adminbc

Apr 212017
 

Düsseldorf. Ich, der heutige Chronist, habe ja schon immer Sympathien für die Fortuna. Alleine weil Manni Breukmann schon vor Jahren es richtig zusammen fasste, als er sagte: „Holt die Antidepressiva raus, die Fortuna spielt.“

So war ich schon vor gut 15 Jahren mit der Fortuna in Freialdenhofen in der damaligen Oberliga Niederrhein. Und so prägt der ständige Ligawechsel die letzten Jahrzehnte der Fortuna.

Lange waren Gruppen des FCSP mit Fortuna Gruppen befreundet und lieferten sich jahrelang Plakatkämpfe, die heutzutage Legende sind.

Kurz: Fortunen, ich mag euch. Umso trauriger bin ich, wenn ich sehe, was aus dem druckvollen Block 42 geworden ist und wie klein der Haufen in der Mitte wirkt. Und das einige von euch Freundschaften zu den Nazis von Atlético pflegen? Boa, ne das ist nicht schön.

Der Weg in die Schuhschachtel war von viel Stau geprägt, so dass wir deutlich später erschienen als gewünscht. Aber immer noch rechtzeitig.

 

Schuhschachtel

Busunternehmer gegen die Polizei

Sowieso: Endlich mal wieder Fanladen Bus. Vor und 6 Leute und vier Gin Tonic Flaschen. Plus Kurze. Plus Rum. Hinter uns Grenzenlos St. Pauli ganz entspannt ob der Ankunftszeit. Aber die schreiben ja selber mal wieder Blog. (unter Druck setz)

Den Einlass überwunden und schnell rein. Ganz oben im Stehblock, weil da stand ich letztes Mal nicht und da haben wir verloren.

Auf dem Platz erstmal eine riesige Verletzung. Lieber Kevin Akpoguma alles denkbar Gute. Werde bitte vollständig und schnell wieder gesund. Da wird Fußball zur Nebensache.

Die Verletzungen bei uns sind auch übel genug, aber in keinem Verhältnis zu so etwas.

Puh

Durchatmen

Zurück zum Spiel…

Die erste Halbzeit war ansonsten zum vergessen. Von beiden.

Support? Unglaublich viel verliert sich in diesem riesigen Stadion. Gelegentlich entwickelt die Heimkurve noch was, aber so richtig Emotion kommt nicht auf. Der Auswärtsblock auch eher so 3- aber viel erwarten kann man da auch nicht.

In der 2. Halbzeit dann ein interessanteres Spiel. Ungleich mit Besser. Beide Mannschaften immer wieder fahrig und mit Fehlern. Einer führt dann zu Überzahl für uns.

Und das können wir nicht. So findet plötzlich Fortuna Linie und bumms Rückstand. Der Motzfaktor ist bei 200 und niemand erwartet mehr irgendwas hier. Bis 5 Minuten später der Ball zu Ziereis kommt. Und Bäm. Ausgleich.

Unentschieden ist gerecht denkt eigentlich jeder, als einer von uns durchbricht. Foul, Notbremse, Fortuna nur noch mit 9 Spielern. Aber war das Elfmeter? Von uns nicht zu erkennen. Schiri sagt nö, außerhalb. Buchti darauf hin so „Schlenz ich ihn halt rein“ Bumms. 2-1. Besser als jeder Elfmeter.

Nun noch ein bisschen Zittern bis der Aziz vom Kiez uns an der Fortuna vorbei hebt. 3-1 Abpfiff und Platz 11. Aber immer noch nur 3 Punkte zur Relegation.

Die hoffentlich auch die Fortuna vermeidet. Ich würde gerne wieder zu euch kommen.

 

Vaddern fasste das am Ende schon gut zusammen:  

 

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Apr 182017
 

FCSP – FC Würzburger Kickers

 
Kennt ihr das, wenn ihr von einem rüpeligen Raser überholt werdet und der Knilch dann mit 30 Sachen über Soll geblitzt wird? Hahaha, Genugtuung, liebe Freunde! Zwar sieht es an diesem österlichen Fußballnachmittag lange Zeit überhaupt nicht danach aus, als ob die Fußballgötter Gerechtigkeit walten ließen, aber am Ende rappelt es dann doch in der richtigen Kiste. Mit einem breiten Grinsen gehen wir dann aber doch nicht aus dem Stadion, denn vor dem Torjubel standen viel zu viele Minuten Wahnsinn. Und dafür ist die Situation nach wie vor zu ernst. 
 

Sieben Feststellungen

 
Feststellung 1: Man kann auch mit gebrochenem Schlüsselbein ganz gut in Block D stehen und überlebt auch den Torjubel, wenn man seine Nebensteher vorher freundlich auf die Blessur aufmerksam gemacht hat. Danke, dass unsereins nicht Opfer überschwänglicher Emotionen wurde!
 
Feststellung 2: Stromausfall im Stadion ist anzeigetafel-, toiletten- und essenstechnisch eine Herausforderung. Gut, dass es ein Tagspiel war, denn auch das Flutlicht leuchtete nur noch mit halber Kraft. 
 
Feststellung 3: Eine unterirdische Leistung der Unparteiischen steht in vollem Saft der Ironie, wenn vor dem Spiel noch der Schiedsrichterlehrgang für Nachwuchspfeifen angepriesen wird.
 
Feststellung 4: Die Würzburger Kickers spielen einen brutalen, unfairen, zerstörerischen Fußball und dürfen daher gern absteigen. Mehrfach gehen die Spieler nur auf die Beine des Gegners, mehrfach mit offener Sohle und Feststellung 3 verhindert irgendwelche gelbe Karten früh. Viele sprachen nach dem Spiel davon, dass da „11 Hollerbachs“ auf dem Platz gestanden haben, aber bei aller Unsympathie hat Hollerbach zwar immer hart, aber nie extrem unfair gespielt. Diesmal war es aber über hart spielen weit hinaus. 
 
MagischerFC St. Pauli FC Wuerzburger Kickers April 2017

Da sieht die Zukunft auf der Anzeigetafel nicht mehr so schwarz aus.

 
Feststellung 5: Die Fans des FCSP sind zum Glück nicht nachtragend. HO-HO-HOCHVERRAT!
 
Feststellung 6: Den bitteren Ernst des Abstiegskampfs merkt man gegenwärtig längst nicht allen Akteuren an. Die Kurven sind zu leise, die Mitmachquote auf der Gegengerade könnte wirklich höher sein. Sowieso Fanverhalten. Leute, die sich lautstark wünschen, dass die Spieler bei ihrer üblichen Runde vor dem Warmmachen mal ausgepfiffen werden, weil das muss ja und würde ja die Leistung mal spiegeln. Gehört auf der Gegengerade. Solche Ideen erscheinen uns dann doch eher in den Volkspark zu gehören. Und diese „Bedient mich“ Haltung, die diverse Menschen an den Tag legen. Man, dit is aber nun wirklich nicht mehr mei Pauli. 
 
