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Okt 032017
 

 

Worte vor den Worten

Liebe Lesende da draußen. Es ist der 2.10.2017 und die meisten Menschen dürften sich ein langes Wochenende gegönnt haben. Unter diesen Menschen werden auch die Fußballprofis des FCSP sein. Dies sei ihnen gegönnt, genug Blessuren sind auszuheilen. Oh, beim Schreiben lesen wir, dass heute ausgelaufen wird! Jungs, macht es ruhig.

Olaf hingegen wird wahrscheinlich nach einer sehr unruhigen Nacht heute arbeiten. Und überlegen, wie er gewisse Dinge abstellt, die in Braunschweig passiert sind.

Hin

Aber fangen wir vorne an. Wo auch sonst? Der Fanladen hat uns mit einer Bustour geködert. Die drei Busse sind überpünktlich da – aber die Fanladenhoschis noch nicht. So wird das beliebte „1, 2 oder 3″ unserer Jugend nicht mit Feldern, sondern mit Bussen gespielt. Moderator Sven kann dann aber zur Abfahrt klären, ob man richtig sitzt oder nicht.

Wir sitzen richtig bei Ole im Bus und es entwickelt sich eine entspannte Tour, die bis Allertal auch ohne Beschallung auskommt, was bis dahin niemanden stört.

In Allertal lädt Ole dann aber den Endgegner eines jeden Musikgeschmacks in das CD-Laufwerk: die vielgefürchtete Spinner-CD, benannt nach einem Fanclub unseres magischen Vereines mit gleichem Namen. Diese CD ist so berühmt, dass unsere Twitter-Follower die Reihenfolge der Lieder aufsagen können. An dieser Stelle findet ihr ein paar Perlen der CD. Durchklicken ist hier ausdrücklich auf eigene Gefahr. Insbesondere, wenn es um Lieder geht, die feststellen, dass der Verein aus dem Volkspark „mein dritter Hoden“ ist.

Das der Bus erschreckend textsicher bei solchen Liedern ist, zeigt auch, dass die vielleicht schon ein, zwei oder drei mal gelaufen ist.

Da

Dann sind wir also an der Hamburger Straße. Das ist auch das einzig „Heimatliche“, was einem sofort ins Auge fällt. Die Polizei greift einen an der Autobahn ab, setzt sich mit Blaulicht vor den Bus und ist etwas erstaunt, als unser Busfahrer brav an der rot werdenden Ampel hält.

Irgendwann haben alle verstanden und wir kommen wohlbehalten in dem Verschlag vor dem Gästeblock an. Kartendeals werden abgewickelt, die Bezugsgruppe gekuschelt und der Einlass schnell überwunden. Der Zugang wie üblich sehr unterschiedlich in der Intensität; mal wird alles genaustens begutachtet, mal wird der zur Kontrolle angebotene Bauchbeutel komplett ignoriert.

Wir sind ja gar nicht abergläubisch. Nein GAR NICHT! Als rationale Menschen im Zeitalter der Wissenschaft und Aufklärung, würden wir niemals an so etwas wie höhere Mächte oder so glauben. Aber wenn man immer in Braunschweig gewinnt, stellt man sich verdammt noch mal genauso wieder hin wie die letzten Male!

Dort

Die Spiele beginnen und so vier Minuten lang sieht das bei unseren Jungs echt gut aus. Die restlichen 41 Minuten der ersten Halbzeit sind dann jedoch schrecklich. Wir finden kein Mittel gegen ein Gegenpressing von Braunschweig, was nun nicht gerade die Qualität eines Klopp’schen Borussia hat. Anders formuliert: Lauf alleine einen Verteidiger von uns an, er wird den Ball verlieren.

Das ist ein akutes Problem, was uns schon die ganze Saison plagt und die meisten Gegentore bei uns verursacht. Denn im Positionsangriff (ja, gibt es im Fußball nicht, aber ihr wisst, was wir sagen wollen) ist unsere Abwehr echt super. Im Aufbau ist sie es nicht und Olaf wird diesen Punkt wahrscheinlich heute Nacht um 2:35 mit vier roten Ausrufezeichen und drei roten Kreisen versehen haben. Da brauchen wir dringend eine Lösung, das hat nun auch der dümmste Beobachter gesehen.

Die Wand

Aber da steht ja noch ein Skyman. Und wer braucht schon Superman, andere Comichelden oder eine Abwehr, die sich aus Gegenpressing elegant befreien kann, wenn man Skyman hat? Er fischt alles weg, selbst einen Elfmeter inklusive Nachschuss. Und wo Skyman nicht hilft, hat er das Glück des Tüchtigen und der Ball flattert am Tor vorbei.

Halbzeittee

Zur Halbzeit fassen wir die guten Punkte schnell zusammen. Es steht 0-0. Wenn man es positiv sehen will, dann ist unsere Mannschaft diese Saison immer in der Lage, in den zweiten 45 Minuten zuzulegen. Möchte man es negativ sehen, dann verschläft sie regelmäßig den Beginn, und wenn der Gegner dann schon zugelangt hat, dann wird es äußerst schwierig.

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwie in der Mitte (Klingeling im Phrasenschwein), aber auch in Braunschweig wird unsere Mannschaft nun von Minute zu Minute stärker und ab der 60. Minute ist die Eintracht ein angeschlagener Boxer, der nur noch hin und her taumelt. Buchti wird eingewechselt und krönt sein Comeback bereits nach gut zehn Minuten mit einem Heber. Dann macht Cenk noch den Klaus Ottens und legt das berühmte Ruhe machende 2-0 nach und der Drops ist gelutscht. „Ruhe machende 2-0“ deswegen, weil bei uns in der Bezugsgruppe ein Kollege in den Torjubel hinein immer sagt: „Spielstand +1 nachlegen, damit Ruhe ist.“ Hier ist „2-0 nachlegen, damit Ruhe ist“ noch nicht wirklich ausgesprochen, da ist es nachgelegt. Folge: „3-0 nachlegen, damit Ruhe ist.“

Wir gewinnen gemeinsam, wir verlieren gemeinsam

Sagt unser Vorsänger immer wieder nach den Spielen. Und das ist ein schönes Motto. Braunschweig macht aus uns nicht ganz nachvollziehbaren Gründen keinen Support. Nicht nachvollziehbar, weil wir keine Experten sind, was in der Braunschweiger Fanszene so los ist. Die Cattiva Leute haben auf ihrer Seite was dazu geschrieben, was aber ohne Detailwissen auch nur bedingt verständlich ist. 

Wir verlinken das mal zur Info. Dass zwischen dem FCSP und Braunschweig nicht gerade viel Liebe herrscht, ist wohl bekannt.

Bei uns ist der Gästeblock ordentlich aufgelegt und hat so schnell eine akustische Überhand. Nach den Toren geht natürlich alles. „Alles geht“? Denkt sich wohl auch der Flitzer, der sich die Kieler Platzstürmer zum Antivorbild genommen hat und nur noch mit Schuhen bekleidet, aber die Mittelfinger und Körpermitte zeigend auf den Gästeblock zustürmt. Mal ganz ehrlich: Die Rabauken und die U18 Fahrt hätten garantiert gerne drauf verzichtet und ja, hier denken wir mal an die Kinder.

Der Rest ist Jubel und hier sind unsere Auswärtsergebnisse der diesjährigen Saison in voller Schönheit (jeweils aus unserer Sicht nur Liga): 1-0, 0-3, 1-0, 1-0, 2-0. Macht insgesamt 12 von 16 Punkten außerhalb des Millerntors und Platz 1 in der Auswärtstabelle. Und Platz 14 in der Heimtabelle. Olaf wird auch dies rot angestrichen haben.

Weg

Von der Rückfahrt gibt es wenig zu berichten. Spinner-CD noch zwei mal komplett durch, dazu Allertal Halt, weil muss sein, und während es noch hell ist wieder in Hamburg. Das ist schon komisch. Pünktlich zum Tatort sind wir alle zu Hause.

Es schrieben noch

Grenzenlos St. Pauli

 

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Sep 262017
 

 

Wenig Worte zum Spiel 

Ein Wochenende wie das Vergangene lässt einen erst mal etwas ohnmächtig zurück. Eine als sehr ungerechtfertigt gefühlte Niederlage gegen die Düsseldorf und ein mehr als bescheidenes Wahlergebnis hinterlassen auch bei uns so ihre Wunden und so können wir uns selbst erst jetzt zu einigen wenigen Worten motivieren. Beschränken möchten wir uns daher auch auf den FCSP-Kontext. Politische Analysen und Wut findet ihr an den bekannten Stellen.

Der Spieltag gegen Fortuna stand im Zeichen der Rabauken. Die Rabauken sind erstmal nix anderes, als die üblichen Versuche Kinder (und Eltern) an den Verein zu binden und ähnliche Konzepte wirst du bei ungefähr jedem anderen Verein finden. (Details auf der Homepage des Vereins.)

