicht in den Feierabend), Møller Dæhli (flinker Typ, gefällt immer besser), Dudziak (einige großartige Pässe) und Heerwagen (der bärenstark die Null hinten hält).

Die KSC-Spieler tun uns fast leid. Zwar macht das FCSP-Spiel derartig siegesbesoffen, dass mancher im Kreis grinsen könnte. Doch als die Karlsruher nach dem Abpfiff wie geprügelte Hunde zum Gästeblock trotten, kriegen sie von dort noch einen auf den Deckel. Sichtbares Gepöbel in Richtung Spieler und mehrere fliegende Becher. Die Banner hängen schon seit mitte der zweiten Hälfte nicht mehr.

Von Fans und Konsumenten

An solchen Situationen merkt man immer wieder, wie sich das Verhältnis zwischen (weiten Teilen) der FCSP-Fanszene zu ihrer Mannschaft von dem unterscheiden, wie Anhänger anderer Clubs die Spieler wahrnehmen. Bei uns kämen wohl die wenigsten auf die Idee, sich als Arbeit- und Geldgeber der Profis zu verstehen. Die Haltung „Wir zahlen hier den Eintritt, also damit auch die Gehälter der Spieler, also erwarten wir von denen eine angemessene Leistung, um uns zu unterhalten“ nimmt unserer Einschätzung nach zum Glück kaum jemand im braunweißen Kosmos ein. #allezusammen, das (vom Verein erfundene?) Hashtag trifft unsere Position viel eher.

Das Millerntor reagiert auf den Zwist zwischen Karlsruher Fans und Spielern ganz bemerkenswert: mit „KSC“-Sprechchören und einem zweifellos unironischen „You’ll never walk alone“ für die Verlierer. Wir hoffen, dass das so auch bei der Gästemannschaft angekommen ist und nicht als Verhöhnung missgedeutet wurde. Ohne falsches Mitleid an den Tag legen zu wollen – wir kennen das ja auch in dieser Saison nur zu Genüge, wie das ist mit der Scheiße am Schuh – als Spieler brauchst du in so einer Lage jede Unterstützung.

MagischerFC-St.-Pauli-vs.-Karlsruher-SC-Februar-201

Einfach mal glücklich sein

Damit haben wir uns nun aber hoffentlich genug an dem Gegner des Abends abgearbeitet. Nachdem der Dienstag im Zeichen des debilen Dauergrinsens stand, bleiben von diesem furiosen Spiel drei Punkte und fünf Tore, die allesamt verdammt wichtig sind und noch sein werden. Mehr kauft sich davon allerdings keiner, es muss weiter gepunktet werden! Zehn von 12 möglichen Punkten aus den letzten vier Spielen, das ist eine großartige Ausbeute. Ein Spiel wie dieses gibt weiter Selbstvertrauen. Wenn es nicht aus dieser Phase heraus klappt mit dem Klassenerhalt, wie dann?

In der Winterpause hat sich ganz offensichtlich eine Blockade in unserem Team gelöst und das Trainergespann löst das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde, voll ein. Nehmen wir diesen Aufwind mit! Es gibt noch zahlreiche Punkte zu holen, von denen wir auch noch immer ganz viele holen müssen. Um mal ein bisschen Wasser in den Wein zu schenken.

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Feb 152017
 

„Beim jüngsten britischen Raid über Hitlerland hat das alte Lübeck zu leiden gehabt. Das geht mich an, es ist meine Vaterstadt. Die Angriffe galten dem Hafen, den kriegsindustriellen Anlagen, aber es hat Brände gegeben in der Stadt, und lieb ist es mir nicht, zu denken, daß die Marienkirche, das herrliche Renaissance-Rathaus oder das Haus der Schiffer-Gesellschaft sollten Schaden gelitten haben. Aber ich denke an Coventry – und habe nichts einzuwenden gegen die Lehre, daß alles bezahlt werden muß. Es wird mehr Lübecker geben, mehr Hamburger, Kölner und Düsseldorfer, die dagegen auch nichts einzuwenden haben und, wenn sie das Dröhnen der RAF über ihren Köpfen hören, ihr guten Erfolg wünschen.“
– Thomas Mann am 2. April 1942 in einer Radioansprache (BBC) an die „Deutschen Hörer“

Dass am vergangenen Sonntag USP gegen Dynamo Dresden zwei Tapeten mit der Aufschrift „Schon eure Groszeltern brannten für Dresden – gegen den doitschen Opfermythos!“ gezeigt hat, dürfte gemeinhin bekannt sein. Auch die Reaktionen seitens der Vereine, des DFB und sonstiger Stimmungsmacher à la Bild und Co. sollen im Einzelnen hier nicht mehr zusammengefasst werden. Es geht mir eher darum, die Debatte um meine persönliche Deutung zu bereichern, die sich mehr aus einer historischen Perspektive speist.

Dabei meine ich nicht, die gesamte Forschung zu den Luftangriffen auf Dresden vom 13. bis zum 15. Februar aufzulisten, sondern die Erinnerung an besagte Angriffe als kollektiven Erinnerungsort aufzugreifen und anhand dessen zu erklären, wie diese Aussage funktioniert und warum sie meines Erachtens nicht unangebracht und schon gar nicht menschenverachtend ist, wie der Verein Dynamo Dresden vorschnell formulierte.

Dass die Bombardierung Dresdens ein Kriegsverbrechen sei, in seinen Ausmaßen so verherrend, dass man es von rechter Seite gerne man „allierter Bombenholocaust“ nennt, ist ein historischer Mythos, der sich insbesondere in Sachsen selbst hartnäckig hält und sich durch historische Forschung per se leicht widerlegen ließe. Ja, die Angriffe waren verheerend für die damals sicherlich durchaus ansehnliche Stadt und ja, das Bombardement forderte auch zivile Opfer.

Zivile Opfer sind mit Sicherheit kein herausragendes Indiz auf einen gesellschaftlichen Idealzustand, aber – und das sollte nie vergessen werden – befindet sich Deutschland im Februar 1945 im Krieg und hält verbittert gegen die Allierten an. In diesem Krieg werden auch andere deutsche Städte beschädigt, teilweise in noch schlimmeren Ausmaßen als in Dresden; als Beispiele seien hier nur kurz Köln oder Berlin genannt. Auch Lübeck erleidet massive Schäden und diverse hoch- und spätmittelalterliche Kunstwerke von unschätzbaren Wert gehen für immer verloren, wie es auch Thomas Mann in der oben angeführten Radioansprache bemerkt. Und auch ihm wird klar gewesen sein, dass die Angriffe der RAF zivile Opfer forderte.