Feststellung 7: Ist das Abstiegskampf? Teilweise wirkt das echt Hölzern auf dem Platz und man kann seine Zweifel bekommen. Aber die Jungs laufen im Rückwärtsgang alles zu und so kann Würzburg überhaupt nix beschicken. Das ist schon Kampf und Arbeit. Im Vorwärtsgang sieht das aber teilweise echt schon unabgestimmt, hektisch und hilflos aus. Da gehen zuviele Bälle ins Nichts oder in den Gegner. Das ist dann wohl auch irgendwo Abstiegskampf. In der 2. Halbzeit wird es auf niedrigem Niveau besser, aber wenn man etwas verbessern will, dann dies. 
 
Am Ende des Spieles sind wir vor allem erschöpft. Wir kennen unsere Pappenheimer – das hätte ganz anders ausgehen können. Doch „dumm und glücklich“ trifft es nicht. Letztlich war Buchtis Bombe schon so ein bisschen durch den letzten Willen erzwungen. Und direkte Folge des „liegen bleibens“ der Nr. 27. Das Würzburg hier ein „ins Aus spielen“ fordert, ist ob des Verhaltens vorher schon süß. Und unsere Jungs haben des vollkommen zu Recht nicht getan. 
 
Noch ein paar statistische Fakten: Nach Spieltag 18 hatten wir auf Würzburg 17 Punkte Rückstand. Nun genau noch ein Tor in der Tordifferenz. Auf Düsseldorf waren es zu diesem Zeitpunkt 14 Punkte nun 3, auf Heidenheim hatten wir mal 18 Punkte nun sind es 7, auf Karlsruhe hatten wir mal 6 Punkte Rückstand nun 10 Punkte Vorsprung (und so weiter). Wir haben seit 332 Minuten kein Gegentor mehr bekommen, sowieso Rückrunde 16 zu 7 Tore, Hinrunde 11 zu 24 Tore. Das ist nebenbei die beste Abwehr in Liga 2 in der Rückrunde. Wir haben bisher 21 Punkte in der Rückrunde. In den beiden letzten Rückrunden hatten wir am Ende jeweils 24 Punkte.  In der jetzigen Rückrunde ergibt das Platz 4 der Rückrundentabelle. 
 
So, viele Worte braucht es nicht mehr. Drei Punkte, sauber. Ein guter Spieltag. Freitag geht es weiter!
 
wir fanden bisher sonst noch:
 
 
 
 
 
 

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Apr 132017
 

Loide, Sonntag, 13:30 Millerntor! Würzburg ist zu Gast und dieses Spiel als „wichtig“ zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung.

Die Jungs werden sich den Arsch aufreissen, ja das wird nicht immer hübsch aussehen, ja das wird auch mal verkrampft aussehen. Nein, Abstiegskampf in Liga 2 ist nicht schön. Man wird auch wieder über Ewalds Aufstellung, die Auswechselungen und den Kader meckern können. Und Spieler A sollte höchstens, nein H Ö C H S T E N S !!!! noch für die 4. auflaufen. Ja und auch sonst, seid ihr müde, genervt, schlecht drauf oder was auch immer. Können wir alles verstehen. Und das „Dauerlala“ erst. Ja, verstehen wir auch.

ABER: Es ist zu wichtig, um darüber die Unterstützung, das positive Anfeuern unserer Jungs zu vergessen. Daher: Egal ob Kutte, Ultra, Alt- oder Junglinker, Banker, Punker oder nichts davon: Brüllt was das Zeug hält, nehmt Gesänge auf, tragt sie weiter, klatscht, bepöbelt den Gegner und jubelt. Und wir meinen hier auch der Mannschaft einen Vorschuss zu geben. „Wir sind St. Pauli“ wird häufig genug gesungen, wir holen uns den Klassenerhalt, wir brüllen die Jungs zum Klassenerhalt, denn wir sind wirklich St. Pauli und wir können den Unterschied machen.

Lasst uns das Millerntor zur Hölle machen. Und alle gemeinsam 😉 den FCSP zum Klassenerhalt brüllen.

Kleiner Tipp: Jeder von euch hat eine Fahne zu Hause, jeder eine Stimme, die noch mal einen Bonbon morgens gebrauchen kann. Jeder kann Konfetti reissen. Mach dies alles, bringt dies mit, schwenkt die Fahnen und dann ROAR!

Gebt Würzburg Pfeffer.

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Apr 082017
 

 
Nürnberg. Immer eine Möglichkeit bei den besten Menschen in Franken zu übernachten und sich verwöhnen zu lassen. Danke an dieser Stelle an die besten Gastgeber von Welt.

Unserer Auswärtsmob (eine Person) machte sich zum Glück sehr früh auf den Weg, denn die Stichworte „LKW Unfall, Vollsperrung, Umleitung“ brachten insgesamt einen Zeitverlust von 3 Stunden. So fiel das gepflegte Mittagsbier in Franken aus und Pausen zwischen Göttingen und Nürnberg auch.

Kurz das Auto bei den Gastgebern abgestellt und dann ab zum Stadion. Dort all die lieben Menschen getroffen, die aus allen Herrenländern zu Spielen des FCSP pilgern. Und mit der Gastgeberin in Erinnerungen geschwelgt. Denn genau vor diesem Gästeblock lernten wir uns vor 16 Jahren persönlich kennen.

Im Gästeblock fehlten die Ultras. Und fehlten auch bis zur Halbzeit. Einige feierten das als fehlen des nervigen Dauerlala, wer aber auch nur annähernd eine Objektivität für sich behalten hat, wird folgende Feststellungen treffen:

1. Support geht auch ohne Ultras. Die Leute taten, was sie konnten und das war für die Situation echt gut.
2. Er ist jedoch besser, wenn Ultras und ihre Werkzeuge da sind. Seien es 150 motivierte Stimmen, sei es eine Trommel, sei es jemand der koordiniert. Vor der Trommel war das mit dem im Takt klatschen schon sehr deutsch. Also gar nicht im Takt.
3. Insgesamt ein richtig guter Gästeblockauftritt

Warum die Ultras fehlen? Sollen sie selber erzählen, wenn sie wollen. Wir sind hier ja nicht deren Sprachrohr oder so. Falls es euch also interessiert: Kauft einfach mal die Bash.

Nürnberg hingegen verzichtete auf organisierten Support. Auch dies feierten wieder irgendwelche Leute im Internet, aber auch hier muss man einfach sagen, dass normalerweise die Heimkurve des Frankenstadions gut im Gästeblock ankommt. Diesmal null.

Ach ja: Frankenstadion. So heißt und hieß dieses Stadion ja nie offiziell. Dafür läuft in Nürnberg eine Werbekampagne für ein Crowdfunding einer Umbenennung in Max-Morlock Stadion. Richtig mit Werbung an Bushaltestellen etc. pp. Falls es euch interessiert: https://www.startnext.com/maxgemeinsam

Man kann sich nebenbei fragen, ob man Plätze nach Leuten benennen sollten, von denen selbst der Wikipedia Eintrag nix weiter überliefert, als dass er gut Fussball spielen konnte. Ist dies eine Leistung, die man mit so etwas ehren sollte? Ist jetzt eine gesamtgesellschaftliche Frage und hat nix mit Morlock zu tun.