Trotzdem ist es schön, dass unser Verein niedrigschwellig (okay 36 Euro pro Jahr sind auch nicht nix) eine Bindung an den Verein anbietet und die Plätze, die in Verbindung mit Betreuung der Kinder angeboten werden nicht irgendwo in der hintersten Ecke neben dem Gästeblock sind, sondern direkt neben der Süd. Und so finden sich auch immer wieder Rabauken, die kleine Choreos auf diesen Plätzen basteln und durchführen. Und sich dann auch schön einfügen. So wie eben Samstag. Wie genau das Betreuungskonzept ist, dass können wir nicht beurteilen, aber die Einbindung gegen Düsseldorf war gelungen. Und natürlich ist es erfreulich, dass viele Kinder wohl trotz der unglücklichen Niederlage einen besonders interessanten Spieltag erleben konnten.

Vermeidbar

Die Niederlage wäre in der Tat vermeidbar gewesen. Düsseldorf war bei keinem der Tore wirklich zwingend, wenn blöde Fehler seitens unserer Abwehr dazukommen, ist das besonders ärgerlich. Ob und wenn ja inwiefern der Schiedsrichter einen Anteil am Ausgang der Begegnung hatte, ist im Stadion schwer zu beurteilen. Subjektiv empfunden war dies wirklich keine Glanzleistung, insbesondere die Vergabe von Karten wirkte doch sehr inkonsistent. Für eine genaue Rekonstruktion fehlt uns allerdings die Motivation, dieses Spiel noch ein zweites Mal sehen zu müssen. Dass Hennings zum 0:2 trifft, macht es übrigens auch nicht leichter.

Ein positiveres subjektives Gefühl hingegen war der Eindruck, dass der Unparteiische und auch die rau spielenden Fortunen die Identifikation auf den Rängen mit der eigenen Mannschaft in die Höhe trieben und es über weite Strecken im Stadion recht laut war. Dazu trägt natürlich ebenfalls bei, dass die Boys in Brown nicht aufgaben und bis zum Schluss versuchten, zumindest noch einen Punkt zu holen. Das lässt uns etwas versöhnter auf die kommenden Partien blicken.

Verantwortung

Als sehr erfreulich haben wir wahrgenommen, dass der FC Sankt Pauli seine gesellschaftspolitische Verantwortung am Samstag wahrnahm und auf dem Cover der Stadionzeitung sowie den Werbebanden neben dem fast schon ikonischen „St. Pauli-Fans gegen Rechts!“-Motiv die Aufforderung „Geht wählen!“ zu lesen war. Und wenn ihr nun sagt, dass die Aufforderung zum Wählen der falsche Schluss aus einer falsche Analyse ist, dass vor allem die AfD von den mobilisierten Nichtwählern profitiert hat und damit einhergehend, dass man rechte Parteien mit mehr Stimmen nicht unter 5% halten kann, weil rechtsradikale Einstellungen in Deutschland weit verbreitet sind, dann habt ihr natürlich vollkommen recht. Wir finden trotzdem, dass dieses Statement für einen Profi-Verein sehr viel und alles andere als selbstverständlich ist – nicht zuletzt weil DFB und DFL den Sport so unpolitisch wie möglich halten wollen. Man darf nicht vergessen, dass man für so eine Bande wahrscheinlich vor 5 Jahren noch eine Strafe vom DFB kassiert hätte. Die falsche Analyse des Problems Rechtsextremismus schlug sich ja auch in der Rhetorik der themenbezogenen Ansprache in der Halbzeitpause nieder. Doch auch wenn die Statements nicht „durch-dekliniert links“ sind, wie unser selbsternannte Blog-Senior das nennen würde, finden wir das Zeichen trotzdem sehr wichtig und begrüßenswert.

 

Es schrieben auch 

Sabine in Bildern 

Nice Guys

Hm und mehr finden wir gerade nicht  

 

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Sep 252017
 

Der Lauf durch das schöne Alstertal ist eine Veranstaltung, die im Kalender vieler Läufer in Hamburg ihren festen Platz hat. Obwohl sie traditionell am gleichen Tag wie der Berlin Mara-thon ausgetragen wird, ist sie eigentlich immer ausverkauft.

Und auch diesmal waren alle Strecken voll und je nach Lust und Liebe teilten sich die Teil-nehmer auf die 4,10 oder 21 KM auf. Letztere auch als Ende des Hamburger Laufcup laufbar.

Als Strecke dient der Alsterwanderweg von Ohlsdorf bis nach Lemsahl-Mellingstedt. Wer diesen Teil Hamburgs nicht kennt, dem sei sehr stark empfohlen dort mal eine Lauf-, Wander oder Radrunde zu absolvieren.

Da das ganze eine Endmoränenlandschaft ist und die Alster hier ein Gletschertal nutzt, ist dieser Lauf nicht wirklich nur flach. Gerade im Mittelteil befinden sich heftige Anstiege. Kurz und giftig ist hier das Stichwort.

Früh Startnummer holen und einen der wenigen Parkplätze in Startnähe sichern, war meine Devise. Hat gut geklappt, obwohl ich beinah in ein Wahllokal getorkelt wäre und dort meine Startnummer verlangt hätte.

Aber das konnte alles gelöst werden, ich meine Nummer greifen und dann die Dixies suppor-ten. Wenn es eine Partei gäbe, die mehr Dixies bei Laufveranstaltungen fordern würde, ich würde meine Stimme ihr geben. Immerhin hatte der Veranstalter für die Herren der Schöp-fung Stehklos geschaffen, was den Stress für Dixie und Flora und Fauna stark minimiert.

Der Lauf wird brutto = netto gewertet, was aber angesichts eines kleinen Lauffeldes und dem Verlust von vielleicht 30 Sekunden beim Start nun nicht wirklich ein Problem ist. Danach hat man genügend Platz und bei bedecktem Wetter kam es auch später nicht zu einer Spaziergängerinvasion, die sonst teilweise das ganze etwas enger macht. Aber das ist halt ein Landschaftslauf und keine schnelle Bestzeitenveranstaltung.

Das hatten auch nahezu alle Teilnehmer verstanden, so dass Überholvorgänge und auch Entgegenkommen eigentlich immer ruhig und besonnen gelöst wurde. Das hab ich auch schon ganz anders gesehen.

Für mich zählte nur das ankommen. Wenn man 14 Tage vorher eine Halbdistanz absolviert hat und dies als Saisonhöhepunkt galt, dann ist man dann doch noch relativ müde in den Beinen. Man mag sich das ja nicht zugeben, aber so ist es.

Daher schlug ich ein gemütliches Tempo von 7:00 bis 7:10 pro Kilometer an. Je nachdem, ob es flach war oder auch mal eine Steigung drin war.

An der Mellingburger Schleuse dann die erste richtig harte Steigung. Gehen war angesagt und hier nun heldenhaft hochzulaufen macht keinen Sinn.

Man ist nun bei Kilometer 8 und es beginnen 4 Kilometer Berg- und Talbahn. Immer auch wieder mit aufmunternden Zuschauern und Helfern. Danke dafür.

Ich lief ein Stück mit einer netten Gruppe, die sich nach unserem Knochentrikot erkundigten, hatte so ein bisschen Ablenkung und war schneller und besser aus der Berg- und Talbahn, als ich gedacht hatte. Nun schlug ich eine 6:30 bis 6:45 Pace für die letzten 8 Km an, was rückblickend etwas schnell war, denn ca. 2 Kilometer vor dem Ziel war der Ofen mal so rich-tig aus.

Zwischendurch noch die Dame mit der ich mich beim Heldenlauf immer abgewechselt hatte aufgelaufen, sie war im Cup unterwegs, hatte das insgesamt zu einem 35 km Trainingslauf gemacht und war bei KM 29 dieser Übung doch ein bisschen am Leiden. Aber ich hoffe, der gewonnene New York Marathon Platz motiviert. Alles Gute gewünscht und weiter gelaufen.

Und dann halt zwei KM vor dem Ziel so richtig eingebrochen und den Rest mehr oder minder gegangen. Egal.

Im Ziel gab es dann die zu diesem Lauf gehörende Tasse. Meine vierte aus vier verschiede-nen Jahren. Viele Teilnehmer nehmen keine, was ich ehrlich gesagt nur bedingt verstehe. Das ist hier doch die Medaille und ich sammel nun mal Medaillen. Ich der im Sport in der Schule nie eine Urkunde bekommen habe, ist immer noch stolz auf jede Medaille und jede Tasse. Danke lieber Veranstalter, dass es bei euch so etwas gibt.

Fertig, ab zum wählen gehen. Im ersten Stock. Verzweifelter Blick und zum Glück ein Fahr-stuhl. Und ey ihr 26 AfD Wähler in meinem Wahllokal: Ich bin zwar langsam, aber garantiert schnell genug, um euch die Leviten zu lesen.

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Sep 202017
 

 

Vorbemerkung

Im Detail kommen wir da später noch mal drauf zurück, aber Leute, dieses Macker-, Revier-, „ich hau dir aufs Maul, weil du einen anderen Verein unterstützt“-Ding nervt richtig stark. Das ist so ein primitives Denken, dass man sich echt wundern muss, dass so etwas 2017 noch vertreten wird. Oh wait. Wir für unseren Teil finden das Konzept des 90 Minuten Bepöbeln und danach gemeinsam ein Getränk trinken viel entspannter.