Wie kommt es also, dass Thomas Mann (dem man übrigens wirklich nicht vorwerfen kann, dass er ein anti-deutscher Post-Autonomer sei, als die sich Teile von USP ja durchaus verstehen werden) 1942 die Bombardierung seiner Heimatstadt gutheißen kann, während Dresden sich damit noch im Jahre 2017 schwertut? Was unterscheidet das Gedenken in Dresden von dem im Berlin, Köln oder Lübeck?

Während „im Westen“ die deutsche Gesellschaft sukzessive durch die Herausforderungen der 68er und verschiedener antifaschistischer Akteure und Gruppen zur Selbstreflexion angeregt und dies in Teilen aufgenommen und verarbeitet wurde, sieht die Erinnerungskultur der DDR an den Februar 1945 deutlich anders aus. Dresden, nun ohnehin an den Rand sowohl des späteren Gesamtdeutschlands als auch der DDR gedrängt und fortan gerne auch als „Tal der Ahunngslosen“ bezeichnet, bekommt nun die pseudo-sozialistische Deutung ganz im veränderten Weltbild des Kalten Krieges aufgedrückt, die sich von der nationalsozialistischen Interpretation der Attacken kaum unterscheidet. Die Motive der Westallierten sind in der DDR-Propaganda wesensverwandt mit dem Nationalsozialismus (Hier liegt übrigens bereits die Wurzel des rechten Neologismus „Bombenholocaust“.), der Angriff zielte primär auf die reine Zerstörung ab und sei durch niedere, barbarische Eigenschaften des neuen Klassenfeindes zu erklären, der nun alles, aber garantiert kein Befreier mehr war. Das autoritäre Gesellschaftssystem ließ keine weiteren Deutungsoptionen zu und so trat eine Pluralisierung der Narrative erst stark verspätet nach 1990 und der Eingliederung der DDR in die BRD ein.

Doch auch unter den veränderten politischen und sozialen Verhältnissen halten sich die Narrative des unschuldigen Dresdens und den „moralisch verwerflichen“ allierten Bombern bis heute. Sicherlich wird es Sachsen in dieser Hinsicht nicht gut getan haben, seit 1990 durchgehend von einem der rechtesten deutschen CDU-Landesverbände regiert zu werden. Wie diese neue Gedenkkultur aussieht hat, Jennifer Stange 2013 in der Jungle World eindrucksvoll beschrieben:

„Man nennt es dort oral history, wenn an unterschiedlichen Orten wieder die Märchen von alliierten Tieffliegern auf »Menschenjagd« über den Elbwiesen verbreitet werden, wenn vom angeblich »systematischen Beschuss« der Dresdner Bevölkerung und vom vermeintlichen Einsatz von Phosphorbomben berichtet wird. Das sind neben Schummeleien bei den Opferzahlen die Kernelemente des Dresdner Opfermythos, für deren Existenz selbst eine von der Stadt handverlesene Historikerkommission keinerlei Belege finden konnte. Das macht aber nichts, denn die »Erinnerungen an das Inferno vor 68 Jahren« bleiben, eingebettet in das Gerede von Versöhnung, Wiedergutmachung, Toleranz, Frieden, Demokratie und der Ächtung von Gewalt. Damit ist der Stadt etwas gelungen, das Tausende pöbelnde Nazis nicht erreichen konnten: Die Verdrängung der Schuldfrage und die schrittweise Enteignung der Opfer des Nationalsozialismus, deren Leid mit den Schreckensgeschichten über das Leid der Deutschen verglichen beziehungsweise gleichgestellt wird.“

Und auch nun im Jahre 2017 – dem Jahr der USP-Tapete – gedenken die sächsichen Landesverbände der CDU und SPD der Bombardierung auf Veranstaltungen, auf denen auch NPD-Mitglieder und Holocaustleugner gesehen wurden. Diese sächische hegemionale Gedächtniskultur treibt selbstverständlich auch Blüten wie Pegida (übrigens in erster Linie ein sächisches Phänomen) und die alljährlichen neurechten Demonstrationen, sondern sie motiviert auch „Historiker“ wie Björn Höcke, die alten NS- und DDR-Narrative nochmal aufzuwärmen und sich die Befreiung des Gedenkens an die deutsche Schuld sowie eine nationale Wiedergeburt frei von derartigen Gefühlen herbeizusehnen.

Dieser Revisionismus ist nicht nur postfaktisch, er ist brandgefährlich. Er steht ideengeschichtlich in einer Tradition, die Europa zwei Weltkriege und mit dem Holocaust das größte Verbrechen der Menschheit bescherte. Aus der „nationalen Geschichte“ (was auch immer das eigentlich sein soll) die positiven Momente herauszustellen, die Negativen zu negieren oder zu relativieren und sich so ein Kollektiv zu konstruieren, was an ein früheres nationales Selbstverständnis anknüpfen soll, das ist das Denken des 19. und frühen 20. Jahrhundert und nichts Anderes.

Zurück zum Fußball und zur USP-Tapete: Mit den vorhergegangen Ausführungen wollte ich aufzeigen, dass das Bombardement Dresdens 1945 nicht einfach ein feststehendes historisches Faktum ist, sondern den Rang eines kollektiven Erinnerungsortes innehat, dessen Bedeutung immer wieder neu aufgeladen und verhandelt wird. Am Sonntag prallten am Millerntor zwei dieser Auslegungen aufeinander. Es ist weithin bekannt, dass USP bisher nicht gerade durch ein geschlossen rechtsextremes Weltbild aufgefallen wäre, und es ist nun mal leider so, dass am Sonntag in der Dresdner Kurve wahrscheinlich nicht nur wenige Anhänger der Theorie des unschuldigen Dresdens und der bösen Allierten waren. (Nichts liegt mir an dieser Stelle ferner, als Gut-Böse-Dichotomien aufzubauen. Ich weiß auch aufgrund persönlicher Kontakte, dass es eine ganze Menge tolle Leute bei Dynamo gibt, die sich mit Kräften gegen rechte Einflüsse im Verein und der Kurve wehren.) Wie mein Blogger-Kollege schon ansprach, ist es eine gängige Praxis, dass verschiedene Fan-Gruppen sich durch Spruchbänder etc. gegenseitig angreifen. USP könnte nun folgende Intentionen und Meinungen mit der Tapete ausdrücken wollen:

I. „für Dresden“

Wie mein Kollege ebenfalls bereits anmerkte, ist „Wir brennen für xy“ eine geläufige Formel bei Ultra-Gruppen. Dass die Großeltern nicht für die SGD, sondern während der Bombenangriffe brannten, scheint hier insbesondere auch durch den zweiten Teil der Tapete klar zu sein. Ein kleines Detail ist hier möglicherweise aber von herausragender Relevanz: Nämlich die Präposition „für“. Letzlich scheint es semantisch einen entschiedenen Unterschied zu machen, ob man zum Beispiel „in Dresden“ oder „für Dresden“ stirbt. Im Grunde hat es sogar eine lange militaristische Tradition „für Deutschland“, „für die Heimat“ oder eben auch „für die Heimatstadt“ zu sterben. Die Personengruppen, die „in Dresden“ und „für Dresden“ sterben, scheinen also nicht deckungsgleich zu sein. (Hier könnte man jetzt auch weiter diskutieren, ob den Unschuldige, also Zivile, „für Dresden“ sterben.) Wenn man diese Prämisse annimmt, ergibt sich auch eine zweite Deutungsebene.

II. „Schon eure Großeltern“

Schlägt man „schon“ im Duden nach, erhält man dort als Definition u. a.:
„(in Verbindung mit einer Angabe, seit wann etwas existiert, bekannt ist, gemacht wird) betont, dass etwas keine neue Erscheinung, kein neuer Zustand, Vorgang ist, sondern lange zuvor entstanden ist“
oder
„drückt aus, dass eine Erscheinung, ein Ereignis, Vorgang nicht zum ersten Mal stattfindet, sondern zu einem früheren Zeitpunkt in vergleichbarer Weise stattgefunden hat“

„Schon“ bedeutet also auf jeden Fall Kontinuität. Hier zeigt sich meines Erachtens sprachlich, dass eben nicht „LOL, eure Großeltern sind ’45 verbrannt und ihr macht irgendwas mit Fußball“ gemeint sein kann, sondern die Aussage scheint vielmehr auf die Nazi-Großeltern abzuzielen, die tatsächlich für (!) Dresden gestorben sind. Da „schon“ Kontinuität einfordert, glaube ich weiterhin, dass damit nicht pauschal alle Gästefans angesprochen sind, sondern eben jener notorische Teil der SGD-Anhängerschaft, auf die die zweite USP-Tapete abzielte („Seht, dort drüben, wo sie noch mit Pferden den Acker pflügen, – laden sie herzlich zu ihren Märschen und Fackelzügen“). Dieser Teil der wahlweise „gegen die Islamisierung des Abendlandes“ oder die „die Überfremdung der Heimat“ auf die sächischen Straßen geht, bezieht seine ideenpolitischen Ressourcen u. a. aus der felsenfesten Überzeugung, dass Dresden bereits im Februar 1945 massives Unrecht zuteil wurde, welches fremde Mächte angerichtet hätten.

Meine Deutung der Tapete beinhaltet also zwei wesentliche Punkte:

I. Die Erinnerungskultur um Dresden ist hochproblematisch. Ich unterstelle USP einfach mal, dass sie mit der Aufregung gerechnet haben und es so schafften, die Sonderstellung Dresdens im kollektiven Gedächtnis deutlich sichtbar zu machen (Hätte diese Tapete auch so einen Wirbel verursacht, wenn der FC Köln oder Union Berlin die Gäste gewesen wären? Wäre die Assoziation „brennen für Köln“ oder „brennen für Berlin“ so eindeutig mit Bombenangriffen in Verbindung gebracht worden, wie es jetzt mit dem imaginierten Unrecht an Dresden der Fall ist?)

II. Auf semantischer Ebene erkenne ich weniger eine kollektive Beleidigung der Toten im Februar 1945 als vielmehr eine eine Kritik an rechter Kontinuität in Sachsen, die sich in den benannten Fackelzügen und Märschen artikuliert und die Motivation dafür auch aus dem Unrecht gegenüber Dresden in den allierten Angriffen bezieht, also sich selbst in eine „Opferrolle“ gibt. So gesehen ist die Tapete keine einfache plumpe Beleidigung, sondern auch politische Kritik.

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Feb 142017
 

Vorbemerkung Nr. 1

Dies ist eine persönliche Meinung von MIR (!!!), sie ist nicht mit den beiden anderen Bloggern abgestimmt und trifft deswegen nicht zwingend deren Meinung. Es heißt aber auch nicht, dass sie zwingend anderer Meinung sind.

„Mir“ ist gleich ich ist gleich Norbert, ist gleich @teddytria.

Ich stehe für eine Diskussion gerne zur Verfügung. ABER nur unter folgenden Grundvoraussetzungen:

  1. Ihr lest und versteht den gesamten Text.
    und
  2. Ihr wollt diesen Text kommentieren, nicht die Tapete.
    und
  3. Ihr seid einer Graustufung fähig.

Kontakt findet ihr am besten unter der genannten Twitterhandle oder bei E-Mail -> magischediskussion äääätt gmx Pünkchen de. Spart euch einfach „Die Tapete ist aber Scheiße“-Kommentare. Weiß ich im Notfall schon.

Die E-Mail wird parallel zur Veröffentlichung des Artikels eingerichtet, sodass sie eventuell noch nicht funktioniert, wenn der Artikel online geht.

Da es meine Kapazitäten nicht zulassen, mich an Facebook-Diskussionen und/oder Kommentaren hier zu beteiligen, werde ich diese unkommentiert lassen. Das hat einfach etwas mit Zeit und anderen Aufgaben zu tun, ich bitte dies zu entschuldigen. Ach ja: Die Kommentare hier sind moderiert und auch auf Facebook kann jeder dummer Scheiß schlichtweg gelöscht werden. Also lasst es gleich.

Vorbemerkung Nr. 2

Es kann bei den Maßstäben, die ich gleich ansetze, ganz vernünftig sein, sich vorher zwei Millernton-Folgen anzuhören. Und zwar die Nr. 25 mit unserem Präsidenten Oke Göttlich und die Nr. 37 mit unserer Aufsichtsratschefin Sandra Schwedler.

Warum schreibe ich das? Weil beide für den Verein eine Art der Diskussionskultur und Umgangskultur darlegen, die man hier als Maßstab nehmen sollte. Diese Umgangskultur ist nicht zwingend, sie ist aber unsere gut gepflegte.