Zurück zur Heimkurve des Frankenstadion. Ufftas Nürnberg boykottierte also. Warum genau ist uns ehrlich gesagt auch nach Lesen der Erklärung im Internet nicht so wirklich klar. 

So ein bisschen absurd ist es aber, dann ein „no surrender“ Plakat vor die Kurve zu hängen. Was ist denn Schweigen? Doch absolut eine Selbstaufgabe. Jetzt mal ein bisschen überspitzt gesagt: Wenn ihr wirklich „no surrender“ hättet machen wollen, dann hättet ihr eine fette Pyroshow gemacht, dann super aggressiven Support gemacht und dann alle Ordner und Polizisten umgeboxt. Mindestens. Und gegen Aue dann in Frankfurt Style die gesperrten Blöcke überrannt. Und danach die DFB Zentrale dem Erdboden gleich gemacht. Das wäre „no surrender“. So war es irgendwie eine Karikatur einer Ultra Gruppierung. Immer „Freiheit für die Kurven/Ultras/wenauchimmer“ fordern, aber beim ersten Gegenlüftchen in die Schmollecke zurück ziehen, ist albern. Mal ganz davon ab: Wo genau lag noch mal der Grund für einen Stimmungsboykott? Und meinen solche Leute wirklich, dass es einen Verein juckt, wenn man zwei Spiele den Support einstellt? Und dann wieder Vollgas?

So nun haben wir schon den Blog übervoll geschrieben und immer noch nix zum Spiel gesagt.

Haben wir gewonnen. Sicher, locker mit zwei geilen Toren.

Reicht zum Spiel, oder?

Mehr gibt es dann auch nicht zu sagen. Nun den dritten fränkischen Verein in dieser Liga zerlegen. Nach dem Hinspiel haben wir da noch was gut zu machen.

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Apr 052017
 
Es nervt, wenn Spiele um 17:30 angepfiffen werden. Die Logik dahinter hat noch niemand verstanden und es führt zu einem leeren Stadion mit gehetzten Menschen drin. Sky will die 1. Liga freistellen? Warum? Um diese dann genau so lustlos runterzududeln, wie die 2. Liga vorher? Wieviel Mehrkunden gibt das? Welche Quote hat die 2. Liga so um 17:30? Ach egal, das haben Menschen entschieden, die keinen Job haben, den sie hektisch verlassen müssen und es frustriert. 
 
Es nervt, dass Leute immer noch der Meinung sind, man müsse Sandhausen so im Vorbeigehen 6-0 abschießen. Das nervt umso mehr, weil erstaunlicherweise genau die gleichen Leute sagen würden: „Aufsteigen? Oh Gott, das können wir nicht!“ Ja was denn nun? Merkt endlich mal, dass zu einem Fußballspiel zwei Mannschaften gehören und Sandhausen ein echt bemerkenswertes Paket auf den Platz bringt. Respekt dafür. 
 
Es nervt, wenn Leute sich auf Spieler einschießen, Spieler lächerlich machen oder so tun, als ob es alles nur eine Frage der Einstellung wäre. Warum sich dann noch auf Kalla und Ziereis (!!!) eingeschossen wird, bleibt eine Frage, die unbeantwortet bleiben muss. Oder nach ca. 10 Minuten sich einem Support lautstark verweigern mit der Aussage „die müssen erstmal was bringen, bevor ich hier supporte“. Alter! 
 
Sowieso LOIDE! Merkt mal, dass Angst Seelen auffrisst, dass man im Abstiegskampf sich schwer tut, eigentliche Selbstverständlichkeiten zu machen und dass nörgeln da den Jungs sowieso nicht hilft. Druck ist im Sport ein extremer Hemmschuh. „Embrace your Target“ (so viel wie „Umarme dein Ziel“) war eine Floskel, die Joe Maddon ob des Drucks des „Gewinnen müssens“ vor der letzten Saison prägte (Damit haben wir in der Opening Week auch eine Baseballreferenz). Das ist so einfach gesagt, aber ist der Kern des Abstiegskampfes. Die Balance zwischen Anspannung und Lockerheit zu finden. Die haben wir zur Zeit einfach nicht. Was können wir von außen daran tun? Nörgeln minimieren (ja, man fasst sich hier gerade auch an die eigene Nase), anfeuern, aufdrehen. Das Millerntor macht es phasenweise schon sehr gut, aber da geht noch mehr. „Alle Zusammen“ ist die Floskel des Vereines, aber nur so geht es. 
 
Es nervt, dass wir zwar endlich sicher in der Abwehr stehen (letzten vier Spiele, drei Gegentore, drei Tore der Marke „Kacktor“), aber die Balance nicht finden, auch mal einen reinzudrücken (letzten vier Spiele null Tore). Uns fehlen Spieler wie Daeli, Flum oder Neudecker extrem. Ein zentraler Spieler, der mit Tempo unsere Außen bedienen und einsetzen kann. Warum Neudecker so gar nicht mehr für die 1. Mannschaft in Frage kommt, können wir mangels Trainingseindrücken nicht bestimmen, aber wenn man seine Leistung vor der Winterpause als Maßstab nimmt, wäre er eine Alternative. Zumindest für die Bank. 
 
Es nervt, dass so ein Junge wie Thy alles verloren hat. Mensch Junge, niemand erwartet von dir den großen Wurf. Was wir erwarten ist der Lenny, den hier alle lieb gewonnen haben, der Lenny der viele unsinnige Wege geht, der läuft bis er nur noch krabbeln kann und der sich immer wieder rein wirft. Ein spekulierender Stürmer wirst du nicht mehr. Mach wieder den Lenny, Digga. 
 
 
Soviel zum Spiel. Dann hauen wir halt Nürnberg weg. 
 
Zum Abschluss noch drei ernste Themen, die soviel wichtiger sind, als Fußball: 
 
1. Leider musste die Süd wieder einen jungen Menschen betrauern, der viel zu früh auf eigenen Wunsch aus dem Leben ging. Unser Mitgefühl ist mit allen Freunden und Verwandten. Und Leute, wenn euch was quält, wenn ihr meint, es gäbe keinen Ausweg mehr, wenn ihr Hilfe braucht: Es gibt ganz viele tolle Anlaufstellen, die euch niedrigschwellig helfen. Eine davon selbst direkt beim FC 
 
2. Einige Leute von den Rauten meinten in der Nacht von Freitag auf Samstag noch rückkehrenden FCSPlern auflauern zu müssen. Details gibt es beim Fanladen  Das hier diverse Grenzen überschritten werden und so etwas einfach nur kacke ist, müssen wir wohl nicht erwähnen. Dass 25 Rauten so in der Nacht nicht gerade zufällig in einem Parkhaus rumlungern, sondern dass so ein Angriff gezielt und geplant ist, kann sich auch jeder denken. Leute, schaltet mal euer Resthirn ein! Das ist viel zu gefährlich, viel zu unsinnig, als es noch mit Rivalität oder „Ultra“ oder „Fußball“ begründen zu können. Und wenn ihr Leute in eurem Umfeld habt, die so etwas geil finden (und solche gibt es auch bei uns oder jedem anderen Fußballverein), dann redet denen ins Gewissen, macht denen klar, dass sie nicht für eine schweigende Mehrheit handeln und es nicht im Interesse einer Fanszene sein kann, so etwas als Teil von sich zu haben. Hört endlich auf, euren Machoscheiß im Fußball auszuleben. Den Angreifern kann man nur Knast, ganz eklige Durchfälle und/oder andere böse Dinge wünschen. 
 