Anderseits haben diese ganzen Gewaltnummern ja auch immer eine gewisse Situationskomik. Wir werden auch diese in diesem Bericht schildern, möchten aber jedoch noch mal darauf hinweisen, dass wir lieber drauf verzichten würden. Aber so ein bisschen magischerfc.ws muss auch mal sein.

Anfahrt

Durch die Ereignisse vom letzten Freitag (später dazu) wurde das Spiel anscheinend noch mal zwei Sicherheitsstufen hochgestuft und u.a. ein Parkplatz für Gästefans mit Busshuttle eingerichtet. Das aus Aue bekannte und dort gut funktionierende Konzept also nach Kiel übertragen. Sorgte bei unserer frühen Anreise für einen guten Parkplatz und einem leeren Bus. Der Parkplatz nebenbei direkt neben Rheinmetall Defence. Nebenbei mit dem „Kompetenzzentrum Kettenfahrzeuge“. Wir hätten uns mal einen Panzer leihen sollen für die Fahrt ins Stadion. Nebenbei entwickelt sich das mit den Panzern diese Saison so ein bisschen zu einem Insidergag. Aber dazu mehr im Sandhausenbericht.

Einlass

Bevor wir hier nur Werbung für zukünftiges Geschreibsel machen, kommen wir zurück zum Holstein-Stadion. So alte Stadien können ja Charme haben und in der Welt der gleichaussehenden Baukastenmodelle freut man sich ja über die Böllenfalltore dieser Welt. Das Holstein-Stadion hat diesen Charme nicht mehr, sondern ist eine Aneinanderreihung von Notlösungen und damit nix Halbes und nix Ganzes.

Hinzu kommt, dass man bei 2380 verkauften Karten ernsthaft mit einem Eingang, 6 männlichen und 2 (oder vielleicht selbst nur eine) weiblichen Abtastperson arbeiten wollte. Und mit höchstens zwei Scangeräten für die Karten. Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass dies an einem Dienstag, wo alle spät und knapp kommen, nicht klappen wird. Hinzu kommt eine Personenleitung über drei Gitter, die man nicht vorher erkennt und die auch keinen Sinn ergeben. Eine Personenvereinzelung wird damit nicht erreicht.

Wahrscheinlich werden die Ereignisse am Einlass am Ende als „Blocksturm“ definiert, aber eher war es ein „Blocklüftchen“. Die Leute fingen halt an, irgendwann über die Gitter zu klettern und rein zu gehen. Weder filzen, noch Ticketkontrolle fand noch statt. Ganz ehrlich gesagt Kiel: Selber schuld. Und wie man gerade mal einen Getränkestand einrichten kann, der dann auch noch in Zeitlupe arbeitet, bleibt uns auch unergründlich.

Unser Organisationsleiter vor Ort war nicht wirklich glücklich über die Zustände, um es mal so auszudrücken.

Was sollte eigentlich der Wasserwerfer der da die ganze Zeit in Richtung Eingang guckte? Was will man da mit einem Wasserwerfer regeln?

Einrichten im Gästeblock

Der Gästeblock ist eng, flach, das Spielfeld mit den Werbebanden schlecht zu sehen. Man richtete sich so weit es ging häuslich ein, Banner wurden aufgehängt, auch wenn alles, was irgendwie „Ultra“ sein will noch fehlte. Und damit auch viele Banner. Dafür gibt es eine Bundeswehrwerbung. Und man weiß wieder, warum man lieber am Millerntor steht.

Sprintübungen

Was irgendwelche vermummten Jungs nicht davon abhielt auf den Gästeblock zuzustürmen. Jemand merkte zu Recht an, dass das nun Folgende – wo die Kieler schlecht aussehen – auch gerade deswegen passiert, weil unsere Oberarmfraktion noch nicht im Stadion gewesen ist. Sonst hätte es wohl eine kleine Boxeinlage in der Mitte des Feldes gegeben.

So aber stürmten irgendwas um die 30 Leute aus dem Heimmittelblock los, merkten ungefähr auf Höhe der Mittellinie wie weit 100 Meter sind, wurden schon sehr viel unentschlossener, warfen mit einem Bengalo in den Gästeblock und zwei, drei Typen schafften es auch, Banner vom Zaun zu reissen. Hey, wenn ihr so etwas plant, vielleicht mal nicht nur Pumpen gehen, sondern auch mal an der Sprintausdauer arbeiten?

Neben dem Gästeblock verfolgte dies nebenbei in aller Seelenruhe eine Polizeieinheit, ohne einzugreifen. Top! Kann man mal als „Ordnungsmacht“ machen, sich das ganze entspannt angucken. Auch die Ordner hatten eher die Ruhe weg und eine Reaktion erfolgte nicht.

Jedoch: Platzstürme im Ultrabereich sehen immer echt albern aus. Weil nach höchstens 30 Metern werden die zögerlich, merken plötzlich, dass da wirklich was gehen könnte, bekommen das Denken und bleiben stehen. Es wäre doch deutlich gefährlicher, wenn wirklich mal 30 Leute entschlossen und mit Schwung auf den Gästeblock geprallt wären. Tun sie aber in dieser Situation eigentlich nie. Zum Glück, möchte man meinen.

Stabile Truppe da auf dem Platz

Tja, Pech für die Täter, unsere Oberarmjungs mögen vielleicht nicht da gewesen sein, aber unsere Spieler und unser Trainerstab haben verstanden, was so ein Banner bedeutet und das man damit nicht einfach zurück über den Platz spaziert. Der eine hatte noch Glück, dass Matze – The Blutgrätsche – Hain ihn nicht voll erwischte, sonst wäre jetzt wohl nicht nur die Ehre, sondern auch das Schien- und Wadenbein durch. Überhaupt unsere Co-Trainer! Denn Patrick Glöckner zeigte dann, was ein Tackle ist.

Wie macht sich das eigentlich so im Hooligan-Lebenslauf? „Ich bin vom Co-Trainer umgehauen worden…“ Nicht unsere Welt, aber klingt für uns nicht nach den Stories, die man bei einer Linie Koks stolz erzählt.

Fahnenrückgabe. Bild mit freundlicher Genehmigung von Sabine Scheller genutzt. Ihre Bilder vom Spiel findet ihr hier.

 

Die Banner wurden den Tätern also entrissen (Sami, Digga, selbst wenn du ab jetzt nur noch Grütze zusammen kicken würdest, du bist nun ein Großer hier im Verein) und unter lautem Jubel des Gästeblocks zurück gebracht.

Ob Olaf das Zweikampfverhalten in diesen Szenen noch mal in die Videoanalyse einbaut? Der Prophet im Block meinte nur, dass nach so einer Aktion heute nichts mehr schief gehen könne.

Ein paar mahnende Worte

Neben der Gefahr sich bei einer solchen Aktion zu verletzen, ist nicht zu verachten, dass ein Schiedsrichter solche Aktionen streng nach dem Regelbuch mit einer roten Karte ahnden kann. Hat der Schiedsrichter hier nicht gemacht, hätte wohl auch zu einer üblen Eskalation geführt, aber er kann es rein theoretisch. Und genauso könnte der DFB die Spieler nachträglich noch sperren. Daher ist es auch völlig richtig, wenn Rettig das heute in einem Statement versucht so ein bisschen einzufangen.  Ja uns wäre es auch lieber gewesen, wenn zur PK im Stone Island Pulli gekommen wäre, er kurz tief Luft geholt hätte, seine Stimme gesenkt hätte und dann folgendes gesagt hätte:

„Und das liebe Kollegen, können sie so notieren: Wer die Fahnen unserer Fans klaut, der muss erstmal an uns vorbei.“

Aber da sind wir wieder bei diesen Zwängen im Profifußball.

 

Zwischenfazit

Die Angreifer schafften es wirklich die ganze Freitagsaktion (dazu weiter unten) innerhalb eines vollkommen hohlen Angriffs vergessen zu machen, hier in allen Beurteilungssystemen als Verlierer vom Platz zu gehen (sic!) und auch noch dem Verein eine ordentliche Geldstrafe aufgebrummt zu haben. Muss man erstmal schaffen.

Spielen wir nun Fußball?

Oh, Fußball war ja auch noch. Und das ganze mag zwar kein Derby sein, aber auf dem Platz entwickelte sich ein Spiel, was eines Derbys würdig gewesen wäre. Unglaublich viele unsaubere Szenen, viele Fouls, teilweise überhartes Einsteigen und ein offener Schlagabtausch spielten sich ab.

Derbe nervig dabei ist, dass Kiels Herrmann, obwohl er schon gelb vorbelastet ist, noch Jerry so abräumen darf, dass dieser verletzt raus muss. Und nach dieser Szene zwar Foul gepfiffen wird, aber es keine letzte Ermahnung oder so etwas gibt. Erst beim dritten Foul nach dieser Szene, geht Herrmann dann mit gelb-rot. Insgesamt glänzt der Schiedsrichter nicht mit einer großen Linie.

Unsere Mannschaft steht wie verwandelt auf dem Platz. Kein Vergleich zu Samstag. War das von Olaf angesprochene Anfeuern nach dem 0-4 ein Funke? Oder das gemeinsame Erleben von Bannerklau und Retour ein Ereignis, was alle noch mal wach machte?