Sachverhalt

Wichtig ist, dass wir uns klar werden, worüber wir hier sprechen. Wir sprechen über eine Äußerung des Vorstandsvorsitzenden (und Haupteigentümer) von Under Armour, Kevin Planck (hier nachzulesen) und die Reaktion des FCSP darauf (hier nachzulesen) . Wichtig: Artikel mit den Zitaten 07.02.2017, Stellungnahme Verein 10.02.17.

Und wir reden hier über eine Tapete, die mit den Buchstaben USP unterschrieben war und die ihr u. a. hier nachlesen könnt:

(ich fand gerade keine Quelle, die nicht sofort kommentiert) und die Stellungnahme des Vereins und des FCSR vom gleichen Tag (12.02.17).

Nur um das Ganze in einen Kontext zu setzen, sei hier noch eine Tapete vom Spiel vorher erwähnt, die sich an einen Herrn Dijkgraaf in seiner Muttersprache wendet. Zum Hintergrund: Der junge Mann posiert ständig in FCSP-Hoodies und ist – freundlich ausgedrückt – rechtspopulistischer Politiker in den Niederlanden. Sinngemäße Übersetzung: „Zieh den Pulli aus, sonst ziehen wir dir den Kopf aus.“ Warum diese Erwähnung, weil zumindest in meiner Wolke dieses Plakat relativ unbeachtet blieb, während das Plakat vom Dresden-Spiel große Wellen jenseits der Filterblasen schlug. Und man vielleicht mal einen Vergleich überlegen könnte.

Vielleicht auch lesenswert ist der Hintergrund des Ganzen. Oder anders ausgedrückt: Was meint eigentlich Opfermythos? Und was ist eigentlich das Problematische am Gedenken an den 13.02.1945? Das kann man hier nachlesen. Ausdrücklich mache ich mir den Text nicht zu eigen, aber er ist schon ein wichtiger Diskussionsbeitrag und lesenswert.

Vorbemerkung Nr. 3

Ich halte prinzipiell wenig von Stellungnahmen. Schon gar nicht, wenn man in einem Kosmos zusammen sitzt, in dem Gespräche möglich sind. Und das gilt sowohl bei einem Sponsor, als auch bei einer Fanvereinigung.

Zu Recht setzt man bei vielen Vereinen auf Gespräche außerhalb der Öffentlichkeit, wenn es darum geht, Probleme innerhalb des fragilen Gebildes „Fußballverein“ zu klären. Zuviele gegensätzliche Interessen, Ideen und Gedanken verweben sich in einem Fußballverein und diese zu moderieren, auszugleichen und zu kanalisieren, ist eine der sensibelsten Aufgaben, die alle Menschen in Vereinen haben.

Stellungnahmen richten sich nie (ähnlich wie offene Briefe) an die vermeintlichen Adressaten. Und wenn sie es tun, dann hätten wir ein ziemlich großes Problem im Verein. Denn dann ist ein Gesprächskanal nicht mehr offen. Stellungnahmen richten sich meistens an eine empörte (!) Öffentlichkeit und sollen meistens Luft verschaffen. Oder anders ausgedrückt: Ich kann mir die Anzahl der Interaktionen bei beiden Themen in Richtung Verein vorstellen. Und das werden nicht nur sachliche und freundliche Interaktionen gewesen sein. Sei dies nun Pressebericht oder sei dies nun Social-Media-Interaktion.

Man muss bei einer Stellungnahme immer abwägen, ob man diesem Druck nachgeben will (der meistens von Leuten kommt, deren Druck man eigentlich ignorieren sollte) oder ob man reagieren will.

Oder anders ausgedrückt: Wenn die Bildzeitung was von „verhöhnt“ schreibt oder „der aufrechte Patriot“ den FC St. Pauli auf Twitter mentioned, dann sollte das einem genau so am Arsch vorbei gehen, als wenn irgendwelche Fiktionsschreiber wieder ihren fiktiven Roman ins Internet hauen und Jolly-Rouge-Aktionen herbei träumen.

Ja, es gibt auch eine andere Art der Stellungnahme, die sehr viel mehr Sinn ergibt: Nämlich die interessierte Öffentlichkeit über eine Diskussion und einen Konsens oder einen Dissens zu informieren. Nur geht diese in dem medialen Rauschen der heutigen Zeit unter, denn sie braucht Zeit, man muss sie nämlich vorbereiten und reden.

Was halte ich nun von den Äußerungen und Gegenäußerungen…

… in Sachen Under Armour?

Soll ich euch mal eine Rechtfertigung der Aussage von Herrn Planck erdenken? Herr Planck meint in seinen Aussagen wirklich ausschließlich die versprochene geringere Regulierung und damit die Möglichkeit, noch mehr Geld zu machen. Das Rassistische, Diktatorische wollte er nicht kommentieren. Eine solche Relativierung hat UA nebenbei dann auch rausgehauen. Hier zitiert.

Was würdet ihr mit einer solchen Rechtfertigung machen? Sie wahrscheinlich in der Luft zerreißen und dies wahrscheinlich zu Recht. Aber ausdrücklich schreibe ich hier „wahrscheinlich“, denn wir wissen nicht, was Herr Planck sagen wollte. Wir wissen nur, wie es bei uns ankam. Und wir wissen nebenbei auch nicht, was Herr Planck so dem Donald gesagt hat unter vier Augen. Zwar besteht eine 99-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es Bullshit war; aber man sollte immer auch das eine Prozent im Auge behalten.

Lange Rede, kurzer Sinn: In einer Zeit, in der viele CEOs auf Distanz zu der neuen Regierung gehen, siehen diese Aussagen von Herrn Planck zumindest im Empfängerhorizont äußerst unglücklich aus. Das ist bitte die freundliche Formulierung. Die unfreundliche: Was für ein Vollhonk!

Der Verein formuliert hier eine Stellungnahme, die nach meiner Einschätzung mit Bedacht formuliert ist und sich Zeit lässt (zwei Wochen nach einem Brief, drei Tage nach Veröffentlichung der Zitate).

Warum tut er das?