Ach ja: solche Leute sind Fans, sie sind Teil von Fanszenen, ihr Motiv ist Fußball und sie hängen wahrscheinlich auch emotional einem Verein an. Es mag uns nicht gefallen, was sie tun, aber als Fußballfans ist es eben insbesondere auch unser Problem, weil sie aus unseren Reihen kommen.  
 
3. Am morgigen Donnerstag steht Deniz Naki vor Gericht. WIr können nur ganz fest die Daumen drücken und hoffen, dass es noch ein Stück Gerechtigkeit in der türkischen Justiz gibt und du, lieber Deniz, für deinen Einsatz und deine Solidarität gegenüber den Opfern des Krieges, nicht ins Gefängnis gehen musst. Genauer haben wir hier darüber geschrieben.

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Apr 032017
 
Was willst du zu diesem Spiel schreiben? Daher machen wir das jetzt wie folgt: Wir verschönern den Ticker der Basis  den wir einfach mal klauen (verklagt uns, liebe Basis), kommentieren ihn mit der Playlist des Todes (die uns auf der Fahrt unterhielt und die weder zwingend gute Musik, noch tolle Bands beinhaltet) und fertig ist der Bericht.
 
0 Minute
 
Nach Aue fahren? 
Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein?
Jein… (Fettes Brot)
 
Pure Vernunft darf niemals siegen 
(Tocotronic)
 
First I drink, then I smoke
Start the car and I try to make the midnight show
(Kiss)
 
 
0 min.
 
Ein herzliches Willkommen aus dem Erzgebirgsstadion in Aue! Heute spielen wir wieder ein Kellerderby, viele sprechen von einem 6-Punkte-Spiel. Mir würden schon drei reichen! 😉
 
Losing my sight
 Losing my mind
 Wish somebody would tell me I’m fine
 Nothing is alright
 Nothing is fine
(Papa Roach)
 
 
8 min.
 
Generell scheint es den Kombatanden zu warm zu sein. Der Spielaufbau wirkt behäbig. 
 
Hold tight, we’re in for nasty weather
 There has, got to be a way
 Burning down the house 
(Hier in der Tom Jones Version)
 
 
9 min.
 
Sobiech im Laufduell im Adler, der versucht, den Ball vor der Linie weiterzugrätschen und purzelt ausserhalb des Spielfeldes auf dem harten Untergrund. Er hält sich erst mal den Ellbogen.
 
When I’m enraged Or hittin‘ the stage
 Adrenaline rushing Through my veins
 And I’d say we’re still kickin‘ ass
(Mötley Crew)
 
 
14 min.
 
Kvesic schießt direkt, das Netz zappelt. Zum Glück kommt der Ball aber von aussen dran, nicht von innen. 
 
If you tolerate this, your children will be next
 
(Manic Street Preachers) 
 
 
23 min.
Wieder Aue, Nazarov tanzt durch unsere Reihen, aber Hornschuh und Ziereis können gemeinsam klären 
22 min.
Hornschuh hält einfach mal aus 22m drauf. Der war gar nicht so weit weg
 
Sag mal, ist das so, ich meine muss das so?
Ist das so, ich meine muss das so?
 (Wir sind Helden)
 
28 min.
 
Tor für Aue. 
 
Und wie… Flanke auf die rechte Seite, von dort mit dem langen Fuß in die Mitte geflankt, wo Adler zuviel Abstand von Sobiech hat und per Fallrückzieher an Heerwagen vorbei ins lange Eck schießt 
 
 
Lebt denn der alte Holzmichel noch? Ja er lebt noch! 
 
(De Randfichten)
 
When we were young, the future was so bright, whoa
 The old neighborhood was so alive, whoa
 And every kid on the whole damn street, whoa
 Was gonna make it big and not be beat
 
(The Offspring)
 
 
 
 
 
38 min.
 
Im Moment nur Mittelfeldgeplänkel 
 
Warst du nicht fett und rosig? Was hat dich bloss so ruiniert? 
 
(Die Sterne)
 
 
(eigentlich) 43 min.
 
Auffällig: Aue ist rechtslastig. 
 
(Passt aber auch zur Halbzeit und dem Auftritt des Identitären Nazi im Wald)
 
Wer wird denn rumstehen?
 Wir woll’n euch tanzen sehen
 Heute heisst die Devise Raven gegen Deutschland
 
(Egotronic)
 
I want to smash it up for all the people and for our right to be treated equal
 
(The international noise conspiracy)
 
 
 
46 min.
 
Alle 22 Spieler wirken motivierter als zu Beginn der ersten Hälfte 
 
 
Wild boys never lose it
Wild boys never chose this way
Wild boys never close your eyes
Wild boys always shine
 
(Duran Duran)
 
 
52 min.
 
Ich glaube, eine „Heat Map“ würde unsere Hälfte immer etwas roter anzeigen als die Auer. 
 
 
We fade to grey
 
(Visage) 
 
 
 
 
67 min.
 
1.Wechsel bei uns. Schneider rein, Kalla raus 
 
Für alle Kalla Hasser:
 
Beschwerden an meinen Assistenten
 Damit er sie für mich verbrennt denn
 Ich kann grad nicht ich bin in meinem Wochenendhäuschen in der Fickt Euch Allee
(Großstadtgeflüster) 
 
Ich hörte selten so etwas beknacktes
 Wer wagt es und kommt mit mir bis in die Arktis,
 wo wir dich burnen, dass du im Krematorium Rabatt kriegst
 Weil mein Part der lodert, deiner klingt arg vermodert
 
(Fettes Brot)
 
 
 
 
69 min.
 
Sobota mit hoher Flanke in den Strafraum, Schnieder nimmt den Ball Volley und haut das Leder an die Latte. AAAAaaaaaah! 
 
 
Because maybe
You’re gonna be the one that saves me
And after all
You’re my wonderwall
 
(Oasis)
 
 
75 min.
 
Dudziak gibt an der Auer Strafraumgrenze rechts raus an die rechte Strafraumkante, Ecke Toraus-Linie. Der gibt den aber nicht in der Mitte, sondern versucht zu daddeln. Aber zu langsam, Ball weg 
 
Wooah
We’re half way there
Woah-oh
Livin‘ on a prayer
Take my hand and we’ll make it
I swear, livin‘ on a prayer
(Bon Jovi, mit einem Herzchen an eine Mitfahrerin)
 
 
78 min.
 
Hornschuh flankt von der rechten Seite in den Strafraum auf Schneider, aber da steht einer davor. Ecke. Bringt nix, erster Mann klärt, im Nachgang die nächste Ecke. 
 