Keine Ahnung, klar mit Lasse –Schädel– Sobiech steht unsere Abwehr gleich hundertmal besser. Und sein Nebenmann wirkt dann auch immer gleich eine Liga besser, aber das ist nicht alles. Das war schon sehr gutes Arbeiten und Wirken. Klasse, Jungs! So muss das gehen!

Einen Spieler wollen wir noch herausheben: Neudecker! Boa, klasse Vorbereitung und der Junge zeigte über die ganze Spielzeit, was in ihm steckt.

Nach dem Spiel

Kam es wohl noch abseits des großen Stroms an Gästefans zu Stress. Und dies auch von braun-weißen ausgehend, die nun meinten da Leute angreifen zu müssen und Autos beschädigen zu müssen. Das muss doch nun echt nicht sein. Details sind uns aber nicht bekannt  

Vor dem nächsten Spiel
Jungs! So geht das auch zu Hause. Niemand am Millerntor erwartet von euch Glanzfußball oder offensives Dominieren. Dreckig, einfach, mit Hingabe, dann wird das auch was gegen Düsseldorf. Irgendwie hat man den Eindruck, dass zur Zeit das „zu Hause liefern wollen“ die Mannschaft lähmt. Daher: Locker bleiben und ab geht die Post gegen die Fortuna.

Und nun zu Freitag

Kurze Sachverhaltsbeschreibung

Freitag hat es einen Überfall auf Fans von Holstein Kiel gegeben, die aus Aue zurück gekommen sind. Soweit ist das wohl 100 % klar. Sehr wahrscheinlich ist, dass bei diesem Überfall viele „relevante“ Zaunfahnen der Fans von Holstein Kiel abhanden gekommen sind. In der Gerüchteküche und auf der Clickbait-Seite „Faszination Fankurve“ wird vermutet, dass die Täter aus dem FCSP-Fanumfeld stammen. Das kann man so dahin gestellt bleiben, da es für die weiteren Überlegungen nicht interessiert.

 

Was nervt

Uns stört viel eher diese breite „Akzeptanz“, die so ein Vorgehen in Fanszenen hat und wo gerne Victim Blaming der Marke „wissen ja, dass es dazu gehört“ oder „hätten ja auch besser aufpassen können“ betrieben wird.

 

Und nun mal etwas theoretisch ausführlicher.

Gerade vor dem Hintergrund, dass solche Aktionen von vielen aktiven Fans hierzulande als „Szene-Konsens“ angesehen werden, und auch eine breitere Akzeptanz in den Kurven über Hooligans und hinlänglich bekannte sportliche Ultragruppen hinaus besteht, stellt sich für uns die Frage der moralischen Bewertung eines solchen Überfalls. Kann Gewalt im sportlichen Kontext überhaupt moralisch in Ordnung sein und wenn ja, in welchen Ausmaßen? Wo sind Grenzen zu ziehen?

Vorab zwei weitere Prämissen:
1. Gewalt ist nicht grundsätzlich unmoralisch, z. B. im Verteidigungsfall.
2. Moral ist nicht absolut, also kein dichotomisches Richtig oder Falsch.

Folgendes Beispiel soll dies erläutern: Nach Schopenhauer kann ein (ungerechtfertigter) Gewaltakt doppelt unmoralisch sein, wenn eine Person einem Schutzbefohlenen schadet. Das Verwerfliche liegt dann nicht nur in der ungerechtfertigten Gewalt, sondern auch in der Verletzung der Schutzfunktion. Ein Vater, der sein Kind schlägt, handelt demnach unmoralischer als selber Mann, der in eine Kneipenschlägerei verwickelt ist.
Für die ethische Bewertung ist demnach auch die Begründung oder der Kontext von enormer Bedeutung. Hier beschäftigen wir uns ja mit einem Überfall, juristisch gesehen wahrscheinlich einem Raubüberfall (Diebstahl plus Körperverletzung, sofern wir richtig informiert sind), was im gemeinem Verständnis wohl eher keinen allzu positive ethische Einordnung erfahren würde. Doch wie könnte eine moralische Begründung aussehen, die einen Überfall (in Teilen) begründen könnte?

Argumentiert wird ja in der Regel mit dem auch eingeleitetem „Szene-Konsens“ (Weitere Rechtfertigungsmuster, die sich letzlich auf Mackertum oder Revierdenken zurückfüren lassen, seien hier gänzlich unbeachtet, da sie Anachronismen darstellen, deren Legitimität gar nicht erst diskutiert werden müssen). Dass eigentlich unmoralische oder auch strafbare im gegenseitigem Einverständnis ethisch gesehen problemlos praktiziert werden können, dafür reicht ein Blick in die BDSM-Szene. (Auch hier wird Gewalt o. Ä. angewandt, die aber für alle Parteien in Ordnung ist, weil sie dem Konsens entspricht.)

Ist das auf Ultras und Hooligans übertragbar?
Vielleicht bedingt. Das Ackermatch scheint moralphilosophisch relativ problemlos zu sein. Alle wissen, was passieren wird, dass man sehr wahrscheinlich Gewalt selbst erfahren wird und grobe Verstöße gegen die „ungeschriebenen Regeln“ sind unseres Wissens selten.

Doch wie steht es nun um Überfälle und Ultra-Konsens? Der Bereich Ultra scheint entgrenzt zu sein. Denn im Gegensatz zum Ackermatch, das zeitlich und lokal stark begrenzt ist und auch nur klar definierte Akteure kennt, besteht für Ultras die „konsensuale“ Verpflichtung, ihre Materialien nicht nur jedes Wochenende für jeweils 90 Minuten o. Ä. zu beschützen, sondern quasi 24/7, was „konsequenterweise“ ja auch immer wieder zu Einbrüchen führt und dieses auch in privaten Wohnungen. Diese räumliche und zeitliche Entgrenzung ist für die weitere Argumentation wichtig.

Zu einer weiteren Ebene, der personalen Entgrenzung, zählt darüber hinaus, dass Ultra-Gruppen in der Regel nicht aus klar umgrenzten Personenkreisen bestehen, sondern als zentrales Element ihrer Kurve eine Menge Kontakte haben, die außerhalb des „Konsens“ stünden. Zum anderen gibt es unzählige Gruppen, die sich weder explizit noch implizit (zum Beispiel durch Erscheinen als Gruppe bei einem Ackermatch) zu einem „Konsens“ bekannt hätten. Und die trotzdem mit einbezogen werden, wie auch der Versuch zeigte, gestern Gruppen Banner zu entwenden, die gar nicht das Label „Ultra“ für sich beanspruchen oder auch tragen könnten.

Daher möchten wir argumentieren, dass es einen solchen Ultra-Konsens in derzeitiger Form nicht geben kann. Dazu zählt für uns die unpräzise Benennung der Teilnehmenden am „Konsens“, sowie das Fehlen klarer räumlicher und zeitlicher Begrenzung. Da der „Konsens“ oder die ungeschriebenen Regeln nun aber so schwammig sind, dass sie vielleicht gerade so für das Szenario des Ackermatchs reichen würden, können sie der komplexen Realität der Ultra-Aktivitäten gar nicht gerecht werden. Erschwerend hinzu kommt, dass unterschiedliche Gruppen unterschiedliche Ansätze in ihrem Umgang mit anderen Szenen und im Bezug auf Grenzen der Gewalt haben. Bei einigen spielen politische Erwägungen eine Rolle, andere geben sich vermeintlich unpolitisch. Den Gedanken der Rechtfertigung durch einen „Konsens der Szenen“ sollte man also verwerfen, so etwas kann es nicht geben. Das ist nebenher der Grund, warum Auseinandersetzungen im nachhinein dann wieder neu als „faires Ding“ oder „feiger Angriff“ in den Fanzines und im Internet verhandelt werden müssen.

Wir haben in diesem Blogbeitrag nicht den Raum, alle weiteren möglichen Motive und Legitimationsnarrative durchzugehen und eine ethische Einschätzung abzugeben. Ein politisches, antifaschistisches Motiv würden wir mit Sicherheit anders bewerten als einfach das Ausleben von Lust an Gewalt. Wir wissen letztlich ja auch nicht, was in den entsprechenden Köpfen vorging und maßen uns auch nicht an, das beurteilen zu können. Vielleicht reicht es uns auch schon, im Kreis der Fanszene eine kleine Debatte zum Thema Szene-Konsens und Gewalt anzuregen. Auf der jetzt bestehenden Basis, das kann man vielleicht zusammenfassend sagen, Konflikte zu schüren und auszutragen, finden wir moralisch nicht gerechtfertigt.

 

Es schrieben bisher noch

Der Frodo noch mal genauer aus Schiri Sicht

Die Nice Guys ohne taktische Sicht

Die Athens South End Scum aus englischer Sicht

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Sep 182017
 

Puh, das war ein ziemlich übles Brett. 0-4 zur Halbzeit ist schon sehr ernüchternd. Und das nicht mal bei einem Gegner, der nun Zauberfußball präsentiert. Und auch in der zweiten Halbzeit passierte nicht viel auf dem Platz. Wir diskutierten schon, ob wir diesen Bericht einfach in zwei Worten abhandeln. Z.B. mit „alles Scheiße“. Aber dazu haben wir doch einige Fragen, die wir stellen, aber meistens nicht beantworten können.