  1. Weil er einen gültigen Vertrag hat, den man aufgrund einer Äußerung eines Vorstandsvorsitzenden eher nicht fristlos kündigen kann. Kurzer juristischer Exkurs. (arbeitsrechtlicher Text) Es wird wahrscheinlich schon am wichtigen Grund scheitern, denn eine Meinung eines Chefs wird nicht dazu führen, dass der Vertrag mit seiner Firma unzumutbar geworden ist. Insbesondere, da man sich schon bei Vertragsabschluss sehr klar über Differenzen war (siehe Millernton-Folge mit Oke). Deswegen empfinde ich diese Stellungnahme sehr gelungen. Sie hat etwas Abstand, sie ist ruhig formuliert und erfolgt zwei Wochen nachdem man intern (innerhalb der Familie, des Kosmos etc. pp) seinen Unmut formuliert hat, wie die Stellungnahme deutlich macht.
  2. Weil er Gehör finden will. Was in einem guten Sinne gelingt. Selbst in der WaPo findet sich ein Artikel.

Ich persönlich würde sie nach den Maßstäben oben als eine nützliche Stellungnahme sehen.

Und ich sehe sie auch ausdrücklich als eine, die unseren Maßstäben (siehe Millernton), nämlich vieles intern zu klären, in der Familie zu reden und dann abzuwägen, absolut entspricht. Oke äußert im Millernton sinngemäß, dass öffentliches Äußern häufig nix bringt, weil es nur verhärtet. Ich verkürze den Ärmsten nun.

Wisst ihr was? Wäre dies die einzige Stellungnahme gewesen, die der Verein rausgehauen hätte in letzter Zeit, ich hätte mir ein Bier aufgemacht und ein bisschen über gewisse Reaktionen den Kopf geschüttelt, aber ich hätte euch nicht mit dieser Bleiwüste genervt. Aber es geht ja noch weiter.

Kurzer Exkurs:

Warum fehlt hier die Auto-Thomsen-Bande und die Reaktion? Weil das keine Stellungnahme auf Handeln eines anderen war, sondern der Handelnde (Vermarktung U!Sports) selber ein Bedürfnis der Klarstellung gehabt hat. Niemand würde irgendetwas kritisieren, wenn USP gestern Abend geschrieben hätte: „War scheisze.“

… die Tapete und ihre Reaktion

Mal so in die Welt gefragt: Was genau ist denn eure Kritik an dieser Tapete? Die Verallgemeinerung? Die „Verhöhnung“? Die persönliche Betroffenheit (weil ihr, eure Großeltern aus Dresden stammen z. B.)? Oder was sonst? Geschmacklos?

Keine Sorge, meine Wertung kommt.

Vorweg aber folgendes: Wenn ihr in der Kategorie „Ich finde Tapeten, die verallgemeinern, personifizieren und dann versuchen zu beleidigen, insgesamt nicht gut und nicht unser Stil“ seid, dann kann ich das nachvollziehen, dass ihr auch diese Tapete nicht gut findet. Es ist nicht meine Meinung, auch wenn ich am Gegner abarbeitende Tapeten eigentlich zu 99 Prozent überflüssig und doof finde. Jedoch: Hier wird sich ja eher nicht am sportlichen Gegner abgearbeitet. Etwas, was nebenbei im Empfängerhorizont aus meiner Sicht missverstanden wird. Aber! Der Empfängerhorizont ist ein absolut legitimer Horizont, um dies klarzustellen.

Ihr seid persönlich betroffen, weil eure Großeltern (weil vielleicht auch einfach zu jung?) zwar in Dresden waren, aber schlichtweg keine Nazis waren und auch sonst definitiv an nix „schuld“ waren? Da kann ich eine Ablehnung nachvollziehen. (Das ist etwas Anderes als zuzustimmen, zu teilen, richtig zu finden. Man kann nämlich auch mal eine Meinung einfach als mögliche Meinung akzeptieren, ohne gleich durchzudrehen.)
Das ist das Problem der Verallgemeinerung und der Verschlagwortung. Man muss sich bei solchen Plakaten (von diesem Wort stammt ja nicht zu Unrecht „plakativ“ ab) dieser Gefahr immer bewusst sein. Auf der einen Seite: „Wenn eure Eltern Nazis waren und beim Angriff auf Dresden verbrannt sind, dann solltet ihr euch mal fragen, ob euer ‚Bäh, die sind aber Opfer des Bombenterrors‘ nicht vielleicht ein bisschen ein komischer Ansatz ist“, passt nur bedingt auf Plakate. Auf der anderen Seite: Man muss nicht alles auf Plakate bannen und diese noch halb personalisieren. Hätten sich Leute über ein „Dresden 13.02.1945; Gegen den deutschen Opfermythos!“ beschwert? Aber ja natürlich! Hätte es die Leute getroffen, wie oben beschrieben? Wahrscheinlich nicht. Frodo vom Übersteiger haut da in eine ähnliche Kerbe. (Auch hier: Ich mache mir den Text nicht zu eigen.)

Um es deutlich zu machen: Es gibt in Dresden genug Leute, die Ahnenforschung betreiben, die Sachen aufbereiten und die gegen Pegida und Co im wahrsten Sinne des Wortes ihre Wange hinhalten. Und wenn auch nur einer von diesen sich aufgrund so eines Plakates schlecht fühlt, dann ist das eine Sache, die ich nicht gut finde. Von seinem bequemen Sessel im Schanzenviertel diese Gefühle als falsch oder albern hinzustellen oder die ganze (!Dies ist ungleich die Mehrzahl, dies ist ungleich „Alle waren unschuldig.“!) Großelterngeneration in einen Topf zu werfen, ist mir a) viel zu schwarz/weiß und b) viel zu klinisch dogmatisch.

Verhöhnt? Wenn man der Bildzeitung glauben will, dann ist Verhöhnung nach Mord ungefähr das Schlimmste was es gibt. Dazu folgende Feststellungen:

  1. Hier wird bewusst das Wort „beleidigen“ gerne vermieden. Warum? Weil das höchstwahrscheinlich keine Beleidigung im strafrechtlichen Sinne ist. Beleidigung unter einer Kollektivbezeichnung setzt u. a. einen überschaubaren Personenkreis voraus, bei dem die dazu gehörigen Personen individualisierbar sind. (siehe ausführlich hier) „Eure Großeltern …“ Dann fangt mal bei der Überschaubarkeit an und ihr werdet wahrscheinlich scheitern. Alleine schon, weil da z. B. ein eingrenzendes „Hey Dynamofans, da im Gästeblock:“ fehlt. Ach ja: Tote zu beleidigen ist eher schwierig. Bzw. juristisch nicht möglich. Es gibt jedoch § 189 StGB „Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“, der entgegen seiner Überschrift das Verunglimpfen EINES Verstorbenen verlangt. Und da kommen wir genau in die gleiche Überschaubarkeit, die hier fehlt.
  2. Nimmt man doch lieber den nicht juristischen Begriff „verhöhnen“. Was heißt das eigentlich? Google findet da „auf herausfordernde Weise verspotten und vor anderen lächerlich machen“. Das ist im Rahmen der oben benannten Grenzen nicht strafbar. Und mal ganz davon ab: Wer ist denn hier der Adressat der „Verhöhnung“? Die deutschen Opfer? Jo, das schreiben die aufrechten Patrioten auch immer. Keine gute Gesellschaft! Und da sind wir nämlich mitten drin im „Opfermythos“. Siehe Link oben zum nachlesen oben. Oder anders ausgedrückt: Das Problem besteht ja wohl nicht darin, dass ich den Nazi, der da verbrannt ist, verhöhne, oder? Dem pisse ich noch aufs Grab, dem Arsch! Eher die Pauschalität kann ein Problem sein. Jedoch: Man pauschalisiert halt gegen ein pauschales „den Opfern des allierten Bombenterrors“. Ob Pauschales gegen Pauschales sinnvoll ist? Können wir pauschal mal drüber diskutieren.

Mal ganz davon ab: Die sind mausetot und wie eben angemerkt nicht alle unschuldige Opfer (nebenbei: Es gibt auch schuldige Opfer!); wenn man die „verhöhnt“, dann zwickt das die wahrscheinlich nur noch bedingt. Ja, das ist pietätlos und ja, persönliche Betroffenheit kann hier zu einer anderen Wertung führen, siehe oben. Ich für meinen Teil werde meinen Großvater nicht als „unschuldig“ darstellen. Der war nicht einen Tag an der Front, sondern hier mit „kriegswichtigen Aufgaben“ vertraut und hat nie drüber geredet. Da kann ich mir eins und eins zusammenzählen. Und ja, er war vor und nach dem Krieg überzeugter, solidarischer Gewerkschafter. Nur entschuldigt ihn das null.

Hier auch noch eine kleine Anmerkung, die immer gerne vergessen wird, wenn es um die Handlungen der anderen Seite geht: Krieg ist dreckig, Krieg bringt Menschen um und zwar nicht klinisch nur Schuldige oder Beteiligte oder so. Krieg ist kein faires Ding auf dem Acker, auch wenn es sich die Haager Landkriegsordnung bzw. die Idee dahinter so vorstellt und die Videoshow des Golfkrieges 1 diesen Eindruck vermittelte. Krieg ist schlichtweg Ressourcen des Feindes bei möglichst geringen eigenen Verlusten möglichst schnell zu vernichten. Und Ressource ist dabei auch jeder Mensch, der beim Feind lebt. Wer hier eine Entmenschlichung sieht und deswegen Krieg fragwürdig findet, der sei hiermit umarmt.

Jedoch: Man wälze mal ein Geschichtsbuch, warum es den Zweiten Weltkrieg gegeben hat. Und warum irgendwann nur noch die bedingungslose Kapitulation eine Lösung war und warum diese mit aller Macht erzwungen wurde. Auch das gehört zuerst dazu, bevor man über das „Andenken der deutschen Opfer“ diskutiert.

Oder um es mit einem Opfer des Faschismus zu formulieren:

„Wir weinten vor Freude, als wir den roten Schein am Himmel sahen. Dresden brennt, die Allierten sind nicht mehr weit!“

Nebenbei: Daher und aufgrund der üblichen „Wir brennen für XYZ“-Sprüche von Fußballfans kommt die Formulierung. Dies sollte man vielleicht auch noch bedenken.

Muss man sich deswegen bei Dynamo Dresden und seinen Fans entschuldigen? Puh, will ich gar nicht abschließend drüber urteilen. Nur folgende Gedanken:

Seien wir ehrlich. Das mit dem Beleidigen, Verhöhnen, Anmachen ist – und man kann absolut zu Recht sagen „leider“ – ein Geben und Nehmen im Fußball. Man kann da konkret an Tapeten beim Hinspiel erinnern, die nicht nur „verhöhnen“, sondern auch viel direkter an Lebende, im Stadion vorhandene Personen gerichtet und dazu noch homophob sind. Reaktion? Stellungnahme? Shitstorm? Jo, die linken Paulis haben sich aufgeregt, mehr aber auch nicht.

Nein, das ist jetzt keine Rechtfertigung à la „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, denn wir sind nicht so dem Alten Testament verbunden. Mal ganz davon ab, dass das nur zahnlose Blinde produziert.

Ja, wir müssen diskutieren, was eine angemessene Form des Umgangs ist, und wir müssen auch überlegen, ob es immer härter werden muss. (Ich würde sagen: Nein!) Wir müssen aber uns klar machen, dass ich eine solche Diskussion nur abstrakt und generell führen würde, sonst springen wir alle nur emotional in die Schützengräben.

Hinzu kommt: Inwieweit war hier wirklich eine direkte Beleidigung des Gegners gemeint? Puh, Empfängerhorizont vs. Erstellerhorizont? Da können wir lange deuten. Und vielleicht muss man sich über die Deutungsmöglichkeiten als Ersteller auch im Klaren sein.

Und damit kommen wir zu der Stellungnahme des Vereines. Und sorry, lieber FCSP. Die ist misslungen. „Verhöhnung der Opfer“, schreibt der Verein. Aber damit läuft er genau in den Opfermythos, von dem er sich dann absetzen will, siehe oben. Wenn man sich so die Mentions durchsieht, dann wird das auch genau vom Typ „aufrechte Patrioten“ bejubelt in den sozialen Netzwerken (Durchsicht Stand 12.02.17 Abends).

Was wäre besser gewesen? „Sensibles Thema, kann man so nicht mit umgehen …“ „Personalisierung und Verallgemeinerung dem Thema nicht angemessen“ „Bitten deswegen um Entschuldigung“ und dann Hinweis auf Opfermythos, Verklärung etc. pp wären Formulierungen, die ich für deutlich besser gehalten hätte. Ob das nun meine Meinung wäre, steht dabei gar nicht zur Debatte, aber solche Formulierungen wären ein Debattenöffner gewesen, kein Beender.

Nebenbei: In der Stellungnahme entschuldigt man sich gerade nicht bei Dynamo Dresden, aber im entsprechenden Tweet tut man das.