 
ICH WILL KEINE ECKEN. DIE BRINGEN SOWIESO NIX EIN! (J., der nicht mit war, hier aber zitiert werden muss)
 
 
86 min.
 
Letzter Wechsel bei uns: Möller Daehli raus, Gonther macht fertig 
 
Time, it needs time
To win back your love again
 
(Scorpions)
 
 
 
 
90 min.
 
5 Minuten Nachspielzeit 
 
Time is waiting
We only got 5 minutes to save the world
No hesitating
Grab a boy and grab a girl
(Madonna & Justin Timberlake; leicht verändert)
 
 
 
90 min.
 
Abpfiff. Verdammte Axt. Da war mehr drin. 
 
I can’t see the rationality
The world’s not my responsibility
And happiness isn’t there for me
But maybe I’ll inch closer to the source
When I find true north
 
(Bad Religion)
 
 
Rückfahrt
 
nur bitte was für ein verständnis von erkennen und erkenntnis,
 wenn ich sage: geld allein macht auch nicht glücklich.
 aber irgendwie schon besser im taxi zu weinen als im hvv-bus,
 oder nicht?
 
(Kettcar)
 
 
 
 

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Mrz 302017
 
Wir glauben, wir müssen nicht viele Worte über die Situation in der Türkei verlieren. Eine Quasi-Diktatur will nun auch noch die letzten kleinen Fitzelchen Demokratie abschaffen und jeder der irgendwie was dagegen hat, ist ein Terrorist und wird wegen irgendwelcher fadenscheinigen Begründungen verhaftet und/oder angeklagt. 
 
Und sollte er dann auch noch irgendwie das Wort „Kurden“ in den Mund genommen haben oder irgendwie auf deren Schicksal hingewiesen haben, dann ist er noch mal Terrorist. 
 
All diese Menschen verdienen Solidarität und viel mehr Druck auf die Herrschenden in der Türkei. Der Fußball hat es immerhin geschafft, Belek diesen Winter zu meiden und es ist zu hoffen, dass noch viel mehr Druck aufgebaut wird. 
 
Auch wenn das heißt, dass unsere Bundeskanzlerin in Naziuniform in irgendwelchen türkischen Blättchen abgedruckt wird. Nebenbei mal ehrlich liebes antideutsche 😉 Boulevard: Das Ding hat so einen Bart. Und so ein Godwin disqualifiziert euch eigentlich von jeder Diskussion. 
 
Stellvertretend für all diese Menschen sei unser Ex-Spieler Deniz Naki genannt, der sich Anfang April erneut vor einem türkischen Gericht verantworten muss. Im ersten Prozess wurde er durch die letzten Zuckungen eines Rechtsstaates freigesprochen. Was ihm vorgeworfen wird? Könnt ihr hier nachlesen.
 
Es ist nicht nur der Fakt, dass Deniz international in den kurdischen Communitys bekannt und beliebt ist, der ihn zum Ziel für die (höchstwahrscheinlich staatlich motivierte) Verfolgung macht. Deniz ist – so der verlinkte Beitrag des WDR – einer der besten Spieler des einzigen relevanten kurdischen Vereins im Profi-Fußball Amedspor. Sein Anwalt vermutet, dass die Ermittlungen gegen Deniz auch als Angriff auf den Club zu verstehen seien, dessen Aufstieg in die zweite türkische Liga man offenbar nicht gerne sehen würde. So gibt es eine ganze Reihe weiterer repressiver Maßnahmen, beispielsweise eine drakonische Geldstrafe wegen politischer Gesänge im Stadion und ein generelles Auswärtsfahrverbot für die Fans. Der Fall Amedpsor und Deniz Naki zeigt uns dieser Tage auf eine sehr unschöne Art und Weise erneut, wie hochpolitisch der Fußball ist.
 
Wir haben Deniz als unangepassten Spieler kennen und lieben gelernt. Wir begrüßen, dass er – bei allem Risiko für sich selbst – sich weder im Fußball noch im Leben die Schnauze verbieten lässt. Deniz, bleib stark, hold your head up high und wir sind solidarisch bei dir. Das ist das wenige was wir tun können um die Welt zu ändern. 
 
In diesem Sinne möchten wir gerne eine ganz praktische Bitte an euch richten: Bis zum nächsten Heimspiel ist noch etwas Zeit. Holt Pinsel, Farbe und Tapeten aus den Kellern, teilt einen oder mehrere Beiträge über Deniz‘ Situation online, macht auf das Thema aufmerksam. Jan van Aken, Hamburger Bundestagsabgeordneter der Linken, der beim ersten Prozess dabei war, mutmaßte, dass das mediale Interesse und die Anwesenheit von drei deutschen PolitikerInnen (zwei davon aus HH) maßgeblich für den ersten Freispruch verantwortlich waren. Wenn wir auf St. Pauli und darüber hinaus es wieder schaffen, eine Öffentlichkeit für das Thema herzustellen, können wir Deniz ganz pragmatisch helfen. Ob wir das schaffen, scheint angesichts der U-Haft für Deniz Yücel trotz des Einsatzes diverser Institutionen und Organisationen mindestens fraglich, aber lasst es uns zumindest versuchen! Die erste Verhandlung hat gezeigt, dass Solidarität wirken kann.
 

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Mrz 042017
 

Spiele die nicht wirklich sofortige Begeisterung beim braun-weissen Mob auslösen: 1860 München.

Unsere Reisegruppe machte sich bereits am Freitag auf den Weg und legte bereits gut 600 Kilometer bis zu den besten Gastgebern der Welt zurück. Die in der Marktgemeinde Feucht leben.

Samstag morgen also erholt und frisch gestärkt in Richtung München. Am Wochenende des Ferienbeginns in Hamburg und des Ferienende in Bayern. Das konnte nur schief gehen und so bewegten wir uns in einer wandernden Staublase über die A9. 144 KM in 2:30 sprechen Bände.

Danke nochmal an unseren Kartenbesorger, der auf uns heldenhaft wartete.

Der Einlass wurde schnell überwunden, die Kontrollen waren eher gelangweilt pflichtschuldig, als genau. Im Block erstmal die Pöbelcrew getroffen, gesabbelt und dann war auch die Bezugsgruppe auf einem guten Platz angekommen.

In dieser fehlte F. der gar nicht nach München gefahren war und J. der woanders stand. Da fehlte richtig der Eckenvibe.

Spät ankommenden Ultras machten ein bisschen Sorgen, aber außer wohl einer komischen Leitung durch die Polizei ist für Münchener Verhältnisse wenig passiert. Das es trotzdem super nervig ist, dass massenweise Polizei teilweise behelmt mitten im Gästebereich steht (gerne auch mal im Weg). Und sich nach dem Spiel mit Kräften auf die Treppe zu stellen ist einfach nur alberne Scheisse.

Die Arena am Kurt Landauer Platz ist unglaublich stimmungsfeindlich. Oben im Block kommt von dem Gesang unten nix an. Nur der Vorsänger kommt an. Das führt eher zu mauer Stimmung, auch wenn die diesmal für Münchener Verhältnisse wirklich okay war. Aber Achtung: Das ist von ganz geringem Niveau her.