Geschenkt ist, dass unser Kapitän einen richtig gebrauchten Tag hatte. Das passiert, er hat so viele geile Spiele geliefert, da kannst du auch mal Scheiße an den Füßen haben. Trotzdem bleiben Fragen.

Wie kann es sein, dass wir mit relativ einfachem und nicht einmal wirklich überzeugendem Pressing sofort um jede spielerische Linie gebracht werden? Wird das Befreien aus dieser Situation nicht geübt? Gerade unsere Abwehrspieler wirken immer vollkommen panisch, wenn sie mal angelaufen werden. Das kann eigentlich nicht sein.

Wie kann es auch sein, dass Montag in Nürnberg noch jeder individuelle Fehler gegenseitig ausgebügelt wird und die Jungs füreinander laufen wie die Verrückten und gegen Ingolstadt ist stehen bleiben und hinterher gucken Programm. Wie kommt es zu einem solchen Unterschied innerhalb von fünf Tagen?

Haben wir Spieler, die irgendwie Gift in das Gefüge bringen? Wie erklärt sich sonst ein solcher Leistungsunterschied? Stimmt die Kondition nicht für zwei Spiele in fünf Tagen? Wie kann es darüber hinaus sein, dass man bei einem frühen Rückstand sofort alles verlernt hat? Zuviel Druck? Kein Selbstvertrauen?

Was ist eigentlich mit Neudecker? Was hat er getan? Bzw. was macht der nicht im Training? Selbst wenn MMD ausfällt, wird lieber Litka auf die Mittelposition gestellt – der offensichtlich nicht weiß, was er da tun soll – als mal Neudecker eine Chance zu geben. Dabei sind alle, die ihn bei der 2. Mannschaft sehen, voll des Lobes. Selbst beim Stand von 0-4 wird er nicht einfach mal als zentraler Mann getestet. Warum nicht? Vor der Winterpause letzte Saison war er gut, auch in Nürnberg wirkte er ballsicher und ruhig, gerade wenn er angelaufen wird. Aber zur Zeit hat man das Gefühl, dass Olaf eher Heerwagen auf die 10 stellen würde, als Neudecker zu bringen. Nur ganz ehrlich: Dann lass ihn doch bei der 2. Spielpraxis sammeln!

Warum kommt es zu keinem Aufbäumen in Halbzeit zwei? Da sind immerhin gut 25.000 Zuschauer im Stadion, die haben gezahlt, die wollen was sehen. Und so wie die Ränge drauf waren, wäre das bei einem frühen 1-4 noch mal interessant geworden. Hut ab an die Unermütlichkeit der Süd. Ach ja, die gemeldete Zahl von 29.000 und ein bisschen, ist irgendwie albern. Klar, dass sind verkaufte Karten, aber wenn so viele Leute nicht gekommen sind, dann wäre eine echte Zuschauerzahl realistischer. Auf der GG war richtig viel Platz diesmal. Und auch viele Sitze blieben unbenutzt.

Kurz und Knackig drumherum

– Die Mikrofonanlage wurde getestet, war in der Gegengerade nicht wirklich zu hören und von Leuten in der Süd eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Was für uns irgendwie kein Argument ist, ist der Stylefaktor. Da hat schon Paramat mal den richtigen Kleber gehabt (der auf der Fanräume Wand immer noch zu bewundern ist) „Kein Style, trotzdem geil“. Trotzdem: Ein guter Vorsänger (oder mal eine gute Vorsängerin), die mit einem Megaphon kleinteilig Leute aufhetzt, ist immer noch das Geilste überhaupt. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie das wirkt, wenn es wirklich mal was zu supporten gibt.

– Präsidiumsrücktritt und Neuwahl. Man kann über die wirklichen Gründe spekulieren, insbesondere, weil die Erklärung eher dünn war. Jedoch sei zu bedenken, dass unsere Satzung in § 23 folgendes regelt:

“ Die Amtsperiode des Präsidiums beträgt vier Jahre, es sei denn die vierjährige Amtsperiode endet in einem Kalenderjahr, in dem Aufsichtsratswahlen stattfinden. In diesem Fall beträgt die Amtsperiode des Präsidiums zwei Jahre. Sie endet in jedem Fall mit der Wahl eines neuen Präsidiums. “

Und wir wählen 2018 auch den Aufsichtsrat. D.h. so bekommt man vier Jahre für das Präsidium, nächstes Jahr wären es nur 2 Jahre geworden.

– Mexikaner und Pfeffi im Jolly nach dem Spiel sind ein harter Versuch zu vergessen.

Es schrieben sonst noch:

Der Supportblock Gegengerade, der erhebliche Probleme bei der Durchführung seiner Choreo hatte und sich – zu Recht – auf Facebook darüber aufregt. 

 

Die Nice Guys, die gerade zu diesem Mist ihren Senf Nr. 42 abgeben. Der Antwort auf die Frage hätte man doch ein besseres Spiel gegönnt. 

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Sep 172017
 

Ich kann ja nicht anders. Ich muss immer wieder auf die Halbdistanz. Und dies obwohl mein äh sonstiger Lebenswandel damit nicht zu 100 % kompatibel ist. Um es mal so zu formulieren.

Dazu kommt: Ich habe mich unsterblich in eine Veranstaltung verliebt. In die Challenge Almere.

Allgemeines

Almere ist eine Kunststadt auf künstlich erschaffenen Land in einem künstlich geschaffenen See. Und doch werdet ihr an wenigen anderen Stellen soviel Natur erleben. Der Ijsselmeer, der Markermeer (laut Wikipedia sind beides Binnenseen und damit der See) und Flevoland sind ein Vogelparadies und es wimmelt von Vögeln.

Almere selber hat den Nichtcharme einer 70er Jahre Bebauung, ist jedoch mit viel Platz und einem komplett den Autoverkehr nie kreuzendem Radwegenetz geplant. Radwege und Straßen laufen immer über- oder untereinander durch die Stadt.

Anreise

Ging ganz in Ordnung, wenn wir mal von ständigen Regengüssen und einer Vollsperrung absehen. Am Hotel angekommen, hatten mein Navi und die Realität noch ein paar kleine Abstimmungsprobleme, aber dann war das Hotel gefunden.

Das Hotel war letztendlich ein absoluter Glücksfall, aber als ich ankam war da noch richtig Party. Das änderte sich aber zur Schlafenszeit.

Warm up, Briefing, Check In

Am nächsten Morgen weckte mich das Pladdern des Regens an die Fenster. Ein Blick auf den Wetterbericht zeigte schnell, dass zumindest für diesen Freitag keine Besserung zu erwarten war.

Lasse ich dann meine üblichen 10 Rad / 2 Laufen am Tag vorher sein? Ich entschied mich dagegen, alleine weil der Wetterbericht für den Tag danach auch Regen versprach, so dass eine Runde im Regen als Übung vielleicht ganz gut ist. Spaß macht es trotzdem nicht im strömenden Regen zu radeln und dann zu laufen. Lief aber alles sehr locker und schnell. Alle Systeme auf Grün, kann los gehen.

Im Hotel zweifelte ein Langdistanzler an seinem Start und ich kann ihn verstehen. Das ist bei diesen Bedingungen immer noch ein anderes Brett.

Das Briefing brachte nix wirklich Neues. Wie immer. Ich gehe trotzdem jedes mal brav hin.

Alle Helfer freundlich, zweisprachig und zuvor kommend. Eine der Stärken dieser Veranstaltung.

Check In dementsprechend auch schnell erledigt. Nur blieb jetzt Zeit bis zur Carboloadingparty.

Die ich mit dem zum scheitern verurteilten Versuch verbrachte eine Winterjacke ohne Fellkragen und/oder Daunen zu finden.

Die Carboloadingparty war klasse. Gute Auswahl, nicht nur Nudeln und schmackhaft. Nur viel zu voll. Es bildete sich eine riesige Schlange. Die Kapazitäten sind mit 3.300 Teilnehmern über alle Distanzen und Tage dann wirklich an den Grenzen.

Aber freundliche Helfer mit einem Schnack auf den Lippen machen alles wieder gut.

Kurz noch ein Eis für den Rückweg und ab ins Bett.

Renntag

Der Wecker klingelt und es gießt immer noch. Na toll.

Hinfahren, Parkplatz, Rad checken. Nass aber sonst okay. Viele verringerten den Druck ihrer Reifen, wohl um Rutscher und Pannen zu vermeiden.

Das Gute in Almere: die Beutel hängen trocken, das für mich nicht so Gute: Man muss über eine Behelfsbrücke zum Start. Und da man ja bekanntlich auf einem Bein nicht stehen kann und ich letzte Woche schon einen Sturz hatte, rutschte ich die Treppe runter und erstmal tat alles weh und verkrampfte. Puh? Nicht starten? Glücklicherweise ging es nach 5 Minuten wieder.

Ab ins Wasser

Das Schwimmen

Geschwommen wird in einem sehr flachen Binnensee, der vor dem Rennen extra noch mal gemäht (!!!) wird, sprich von Algen befreit wird.