Eine Entschuldigung bei Dynamo aufgrund von Empfängerhorizont (siehe oben) wäre eventuell angemessen, hätten Fans und/oder Vereinsoffizielle das als Beleidigung von sich selbst oder als Verhöhnung konkret ihrer Angehörigen (unschuldig) verstanden. Aber das genau sagt die Stellungnahme dann ja nicht aus. Da wird nur von Opfern und Angehörigen gesprochen und zwar pauschal. Dieser Widerspruch ist zumindest unglücklich.

Und ich hätte es sehr begrüßt, wenn man bei seinen Prinzipien geblieben wäre. Nämlich ruhig zu reagieren. Und ruhig ist für mich ungleich „am Spieltag“. Gespräche soll es gegeben haben und es hat garantiert auch genügend Druck von außen gegeben. Gespräche: Ich weiß nicht, Freudetrunken und Biertrunken nach so einem Spiel halte ich Gespräche für nicht sinnvoll. Aber das ist eine These, die ich von außen ohne Inhalt und ohne Gesprächsverlauf aufstelle.

Und wenn ich bei einem Werbepartner zwei Wochen Zeit lasse und bei einer Fanaktion sofort reagiere, dann setze ich damit beim Empfänger auch gewisse Zeichen, die vielleicht nicht gewollt waren, aber sehr schnell falsch verstanden werden können. Und der Empfängerhorizont ist nun mal ein legitimer Horizont.

Nebenbei: Die letzte ordentlich saftige Pyrostrafe hat der FCSP nicht mal per Pressemitteilung verkündet. Warum nicht? Siehe Millernton mit Oke. Ist das ein guter Ansatz? Ja! Diese ritualisierte Verurteilung und dieses ritualisierte „Wir werden Täter zur Rechenschaft zwingen, bla blupp blupp!“ bringt gar nix. Internes Reden vielleicht aber. Wenn auch nicht sofort.

Druck von außen? Siehe oben!

Strafe vom DFB? Fick dich, Digga! Seit wann ist das denn Maßstab des Handelns? No way! Da das Duckmäuschen zu machen, geht nie und nimmer klar. Oder anders gesagt: Das regeln wir immer noch unter uns und der DFB kann uns mal. Externe in einem Familienstreit? Vergiss es! Mal ganz davon ab: Strafbarkeit nach StGB? Eher nein, siehe oben. Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten (so Dynamo Dresden)? Diese liegen in den zitierten Strafparagraphen und in der Volksverhetzung. Alles hier nicht einschlägig. Also Meinungsfreiheit. Moralapostel ziehen da keine Grenzen, lieber Dresdener. Ersatzstrafrecht durch den DFB? Hier wäre der FCSP gut beraten, mal vor ordentliche Gerichte zu ziehen, wenn wir nicht eine Herrschaft des „Gefällt uns nicht und was uns nicht gefällt, bestrafen wir!“ im Fußball haben wollen.

Und vielleicht wäre der FCSP, der DFB und alle anderen Leute wirklich mal gut daran gelegen, abstrakt zu diskutieren, was in Ordnung ist und was nicht. Liebe Le äh Ey ihr Arschnasen von der Bildzeitung: Doppelmoral ist dann aber nicht, ja? Denn ihr habt euch in solchen Sachen eigentlich schon immer disqualifiziert mit euren „Ekelrentner“-Formulierungen. Ihr „verhöhnt“ nämlich viel mehr, als es jedes Ultrà-Plakat kann. Also trollt euch und spielt hier nicht den Moralapostel.

… und zu guter Letzt

Kann ich vielleicht zusammenfassen, dass ich das Plakat nicht gelungen finde und eine andere Formulierung, eine andere Herangehensweise mir besser gefallen hätte. Jedoch kann ich die Aufregung von persönlich nicht betroffenen Leuten (siehe oben und ich will das gar nicht klein reden) nur bedingt verstehen und frage mich, ob man nicht genau in diesen Opfermythos reinläuft.

Denn da kommen wir zu der Tapete gegen diesen niederländischen Flachköpper. Das ist die konkrete Androhung von „aufs Maul“ an einen Lebenden, also Gewalt (!!!!!!einself!!!!!), Beleidigung und sowieso. Aufregung? Stellungnahme? Kontrollausschuss? Ist an mir vorbei gegangen. Ebenso bei der Crystalmeth-Tapete gegen Nürnberg, etc. pp. Nein, das ist keine Verurteilung dieser Tapeten, aber waren die alle zwingend besser weniger „verhöhnend“ als diese? Oder bei den ganzen Tapeten gegen Minderheiten, Schwule etc bei anderen Vereinen? Und jetzt dreht man plötzlich frei? Hmmmm … entlarvend, oder?

… und zu allerletzt

Ultras sind für mich immer noch gelebte Jugendkultur. Und auch wenn wir alle immer so tun, als ob wir in unserer Jugend nie Mist gebaut hätten, nie etwas zu radikal gesehen hätten oder immer gute weise Worte gewählt hätten, so ist das doch eine Lebenslüge, die wir mit uns tragen. Wer ohne diese Schuld ist, der werfe bitte den ersten Stein. Ich bin da raus, denn ich habe riesige Scheiße gebaut und viel schlimmere Dinge gemacht, als eine Tapete gemalt, die vielleicht nicht passend ist, daher folgender abschließender Satz:

Mir sind Jugendliche, die zu einem politischen Thema eine Tapete schreiben, die über ein Ziel hinaus geht, eine Million mal lieber, als Jugendliche, die irgendwo besoffen eine Bushaltestelle zerstören, weil sie meinen dies sei cool (oder dumme Tapeten gegen Dosenvereine schreiben).

Nicht vorenthalten will ich euch, was das – nebenbei sehr coole – Dynamo-Blog Spuckelchen draus gemacht hat.

In diesem Sinne.

(Und die Beleuchtung aus Historiker-Perspektive.)

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Feb 072017
 

Braunschweig. Weit vorne in der Tabelle zu verorten, was direkt nach der Winterpause nebenbei eine gar nicht so undankbare Aufgabe für einen Tabellenletzten ist.

Der Fanladen hatte wieder einen exklusiven Metronom gemietet, sodass sich ein riesiger Haufen von Leuten um 9 Uhr auf die Schiene machte. In unserem Mikrokosmos sah der Zug am Ende gut aus und die Leute verhielten sich komplett korrekt. Außer, dass dies mit dem Rauchen nur im Partywagen nur zu 80 % klappte. Wir hoffen mal, dass unser Eindruck sich mit dem Gesamteindruck deckt. Selbst die Kloschlangen waren erträglich kurz.