Zum Spiel: PUH! 1860 hat das, was Trainer immer „individuelle Qualität“ nennen. Ballsicher, schnell, technisch wirklich klasse.

Und so sah das die ersten Minuten nicht gut aus. Wir liefen massiv hinterher und der Gastgeber hatte das Übergewicht. Unsere Jungs hielten echt gut läuferisch dagegen aber spielerisch ging wenig.

Und gerade als man dachte, wir haben uns gefangen, da kommt es im Mittelfeld zu einem Zweikampf, Aziz bleibt liegen und während ungefähr 2 Minuten vorher 1860 lautstark auf das „ins Aus spielen“ bestand, lies man sich jetzt nicht darauf ein und spielte zu Ende. Dazu noch ein Abwehrfehler und schon steht es 1-0.

Man verstehe uns nicht falsch: Dieses rausspielen, wenn jemand liegen bleibt ist ein freiwilliger Service. Aber wenn man selber drauf besteht und es bekommt, sollte man es auch selber machen.

Was wir nicht sagen können, da nicht im Fernsehen gesehen, ob es ein Foul war.

Aber wisst ihr was? Karma is a Bitch. Und so gibt es kurze Zeit Handelfmeter, den Lasse entspannt ins Netz drosch.

Und dann kam Sahin. Ungefähr 100 Flanken heute, davon 99 übelst ins Nichts. Aber egal. Wenn halt die eine entscheidende Flanke den Schädel des Stürmers findet. BÄÄÄMMM 2-1.

Karma is a bitch.

Der Rest des Spieles ist eigentlich schnell erzählt. Wir igelten uns immer mehr ein, 1860 fand kein Mittel wirklich gefährlich zu werden und unsere Konter endeten alle in den 99 anderen Flanken von Sahin.

Noch was zu Bibi: Jo, auch die pfeift mal nicht so toll, aber diese entspannte Souveränität ausstrahlende Spielführung ist viel besser, als andere Bundesligaschiedsrichter.


Ende, Jubel und ab nach Hause. Mehr gibt es aber nun auch wirklich nicht zu berichten.

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Feb 212017
 

(Wie üblich viel zu spät, aber hier unser Blick auf das Spiel in Bielefeld.)
Ab nach Bielefeld. Gibt es die Stadt. Wir waren da.Es ist 7:45 und nachdem wir eine Mitfahrerin aus dem Bett klingeln mussten, waren wir unterwegs nach Bielefeld. Anderseits: 75jährige Geburtstage des Onkels, die bis halb vier gehen, sind eine absolut akzeptable Ausrede.

Die Fahrt wird von der Playlist des Todes begleitet, die durch wirre Sprünge und viel Post-Punk glänzt. Sonst passiert aber nix wirklich Bemerkenswertes.

In Bielefeld fängt der frühe Wurm den guten Parkplatz und so stehen wir perfekt in der Nähe des Gästeblocks. Leider hat der Almblick durch einen Todesfall den Wirt gewechselt und mag nicht mehr Gästefans bewirten. Das ist echt bedauerlich. Das war immer einer der Highlights im jährlichen Auswärtskalender. Nun gut, man kann niemanden zwingen sich auf Fußballfans (die nicht immer einfach sind) einzulassen. Schade ist es trotzdem. Und vielleicht denkt man ja um? Zu der etwas weiter entfernten Bar celona (dieser Name gehört verboten) durften wir noch gehen, etwas später meinte die Polizei wieder dieses „wir müssen Fantrennung machen, weil das steht irgendwo als super schlau“ Spiel spielen zu müssen. Es nervt! Auch gerade weil alles in Stresslevel minus 1 abging an diesem Tag.

Der Gästeeingang hat nun keine riesige Personenvereinzelungsanlage mehr, sondern einen Vorplatzkäfig. Nun gut. Und dafür mussten nun irgendwelche Amateurvereine ihre Plätze aufgeben. Sinnvoll und irgendwie notwendig ist das alles nicht.

Viele liebe Menschen getroffen, viel gesabbelt und dann war auch schon Anpfiff. Und 45 Minuten später wusste man, warum beide Mannschaften da unten stehen. Das war keine Feinkost. Nach der Halbzeit übernehmen wir das Kommando, gehen verdient in Führung, nur um dann in einer Mischung von Angst, zu doller Absicherung und schwindenden Kräften 20 Minuten gefühlt keinen Ballbesitz mehr zu haben. Wenn du dann noch die wenigen Konterchancen übelst verdaddelst, dann bekommst du irgendwann die Ausgleich. Zwar versieben die Bielefelder noch eine 100 % ige, bekommen einen Elfmeter nicht (im Stadion 120 Meter weg vom Geschehen war der Konsens „niemals!“, die Fernseher hatten da wohl doch den besseren Blick), aber irgendwann haut Klos ihn dann doch rein. Nebenbei ein echter Unsympath. In Zeiten wo langsames Wechseln IMMER nachgespielt wird so durchzuticken und sich da mit Cenk anzulegen ist einfach nur albern. Aber nun gut, Sympathiepreise gibt es im Abstiegskampf der 2. Liga nicht zu gewinnen.

Zur Länge der Nachspielzeit: Wir machen uns im Stadion immer ein Spaß daraus ab Minute 85 diese zu schätzen. Und wir waren alle so bei 3 bis 4 Minuten. Und das war bevor einer unserer Spieler noch länger behandelt werden musste, weil er den Ball in die Fresse bekam. 5 Minuten sind also nicht komplett aus der Welt. Mal ganz davon ab: Er trifft nach 3 Minuten. Und das wird heute bei jedem Spiel nachgespielt.

Ball in die Fresse ist ein gutes Stichwort: Liebe Bielefelder. So ein bisschen Feingefühl wäre auch bei Fußballfans okay. Wenn jemand einen Ball volley aus 5 Metern ins Gesicht bekommt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er simuliert, äußert gering. Ihr müsst den nicht bepöbeln.

Im Gästeblock herrscht die normale Durchschnittsstimmung der letzten Zeit. Nix was man berichten muss. Und das Plakat haben wir nicht gesehen und wollen nun auch hier kein Plakatdeutungsblog werden. Häufig wird nach Vorsänger A. gefragt und warum er nicht mehr auf den Zaun ist. Soweit wir das wissen, ist dies wohl ein normaler Generationswechsel, denn seien wir ehrlich: Jede Woche in eure gelangweilten Hackfressen zu gucken und euch zum Support zu animieren, macht man auch nicht ewig. Und er hat es knapp 10 Jahre gemacht (Unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht, oder?). Deswegen an dieser Stelle mal an ihn und an alle Jungs (warum eigentlich nicht mal ein Mädel?): Vielen Dank, dass ihr das macht/gemacht habt/machen werdet.

Mal ein Wort zu einem einzelnen Spieler von uns: Wer uns vor der Winterpause gesagt hätte, dass man aus Dudziak einen Außenverteidiger machen kann, der nahezu jeden Zweikampf defensiv gewinnt und super stark ist, den hätten wir für verrückt erklärr. Der Positionswechsel hat aus Bruder Lustlos (so immer der Eindruck) eine Kampfmaschine gemacht. Top!