Damit ich als langsamer Schwimmer nicht für spätere Wellen im Weg bin, schwimme ich eher außen. Und da war das Mähen nicht so erfolgreich gewesen. Ständig hatte ich Grünzeug im Gesicht oder in den Fingern.

Gefühlt ging es gar nicht voran, es war zäh und irgendwie lief es nicht. Und gefühlt war ich weit über einer Stunde unterwegs. Umso überraschter war ich von den geschwommenen 56:48. Das ist für mich super.

Ab in die Wechselzone. Da Zeit gelassen, auch weil ich -wie eigentlich alle anderen Teilnehmer- erstmal warme Sachen anzog.

Das Radfahren

Erstmal 5 km auf sehr engen Wegen und ich werde nie verstehen, wie man hier als schnellerer Überholer nicht in der Lage ist mal kurz „hey“ oder so zu brüllen. Die Wege teilweise auch kurvig und eckig. Ich schenkte mir daher eine Überholung bis wir auf dem Deich waren. Auf dem dann mehr als genug Platz ist. Lieber 30 Sekunden verlieren, als zusammen mit einem anderen Teilnehmer auf dem Asphalt liegen.

Die Radstrecke geht gut 40 km auf dem Deich, dann quer durchs Land und am Ende noch mal auf den Deich zurück.

Prinzipiell eine schöne Strecke zum rollen, sie hat aber auch ein paar Tücken. Zum einen ist es nicht überall Asphalt (sondern auch mal Gehwegplatten oder ähnliches), zum anderen ist dieser nicht immer perfekt. Und zum Dritten gibt es Viehgitter in der Strecke.

Dies alles und die nassen sorgten doch für viele Pannen, die ich sah. Leider auch einige Stürze. Ich hoffe ohne ernste Folgen.

Die ersten 5 Deichkilometer noch quer zum Wind, dann aber mit Rückenwind und es folgten gut 30 km Segeln. Der Tacho fiel nie unter 30 km/h und dies ohne Vollgas zu treten.

Aber ihr wisst alle was dies bedeutet: Man muss irgendwann auch wieder gegen den Wind zurück.

Und dies ist die mentale Herausforderung dieses Rennens. Nach 45 gefahrenen Kilometern ändert sich der Charakter des Rennens komplett. Da muss man sich erstmal drauf einstellen. Und auch ich musste mir immer wieder klar machen, dass es nicht schlimm ist, wenn der Tacho mal 24 km/h anzeigt. Nach gut 10 km war dies auch gelungen und ich hatte einen Rhythmus.

Und die Beine fühlten sich locker an. Zwar merkte ich ab km 75 was ich getan hatte, aber dieses Gefühl des vollkommen fertig seien, was ich sonst gerne mal habe, das kam nicht.

Nach 3:27:05 sprang ich vom Rad. Wieder eine etwas längerer Wechsel und ab auf die Laufstrecke.

Der Lauf

Ich begann wieder mal viel zu schnell. Auch das ist ein Klassiker bei mir im Triathlon. Nach zwei Kilometern daher erstmal eine kleine Gehpause und eine innere Ermahnung hier nicht zu überdrehen.

Die Runde um den See wird von blau gekleideten Freaks nach der Hälfte aufgelockert. Die haben eine Discoanlage, spielen üblen Kirmestechno und feuern jeden Teilnehmer wie verrückt an. Das ist echt großartig.

Ich hatte nun ein Tempo gefunden und außer kleinen Gehpausen zum Verpflegen lief es.

Erste Runde in 48:34 Minuten.

Auch die zweite Runde lief. Es kam kurz die Sonne raus, aber bevor ich überlegen konnte, ob es mir vielleicht noch zu warm wird, kam die dunkle Wolke und es folgte ein Wolkenbruch. Inklusive Hagelkörner. Die Ärmsten, die da noch auf der Radstrecke waren.

Zweite Runde in 52:41

In der dritten Runde konnte ich dann das Tempo nicht mehr ganz halten, brauchte etwas längere Verpflegungspausen ;-). Aber es rollte immer noch. Ich überholte noch einige langsamere Läufer.

Und wurde vom Gewinner der Langdistanz überholt. Aber egal.

Nach 7:18:48 war ich zufrieden im Ziel. Platz 975 von insgesamt 984 Teilnehmern, die ins Ziel kamen. In der Altersklasse 146. Platz von 147 in Ziel gekommenen. Der 147. hatte vor dem Laufen noch 31,5 Minuten Vorsprung auf mich. Und ist dann komplett eingebrochen.

Halbmarathon in 2:37? Damit kann ich aber richtig gut leben.

Fazit
Almere hat sich wieder gelohnt und trotz des nassen Wetters hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich komme wieder. Keine Frage.

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Sep 042017
 

Warnung!

Dies ist ein Bericht über aktive sportliche Aktivitäten einzelner Schreiberlinge dieses Blogs. Wenn ihr die üblichen Fußballanalysen lesen wollt, dann bitte nicht weiter lesen.

Wir haben uns entschlossen, diese Rubrik wieder zu befüllen, weil dies doch einfacher ist, als irgendwo noch einen eigenen Blog zu befüllen, der aus diversen Gründen nicht mehr zu dem primären Aktivsportler dieses Kollektives passt. Die Berichte sind durch das Wort „Aktivsport“ im Bericht gekennzeichnet.

Ansonsten viel Spaß mit den aktiven sportlichen Erlebnissen.

Das Airportrace 

Eine Instution im Hamburger Laufkalender ist das Airportrace. Bereits die 34. Auflage wurde dieses Jahr veranstaltet. Das Rennen umrundet einmal die Fuhlsbütteler Flughafen und geht über die ungewöhnliche Distanz von 10 Meilen.

Meine letzte Teilnahme datiert aus dem Jahre 2013, seitdem passte dieses Rennen nie in den eigenen Laufkalender. Umso schöner, dass die Veranstaltung diesmal auf das Länderspielwochenende fiel und ich eine Teilnahme verwirklichen konnte.

Da nächste Woche nun der Jahreshauptwettkampf geplant ist, war das Ziel nicht sich zu verausgaben und hier auch keine Stunts zu veranstalten. Das dies letztendlich nicht so wirklich klappte, da wird drauf einzugehen sein.

Vor dem Rennen

Das ganze ist von der BMS (mit-)organisiert und der Name steht für eine gute Qualität an Organisation. So gibt es einen ausgeschilderten Parkplatz, der zwar ein Euro kostet, aber das ist ja okay. Es gibt eine vielgenutzte „Fahrradgardrobe“ und die Startnummer ist schnell ergattert. Übergeben durch ein Abteilungsmitglied, so dass auch noch ein bisschen Plausch und Freude möglich war.

Danach galt wieder mein Lebensmotto „Dixiklo macht Läufer froh“. Details möchte ich an dieser Stelle verheimlichen.

Was fehlte: Die Motivation. Die war trotz sonnigem Wetter anscheinend im Bett geblieben. Die Hüpfburg sah echt verlockend aus. Und auf eine Hitzesonnenschlacht hatte ich auch nicht wirklich Lust. Denn so schön der Kurs ist, er ist doch für sehr weite Teile in der Sonne.

Nun gut, irgendwann war dann die „nützt ja nix, du hast bezahlt“ Stimmung da und es konnte los gehen. Nicht ohne vorher noch von einem Mädel angesprochen zu werden, ob man nicht eine Woche vorher beim Heldenlauf gewesen sei. Jo, war ich und da hatten wir uns über Kilometer immer wieder abgewechselt, wer gerade schneller war. Am Ende hatte sie mich dort verheizt.

 

Das Rennen

Ich hatte mir als Ziel gesetzt irgendwo knapp unter 1:50 zu finishen. Und dabei die Kilometer relativ konstant zu laufen. Zu Beginn ging es natürlich wieder ab wie Schmidts Katze, da es zu Beginn Asphalt ist und die Leute auch ihr eigenes Tempo überschätzen. So war bereits ab Kilometer 5 fröhliches einsammeln angesagt von Leuten, die einfach ein viel zu schnelles Einstiegstempo gewählt hatten. Ich kenn das aber von diesem Lauf selber. Man will den immer wie einen 10 KM Lauf angehen. Aber 16 km sind halt 60 % mehr.

Durch ein Parkhaus windet man sich nach oben und tauscht dann die Straße gegen engere Wege ein. Es wird ein bisschen eng bei irgendwas um die 2000 Teilnehmer, insbesondere wenn einem noch Spaziergänger oder ähnliches auf den nicht ganz abgesperrten Wegen entgegen kommen.

Bei Kilometer 6 gibt es Wasser und ich bin gut im Plan. Ich habe eine Minute Vorsprung auf meine gewünschte Zielzeit und fühle mich locker. Dann geht es durch ein kleines Waldstück in Richtung Krohnstiegtunnel. Und hier passiert das Unglück. Ich laufe hinter einem Paar, die genau mein Tempo gehen. In der Mitte des Weges befindet sich ein Baumstumpf, der wahrscheinlich zu Beginn des Rennens noch ebenerdig war, nun haben aber ca. 3000 Füsse ihn richtig schön aus dem Sandboden herausgearbeitet. Die vor mir können noch knapp ausweichen. Ich nicht mehr. Ich bleibe hängen, stolpere, versuche mich noch abzufangen und batsch. Liege ich auf der Fresse. Zum Glück habe ich den vor mir zwar berührt, aber nicht mit umgerissen, so dass ihm nix passiert. Er und seine Begleitung bleiben sofort stehen, helfen mir auf. Danke dafür!