Die Hinfahrt ist natürlich sehr von der Diskussion um das Sportliche geprägt. Wenn wir also da gewinnen und da, dann könnten wir da. Ihr kennt das. Getränkeverpflegung ist auch wieder organisiert. Vielen Dank an die ganzen Helfer, die das immer wieder möglich machen.

Unsere Gruppe ist sehr weiblich geprägt, den Sekt trinkt aber ein Kerl. Fuck Klischees! Nebenbei: Halbtrockener.

MagischerFC Eintracht Braunschweig St. Pauli Februar 2017

Im Zug wird auch ein Tippspiel organisiert und was sollen wir sagen: Solche Tipps werden auch abgeliefert:

In Braunschweig angekommen wird man erstmal von irgendwelchen behelmten Beamten begrüßt. Jedoch nur direkt am Bahnsteig, wo die „harten“ Einheiten stehen. Die ergrauten Einheiten im Gang stehen mit Mütze auf entspannt herum. Auch draußen ist man fähig, „bitte“ und „danke“ zu sagen, was leider heutzutage nicht die übliche Sprache der Polizei ist.

Gegenseitiger Respekt vor der Bartpflege ist aber definitiv vorhanden.

Auch auf Fanseite ist man heute extrem entspannt, sodass es ohne irgendein Gerangel oder so mit den Bussen zum Stadion geht. Große Stadtrundfahrt inklusive.

Im Stadion angekommen finden wir erstmal einen Handfeger im Gästeblock. Ja, ihr habt richtig gelesen. Einen Handfeger. Glaubt uns, der Ordnungsdienst guckt genauso verstört wie wir. Die sind nebenbei auch eines „bitte“ und „danke“ mächtig, was man leider auch hier positiv – weil Ausnahme – erwähnen muss.

Braunschweig. Deine Heimkurve ist nicht gerade von Intelligenz und Progressivität geprägt. Da will man den FCSP „abschieben“, feiert sich dafür, „ultrapeinlich“ zu sein, und beleidigt die gegnerischen Ultras als „Pissetrinker“. Weil man ja irgendwie USP in anderer Farbe malen muss zu Beginn eines jeden Wortes, muss es natürlich ein Wort mit P sein. Das ist Ultragesetz. Ebenso, dass sich jede Tapete gegen den Verband reimen muss. Auch dies steht im Ultragrundgesetz. Und macht das ganze nebenbei extrem langweilig.

Die Wertung als Blitzbirne des Tages bekommt aber der Typ, der neben dem Gästeblock unsere Rollis anmacht, einen „Scheiss St. Pauli“ Schal präsentiert und dann, als ihn die Ordner schon abführen, eine Geste mehrfach versucht, die doch sehr nach Hitlergruß aussieht. Nun ja, genau in diesem Moment dreht ihm der Ordnungsdienst die Hände noch mal auf den Rücken. Der Arme. Nicht.

Im Gästeblock gees gut ab. Klar kann alles immer besser sein, aber es ist ein ordentlicher Auftritt und selbst unser Vorsänger hat wenig zu meckern.

Gut ab gehen auch unsere Jungs. Das ist nicht alles schön anzusehen, aber alleine vom Kratz-und-Beiß-Faktor eine glatte 1. Und was der Park da abliefert als so kalt ins Wasser Geworfener, das ist schon aller Ehren wert. Eine frühe Führung. Was ist das denn? Nach einem Eckball! Von Lasse! Das hatten wir ja lange nicht. Wie lange konnte nicht mal unser Statistikgott rausfinden. Und der weiß sonst alles.

Klar ist nach der Führung, dass die extrem heimstarken Braunschweiger nun wütend anlaufen werden würden. Und erstmal haben wir damit auch riesige Probleme. Kumbela muss eigentlich den Ausgleich machen, macht ihn aber nicht. Danach reagiert das Trainerteam, stellt in der Verteidigung im Endeffekt auf einer Fünferkette um und das Ganze beruhigt sich. Klar, Braunschweigs Qualität bekommst du nicht ganz stillgelegt; aber was durch kommt, landet bei Heerwagen.

Ganz groß auch, was unsere Neuzugänge da abliefern. Mats macht ein riesiges Spiel und ist erst durch eine Verletzung zu stoppen. Liebe Braunschweiger: Wenn ein Spieler verletzt liegen bleibt und man das Gefühl hat, dass dieser auf Zeit spielen könnte, dann kann man mal pöbeln. Wenn der sich aber offensichtlich wirklich was getan hat, dann ist empörtes Weiterpöbeln einfach nur niveaulos. Und wir sind froh, dass am Millerntor da komplett anders reagiert wird.

Mal ganz davon ab: Es wird wegen dieser Verletzung und auch wegen der Behandlung von Heerwagen vollkommen zu Recht sieben Minuten nachgespielt.

Was noch nicht 100 Prozent klappt, ist der tödliche Konter. Aber irgendwann cenken wir denen dann doch einen ein. Was haben nicht viele gemeckert, als Şahin gegen 1860 einen Konter versammelte! Was haben nicht Leute nach Würzburg geschrieben, dass der nicht mehr spielen solle und und und. Jubeln diese Leute eigentlich auch nicht, wenn er nun einen Konter nach dem anderen verwandelt?

Das späte 1-2 sorgt noch für ein paar Sekunden Zittern, aber dann ist der zweite Auswärtssieg im Sack, der lange mit der Mannschaft am Gästeblock gefeiert wird. Das letzte Mal zwei Auswärtssiege in Folge hatten wir nebenbei genau vor einem Jahr in Fürth und in Duisburg.

Zurück zum Bahnhof, wo die Halle wieder zweigeteilt wird und wir in dem einen Bereich (immerhin mit Geschäften und allem) gekesselt werden. Wir fragtn uns, ob auch Dresden oder Hannover da ganz entspannt 45 Minuten sich die Beine in den Bauch stehen würden. Wir tun es. Keine Agression, nix. Sehr vorbildlich. Aber leider kein Grund für die Polizei, es das nächste Mal einfach zu lassen.

Zurück im Zug geht es freudig grinsend zurück nach Hamburg. Der Gegensatz zwischen tiefer Zufriedenheit und Platz 18 bildet dann auch die Überschrift.

Ein in erster Schritt zum Klassenerhalt ist getan.

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