Schnell weg. Ereignislos geht es wieder zurück. Die Bahnfahrer hatten wohl noch irgendein Generve, aber Details wissen wir leider nicht.

Wenn ihr noch was lesen wollt:

LeWi war bei der Hertha (oder so)

(Huch, mehr gibt es anscheinend nicht)

 

 

 

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Okt 242016
 

Es ist immer so einfach im Fußball. Der Sportdirektor, der Trainer, der Investor, wer auch immer ist schuld. Und der muss dann gefeuert werden und alles wird gut.

Dass dies so einfach nicht der Fall ist, beweisen die Abgründe im Volkspark. Denn dort geht es auch unter dem 100sten Manager und dem 1000sten Trainer drunter und drüber. Der einfache Austausch der handelnden Personen hat also eigentlich gar nix gebracht.

Aber wir wollen nicht über den Volkspark reden. Wir stecken bis zum Hals in der Scheiße. Wir haben gerade gegen ein extrem schwaches Sandhausen verloren und haben auch gegen Aue nicht wirklich gut ausgesehen. Der Trend geht in die falsche Richtung, und Leben ist in der Mannschaft nicht zu erkennen.

Man macht sich daher natürlich so seine Gedanken. Die vielleicht nix mit der Wahrheit zu tun haben, denn wir wissen nicht, was hinter verschlossenen Türen so passiert. Wir können es vermuten, aber wissen tun wir es alle nicht.

Was gibt es nun zu tun?

Arbeiten alle?

Erstmal abchecken, ob jeder seine tägliche Arbeit macht. Einen Kaffeetrinker, Lowperformer, was auch immer können wir uns zur Zeit nicht leisten. Wir gehen erst einmal davon aus, dass sowohl Manager als auch Trainer als auch Spieler jeden Tag ihr Bestes geben. Ist dies nicht der Fall, dann muss man da handeln.

Man muss sich so einen Mannschaftskader als nicht unproblematische Gruppe vorstellen. Um die 30 Egos, 30 Ideen und 30 Einstellungen müssen sich zusammenraufen, und der Stürmer muss den Fehler des linken Verteidigers ausbügeln, auch wenn der Grün wählt und man selber Linkspartei. Oder so. Dass eine solche Gruppe sowohl gute als auch schlechte Dynamiken entwickeln kann, weiß jeder, der schon mal einen Mannschaftssport betrieben hat. Sollte es hier Spieler geben, die sich als toxisch beweisen, dann muss man die bei allem Personalmangel eingrenzen und aus der Gruppe entfernen. Und das ist nicht mal ein persönlicher Vorwurf. Spieler A kann in Gruppe 1 super ankommen, aber in Gruppe 2 kann er sich als absolut fehl am Platz beweisen. Dies vorher zu erahnen ist nebenbei die hohe Kunst des Managers und Trainers bei Neuzugängen. Eine Kunst, die niemand fehlerfrei spielen kann.

Was macht der Trainer?

Unser Trainer ist ein Querkopf. Das ist wohl aus allem, was man so von ihm erlebt, eine feste Tatsache. Man muss sich immer fragen: Wirkt dieser Trainer noch auf die Mannschaft ein? Zu Beginn der Saison hatte man uneingeschränkt dieses Vertrauen, denn obwohl nicht immer die Ergebnisse da waren wurden taktische Änderungen übernommen und ausgeführt. Man kann das bei Spielverlagerung nachlesen. Ist dies noch der Fall? Kann man aus der Mannschaft noch etwas rausholen?

Erneut: Auch hier gibt es wenig persönliche Vorwürfe. Mal passt ein Trainer wie Arsch auf Eimer, mal passt er nicht. Und man arbeitet hier in einem Bereich der Hochleistung, wo Motivation teilweise auch kurzfristig und über Adrenalin gesteigert wird. Eine flammende Rede kann einmal wirken, zweimal, aber irgendwann nutzt sie sich vielleicht ab. Die Kunst des Trainers ist dann noch eine zweite, dritte, vierte Art der Motivation zu finden. Ihr selber wisst das. Was heute noch einen richtig kickt und motiviert, das ist morgen schon fade und langweilig.

Und kommt nun nicht mit dem „aber die verdienen viel Geld damit“. Springt Ihr des Montags morgens immer jubelnd aus dem Bett, weil Ihr nun zu dem Job müsst, der „viel Geld“ – hoffentlich – einbringt? Nein! Tut niemand.

Und etwas ist auch klar: Ist erstmal eine miese Dynamik drin wird die Motivationsansprache schwieriger. Weil sie bisher schon nicht funktioniert hat. Da stimmt dann der Spruch der neuen Besen, die gut kehren.

Wir können hier Ewald nicht beurteilen. Wollen wir nicht. Aber das gilt es zu überprüfen.

Klar hat auch Lienen offensichtliche Fehler gemacht. Dies fängt schon damit an, dass er die jungen Nachwuchsspieler bringt, um sie dann zur Halbzeit auszuwechseln. Viel deutlicher kannst Du so einem Spieler nicht das Vertrauen entziehen. Und gerade bei einem Nachwuchsspieler wird dies nicht zu einer Steigerung der Leistung beitragen.

Manager?

„Die Öffentlichkeit“ hat sich auf den Manager eingeschossen. Klar, das mit dem fehlenden zentralen Mittelfeldspieler sieht jeder. Ist dies der Fehler des Managers? Hat Thomas Meggle das verschlafen? Leute, dieser Gedanke ist schon ein bisschen naiv, oder? Mal ganz davon ab, dass er in der Winterpause 14/15 und in der Saison 15/16 noch für seine super Transfers gefeiert wurde. Zum einen entscheidet den Einkauf eines Spielers ein Manager nicht mehr alleine in einem dunklen Zimmer. Auch der FC St. Pauli hat Analysten – Leute, die beobachten, Leute die Kader planen und einen ganzen Stab an Leuten, die sich mit dem Thema „wie plane ich eine Truppe“ auseinandersetzen. Sind die alle unfähig? Wissen wir nicht, wenn ja, dann haben sie schon viele Körner als blinde Hühner gefunden. Selbst wenn man jetzt Meggle vor die Tür setzen würde, könnte ein neuer Manager nur auf den Daten dieser Truppe aufbauen. Oder wieder wie in der Steinzeit arbeiten und sein individuelles Notizbuch abarbeiten und Spieler holen, die er – ohne Rücksprache mit einem Team – für geil findet. Mal so gefragt: Welche Methode haltet Ihr denn für langfristig erfolgreicher?

Und wie sichere ich eine längerfristige Spielerbeobachtung und Entwicklung, wenn der neue Manager aus seinem Notizbuch alleine im dunklen Zimmerchen arbeitet und irgendwann geht? Fang ich dann immer wieder von Null an? Ja, so ist lange genug beim FCSP gearbeitet worden. Einer der Hauptpersonen, die dieses gerade ändert, ist ein gewisser Thomas Meggle. Wahrscheinlich zu spät. Was der so im Hintergrund anstößt kann man u.a. beim Millernton aus dem November 2015 nachhören.