Schadensbericht? Das Knie ist blutig, die Hände auch, die Schulter voller Sand. Kurz geguckt, ob alles noch geht, weiterlaufen. Zumindest bis zu einer Wasserstelle, wo auch Feuerwehr ist, die sich das ggf. mal ansehen kann. Natürlich brennt das und ist unangenehm, aber Adrenalin ist schon ein geiler Saft. Daher kann ich mein Tempo halten.

An der Wasserstelle dann also kurze Notverarztung. Ist aber alles nur eine oberflächliche Schürfwunde. Nix was mich umbringt oder was ein Weiterlaufen verhindert. Meinen Vorsprung auf mein Ziel hab ich natürlich nun vollständig verloren.

Und nun geht es den Weg zwischen Schrebergärten und Flughafenzaun entlang. Man hat da was zu gucken, aber wirklich gut überholen oder Tempomachen ist auf den teilweise unebenene und steinigen Wegen nicht mehr möglich. Insbesondere, da ich nicht noch einen zweiten Sturz riskieren will.

Freunde getroffen, die einen noch freundlich bepöbeln und dann endlich ist man wieder auf der Straße und nah am Ziel.

Das Airportrace ist bis dahin flach. Wenn man mal von Parkhaus und Krohnstiegtunnel absieht. Aber direkt vor dem Ziel macht der Lauf noch einen Schlenker, damit man auf 10 Meilen kommt und genau dieser Schlenker ist mit einem ordentlichen Anstieg gesegnet. Und Anwohnern, die einem mit „In 400 Metern wird es wieder flach!“ Mut und Respekt gleichzeitig einflößen.

Ich versuche noch einen Endspurt, was auch gelingt und den letzten KM nah an die 6:00 drückt. Aber insgesamt hat Sturz und Verarztung zuviel Zeit gekostet, um eine 1:50 zu unterbieten. Am Ende fehlen auf meiner Uhr 7, in der offiziellen Zeitmessung 6 Sekunden. Egal.

Ein Fazit

Die Dame vom Anfang auch wieder getroffen, gratuliert, aber das Nicht-Duell auf 1-1 gestellt. Diesmal war ich schneller. 🙂

Insgesamt ein gelungener Lauftag.

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Aug 192017
 

 

„When I put on my uniform, I feel I am the proudest man on earth.“

Roberto Clemente

Ihr müsst Roberto Clemente nicht kennen, der an diesem Spieltag 84 geworden wäre. Roberto Clemente spielte Baseball und meinte hier das Vereinstrikot, die Vereinsuniform. Er verstarb als er mit Hilfslieferungen abstürzte.

Wieviele heutige Profis sind noch die stolzesten Menschen auf Erden, wenn sie die Uniform, das Trikot überziehen? Wieviele Spieler wissen um das Privileg ein Trikot anzuziehen? Und wieviele davon ziehen genau ein Vereinstrikot an?

Regen

Natürlich regnet es genau dann, wenn wir das letzte teilweise unüberdachte Stadion in der 2. Liga besuchen.

Was treibt Menschen eigentlich dazu, riesige Summen auszugeben? Was treibt sie dazu, der Deutschen Bahn zu trauen, dass sie nicht nachts in Ansbach stranden? Was treibt sie zu 14 Stunden in einem unbequemen Bus mit nervigen Busfahrern? Alles für einen unüberdachten Stehblock in einer beliebigen Stadt? Beliebig, weil man sie nicht sieht und sie so nur ein Name auf der Anzeigentafel ist.

Wissen Profis eigentlich, dass sie diese Menschen, diese – ja, nennen wir es so – blinde Leidenschaft, repräsentieren, wenn sie das Trikot anziehen?

Ja, für sie muss es insbesondere auch ein Arbeitgeber sein. Das ist genau das Gegenteil von blinder Leidenschaft und der Gefahr ins Ansbach zu enden. Kein Profi will in dem Ansbach des Fußballs enden. Jeder will nach Barcelona. Aber nun ziehen sie unser Trikot an. Das Trikot was vielleicht in Ansbach auf dem nächtlichen Bahnhof steht. Das Trikot was durchnässt im Block steht und inbrünstig, unermüdlich und heldenhaft auch beim Stand von 0-2 was von „heute gewinnen“ und „Gegner niederringen“ singt. Spürt man als Profi diese Bedeutung?

Vielleicht darf man sie auch nicht spüren? Weil man sonst verkrampft? Aber Roberto Clemente ist Hall of Famer. Er spürte es. Wenn man Totti fragen würde, er würde es spüren. Und auch Totti ist ein Hall of Famer, gäbe es eine Hall of Fame im Fußball.

Was ist los?

Unsere Jungs auf dem Rasen können nicht stolz sein. Es läuft nicht. Kein stolz. Keine gespannte Brust. Nein. Eher Hühnerhaufen. Und dazu Anzeichen dafür, dass die blinde Leidenschaft, dass erleiden von 14 Stunden Busfahrten auch diese Saison selten mit Freude endet.

Zu unkoordiniert wirken unsere 9 und 11. Beide stehen sich regelmäßig auf den Füßen und eine wie auch immer geartete Kombination zwischen beiden findet nicht statt. Stattdessen der Versuch von Flanken der Aussenverteidiger, was nicht deren Stärke ist.

Aber technische Unzulänglichkeiten sind in das Trikot was unsere Jungs hier tragen, über Generationen eingewebt. Und die Liebe will es gar nicht anders. Der 30-Meter-Lauf, der den Abschlag des Torhüters ins Toraus blockt und diesem einen Abstoss beschert, wird von der Tribüne immer mehr gefeiert werden, als der feine Trick, den der Gegenspieler mit der Fußspitze zerstört.

Das Technik und Taktik trotzdem extrem wichtig sind, dies nur am Rande.

Aber der Stolz, nein Paragraph 1 eines jeden Verhältnis, das berechtigt dieses Trikot zu tragen; ja welches das Privileg gibt, dieses Trikot zu tragen, lautet „du läufst und kämpfst bis du auf den Rasen kotzt“.

Und auch da fehlt es unseren Jungs. Der Gegner ist schneller. Er geht die harten Wege. Wir können dies nicht. Pressingversuche sind leicht zu umspielen, da immer ein oder der andere Spieler die Wege nicht geht. Im Mittelfeld werden unsere Jungs teilweise Meter in kurzen Laufduellen abgenommen. Es ist besorgniserregend.

Wollen sie nicht? Können sie nicht? Und wenn sie nicht können, ist die Vorbereitung richtig? Die Belastung zu hoch? Wir wissen es nicht. Analyse tut Not. Denn hier sprechen wir über DNA. Über sine qua non. Ja, auch darüber ob eine Mannschaft, ein Spieler dieses Trikot tragen sollte.

Lasse fehlt. Wir wissen nicht, wie sich Lasse fühlt, wenn er sein Trikot anzieht. Vielleicht ein bisschen stolz. Auch wenn Lasse ganz tief im Herzen am liebsten das 1-0 zur Meisterschaft vor der Süd in Dortmund einschädeln würde. Aber was wir wissen ist, dass Lasse in solchen Spielen eskaliert, Mittelstürmer und Abräumkante in einem wird und läuft wie Irre.

Und als ob die Unzulänglichkeiten im technischen und kämpferischen nicht schon genug wären, kommt auch noch Pech hinzu. Kopfball nach nicht mal zwei Minuten direkt auf den Torhüter, Ball der auf der Linie tanzt, Elfmeter der – zwar nicht gut geschossen, aber hey – nicht rein geht.

All dies sind Zutaten, die für eine lange Saison sprechen. Gibt es ein Happy End?

Im Kleinen schon. Weder ist die Bahnfahrerin in Anspach gestrandet, noch ging unsere Busfahrt ewig und die nassen Klamotten trockneten auch wieder.

Voran St. Pauli. Du bist die einzige Möglichkeit. Und zumindest wir fühlen uns wie der stolzeste Mensch der Welt, wenn wir dieses Trikot tragen. Happy Birthday, Roberto.

(Geschrieben Nachts um 3 Uhr.)

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Aug 162017
 

Schrieben wir doch hier letztens noch über die Kampagne der Vierbuchstabenzeitung gegen „Ultras“. Und plötzlich kommt Hr. Grindel um die Ecke und veröffentlicht eine Stellungnahme , die so gar nicht in die Zeit der Zuspitzung, der Verallgemeinerung und der Verhaltenskriminalisierung passt und hoffen lässt. Natürlich gibt es ein riesiges Misstrauen gegen den DFB, weil schon so viele Gesprächsrunden im Nichts versickert sind und die Herren sich in ihrer Schneise wieder eingegraben haben.