Und wisst ihr, ob wir nicht den super-duper-zentralen Mittelfeldspieler an der Angel hatten? (oder ihn selbst mit Schahin verpflichtet haben, der Junge aber leider nicht so schnell fit geworden ist, wie alle erhofft haben?) Und dann kam Mainz und bot das Doppelte? Zu einfach ist es da, Ratsche oder Alushi nachzutrauern. Bei beiden gab es Gründe, warum man sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte, und so etwas passiert zwischen Himmel und Hölle. Dass für beide der Wechsel nicht wirklich super gelaufen ist, macht das ganze noch bitterer. Ratsche wärmt die Bank, und seitdem sich Alushi verletzt hat, läuft es bei Nürnberg.

Erzählen wird man uns das nicht. Wie sähe es aus, wenn man nun sagen würde „wir hatten XYZ an der Angel, aber dann kam Mainz“? Viel schlimmer kann man in das Selbstvertrauen der Truppe nicht reinhauen.

Was auffällt: Man wollte definitiv eine offensivere Spielidee umsetzen. Dafür waren die ganzen schnellen technischen Außen gedacht. Diese Idee und diese Spieler haben bisher nicht funktioniert. War die Spielidee ein Fehler? War das Meggles Idee? Lienens Idee? Die Idee des ganzen Stabes? Sie ist in die Hose gegangen. Das muss man sich ehrlich zugestehen.

Nein, das ist kein absolutes Plädoyer für den Verbleib von Meggle. Denn wir wissen nicht, ob er auf seine Kaderplaner hört und welche Kompetenzen wer hat. Wir wissen nur, dass ein eventueller Ersatz jemand sein müsste, der genau diese ganzen Strukturen weiter nach vorne bringt. Kaffeetrinker, die bei Schalke 04 alle Spieler ausleihen, hatten wir lange genug.

Spieler?

Es ist offensichtlich, dass viele Spieler nicht annähernd die Form der letzten Saison wiederholen können. Ob da was im Training schief läuft? Keine Ahnung. Ob da einfach auch die erfahrenen Leute fehlen?

Fakt ist: Wir sind – wenn wir es richtig sehen – bisher nicht zwei Mal hintereinander über 90 Minuten mit der gleichen Viererkette gekommen. Gerade in diesem Bereich, in dem Eingespieltheit und Vertrauen ein extrem hohes Gut ist, haben wir nicht annähernd eine Formation gefunden. Meistens durch Verletzungen, Sperren oder Erkrankungen. Hier wäre Konstanz Gold wert. Und hier passieren auch die meisten haarsträubenden Fehler, die eben aus ganz vielen schlechten 0-0-Spielen ganz viele schlechte Niederlagen machen.

Denn seien wir ehrlich: Auch letztes Jahr hat uns nach Vorne meistens ausschließlich der liebe Gott geholfen. Aber hinten standen wir eben extrem sicher. Auch, weil wir eine relativ feste Formation hatten.

Hinzu kommt, dass ein Spieler wie Avevor, der – so erkennen wir es wenigstens – als Backup für all diese defensiven Positionen geholt wurde, zur Zeit gar nicht funktioniert. Keine Ahnung, wie der Junge an sich und der Welt arbeitet. Persönliche Vorwürfe wären absolut fehl am Platz. Aber auf demselben funktioniert er nicht.

Das Gleiche gilt aus unserer Sicht für Dudziak. Der Junge hat alles, was man eigentlich für einen Offensiven braucht, könnte mit seiner Technik garantiert auch zentral was reissen. Aber er bringt seine PS nicht auf dem Platz. Warum nicht? Das gilt es zu intern erörtern.

Die Mittelfeldzentrale ist mit Buchtmann und Nehrig mit zwei Spielern besetzt, die letzte Saison super funktioniert haben. Aber zur Zeit? Kommt da nix. Deswegen mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass trotz dieser beiden Namen dies unser absoluter Schwachpunkt werden würde? Klar „Qualität“ auch im Sinne von „Kadertiefe“ ging verloren, aber so extrem?

Wie voran?

Erstmal die oben angerissenen Fragen beantworten. Das können wir Externen nicht, intern muss aber dran gearbeitet werden und wird dran gearbeitet werden. Da sind wir sicher.

Was noch?

– Kick!

Die Jungs brauchen einen Kick. Klassische Art, diesen Kick zu holen, ist ein Trainerwechsel. Geht es auch anders? Irgendjemand schlug vor, dass die Jungs mit dem Bus nach Stuttgart fahren und den dort verlorenen Spirit abholen sollten, anstatt zu trainieren. Das ist natürlich etwas radikal, aber vielleicht bringen ja die 30 Minuten schweigender Gästeblock und die anschließende Diskussion im ICE etwas. Respekt nebenbei an allen Spielern, die sich dieser Diskussion stellten. Die weiteren Klassiker: Mannschaftsabend, Aussprache etc. pp. Vielleicht wäre ein Besuch am Mittwoch beim USP-Treffen auch das Richtige? Mal sehen, was Leute so Verrücktes machen für diesen Verein? Keine Ahnung.

Fakt ist: Die normale Trainingsroutine wird diesen Kick nicht bringen.

So kommt das Pokalspiel vielleicht doch nicht zur Unzeit? Sicher, man kann nicht an Fehlern trainieren, aber das haben die sowieso schon getan. Die sollten einfach rausgehen und Fußball spielen. Ohne Druck des gewinnen Müssens.

Sportpsychologe? Vielleicht ist das ein Weg. Aber da ist in dem veralteten Führungsstil des Fußballs wahrscheinlich der Trainer gefragt, dass er dies nicht als Untergraben seiner Kompetenz auffasst.

– Fehler abstellen!

Aus den oben beschriebenen Fehlern muss gelernt werden. Das ist einfacher gesagt als getan, muss aber Priorität sein. Nicht das Ergebnis zählt, nicht der schöne Fußball – die Null hinten. Die zählt. Das muss erste Bürgerpflicht von 1 bis 11 sein. Und jeder muss bereit sein, für den anderen zu arbeiten. Über die Kotzgrenze hinaus. Nur so geht es. Wer dies nicht will und kann, der ist fehl am Platz. Aber erstmal trauen wir das jedem zu.

– Zusammenhalten

Wir wissen nicht, wie es im Kader aussieht. Aber was wir wissen ist, dass wir eine Wohlfühloase sind und auch bleiben sollten am Millerntor. Auspfeifen oder beleidigen wird die Jungs nicht weiterbringen. Und intern muss eben an diesem Zusammenhalt gearbeitet werden. Klar, das ist alles pfeifen im dunklen Walde.

– Don’t panic!

Noch ist genug Zeit und auch nach der Winterpause gibt es diesmal 17 Spiele, so dass wir doch mehr Zeit haben als in den letzten Saisons. Ja, es ist gerade alles Scheisse, aber wir haben immer noch nix verloren.

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