Es bleibt auch vieles abzuwarten und da sind noch ganz viele Gräben zu überwinden, aber wie wir alle wissen, ist der erste Schritt aufeinander zu immer der Schwerste.

Man muss kein Prophet sein, um gerade das Thema „Gewalt“ für ein äußerst schwieriges zu halten und da wird wahrscheinlich noch viel Wasser die Elbe runter fließen, bis man hier zu Lösungen kommt.

ABER! Es ist gut, dass erstmal miteinander geredet wird.

Was in der Mitteilung bemerkenswert ist, sind folgende Sätze:

Der DFB empfiehlt seinem Kontrollausschuss, bis auf Weiteres darauf zu verzichten, Strafen zu beantragen, die unmittelbare Wirkung auf Fans haben, deren Beteiligung an Verstößen gegen die Stadionordnung nicht nachgewiesen ist. Wir wollen für diesen Zeitraum keine Sanktionen wie die Verhängung von Blocksperren, Teilausschlüssen oder „Geisterspielen“. Die Unabhängigkeit der DFB-Sportgerichtsbarkeit bleibt davon unberührt. Wir wollen ein Zeichen setzen, um gemeinsam in den Dialog einzutreten.

Dies ist erstmal ein Vorabzugeständnis des DFB, was Gespräche vereinfacht und den Unsinn der absurden Ausschlüsse erstmal stoppt.

Juristisch ist der Kontrollausschuss als „Staatsanwaltschaft“ ist für eine solche Empfehlung empfänglich, die Sportgerichtsherren (es gibt am DFB-Sportgericht wirklich und ohne Scheiß keine Frauen, wenn sie nicht „Beisitzerin für Frauenfußball“ sind) dürfen es nicht sein, wenn der DFB auch nur annähernd einen Hauch von rechtsstaatlichen Grundsätzen aufrecht erhalten möchte. So ist diese Formulierung clever und gut.

Wenn wir das richtig sehen, kann das Sportgericht keine Strafe über den Antrag aussprechen (anders als z. B. ein Strafgericht), so dass hier auch nicht die Revolution des Hans E. Lorenz zu befürchten ist. Man könnte sich aber auch nicht vorstellen, dass das Sportgericht irgendetwas macht, was gegen den Präsidentenwillen geht.

Ein weiterer Satz macht vielleicht ein bisschen Hoffnung:

Deshalb möchten wir in unseren Verbandsgremien und in der Anfang des Jahres installierten Projektgruppe „Verbandsrecht und Zuschauerverhalten“ den Diskurs über Möglichkeiten zur Verhinderung von Zuschauerfehlverhalten einerseits sowie eine Weiterentwicklung der Sportgerichtsbarkeit intensivieren.

Wir haben hier schon diverse Male unsere Wünsche formuliert. Weg mit einer parallelen Strafgerichtsbarkeit, Konzentration auf die Kernthemen beim Sportgericht. Zuschauerverhalten viel mehr als gesamtgesellschaftliches Thema sehen und vielleicht auch Kompromisse finden. Wie wäre es mit einer teilweisen Pyroerlaubnis? Wenn das jetzt schon einzelne Innenminister andenken … 

Das Herr Pistorius das wie ein Innenminister andenkt, der als gütiger Herrscher dem quengeligen Untertan was zum spielen geben will, aber die  Liebe auch S O F O R T wieder entziehen will, das sei mal jetzt vergessen, wir wollen doch gerade aufeinander zugehen.

Interessant wird sein, ob sich auch „die Ultras“ zu einem vorübergehenden Zugeständnis haben bewegen lassen. So einen vorübergehender Pyroverzicht (als Beispiel) hatte es ja schon mal gegeben.

 

Das soll alles nix mit aktuellen Ereignissen zu tun haben? Wer es glaubt, der glaubt auch Chemtrails. Wenn selbst Fanszenen zusammenarbeiten, die sonst in einer Rivalität stehen, dann kann ein Handlungsdruck aufgebaut werden. Dies zeigt diese Mitteilung.

Spannend ist jetzt, ob der DFB diese Geschichte zwischen Hansa und Magdeburg nun noch anders auflöst. 

(Kurz mal vom Hausjuristen veröffentlicht, ggf. kommen wir im Darmstadt-Bericht noch mal länger drauf zurück.)

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Aug 022017
 

 

Wie ihr, liebe Lesenden, sicher schon mitbekommen habt, geht der FCSP eine langfristige Kooperation mit dem Premier League-Club Stoke City FC ein, die für beide Seiten wirtschaftliche und sportliche Erfolge bringen soll. Zum feierlichen Auftakt gab es schon mal ein Testspiel am Millerntor. Wir waren dabei und haben uns ein paar Notizen gemacht. Anschließend wollen wir diese Kooperation kurz aus unserer Perspektive kommentieren.

Das Testspiel

Zunächst sei kurz angemerkt, dass der Eintritt mit 3 bzw. 5 Euro (Sitzplatz) durchaus günstig war (da haben wir schon in der Bezirksliga mehr bezahlt) und sicherlich nicht zuletzt deswegen viele Kids aus dem Viertel auf den Tribünen waren, was auch gut ist. Sicherlich ist es für viele nicht immer einfach, an die regulären Tickets zu kommen. Auch 14.500 ZuschauerInnen sprechen wohl dafür, dass es eine gute Entscheidung war, die Preise gering anzusetzen.

Auch neu für uns: die LED-Banden. Ich (es folgt die Einzelmeinung des Schreibenden) muss ganz ehrlich sagen, dass mir die neue Technik erst nach zehn Minuten aufgefallen ist. Sie ist meinem Empfinden nach also nicht aufdringlich, sondern unterscheidet sich wenig von ihren Vorgängern. Dankenswerterweise sollen ja auf aufwändige ablenkende Animationen verzichtet werden und es ergibt sich die Möglichkeit (was ja auch bereits getan wurde) anderen Content zu zeigen, als Werbung: „Love St. Pauli – Hate Fascism“ steht dort zum Beispiel zu lesen. „Resultierend aus der Diskussion hat der Verein eine Selbstverpflichtung formuliert, die vorsieht, dass […] [es] die Möglichkeit zur regelmäßigen Einbindungen von Fanbelangen auf den LED-Banden geben wird“, liest man zum Beispiel auf der Homepage des Clubs. Was genau Fanbelange sind, ist sicherlich zwar nicht weiter ausgeführt, aber vor einem riesigen Fernsehpublikum auch ganz prominent für seine ethischen und politischen Werte zu werben, finde ich sehr reizvoll. Mal sehen, wie lange es dauert, bis der DFB das alles „zu politisch“ findet und verbieten wird.

Und die Palette der neuen Dinge hört damit noch nicht auf: Schweren Herzens mussten wir ja Rainer Wulff verabschieden. Durch das Spiel leitet der neue Stadionsprecher Frank Herzig. Lieber Frank, wir wissen, dass es unglaublich schwer sein muss, eine Größe wie Rainer zu ersetzen – gerade wenn man neu ist. Aber eine kleine Bitte hätten wir an dich: Achte das nächste Mal bitte ein wenig auf deine Begrifflichkeiten. Sätze wie „Wir freuen uns über ganz viel Tradition“ oder die Betonung, dass Stoke City mit Philipp Wollscheid einen Deutschen in der Verteidigung hat, sind eine Rhetorik, die wir wirklich nicht vermissen würden.

Zum Spiel gibt es wenig zu sagen. Stoke City ist wie zu erwarten mit der dritten Mannschaft angetreten, bei der relativ wenig zusammengeht. Beide Teams probierten viel (Zehn Wechsel allein beim FCSP!), trotzdem wirkten die Boys in Brown als Mannschaft eingespielter und weniger zusammengewürfelt. Zwei tolle lange Bälle plus zwei geschenkte Treffer macht am Ende 4:2 für die Richtigen in einem belanglosen, aber doch unterhaltsamen Kick.

 

Kooperation allgemein

Vielleicht noch ein paar Worte allgemein zu Kooperationen und zu dieser Kooperation. Grundsätzlich machen Kooperationen zwischen Unternehmen Sinn. Und zwar selbst dann, wenn sie irgendwo Konkurrenten sind. Und dies gilt auch für Vereine wie Stoke und den FCSP (gleich erläutert). Diese Kooperation soll ihre Grundlage im Sportlichen haben und ist wohl die Erste ihrer Art zwischen Bundesligisten und Premiere League-Verein. Was genau gewollt ist, haben uns die Verantwortlichen lieber nicht verraten, siehe Pressekonferenz 

Auf den ersten Blick erscheint eine Kooperation und auch ein Austausch und ein Zusammenarbeiten in den begleitenden Tätigkeiten eines Fußballvereines sinnvoll. So kann mit gemeinsamen Merch-Einkauf oder Verkauf garantiert Mengenrabatte und Vertriebsstruktur des jeweils Anderen genutzt werden oder im Internetbereich gemeinsam Server gemietet werden oder Social Media-Konzepte erarbeitet werden. Oder im Onlineticketing eine gemeinsame Plattform entwickelt werden. Gerade letzteres erscheint aufgrund des Duopols in diesem Bereich keine schlechte Idee. Oder Oder oder.

Hier soll aber das „Herzstück“ der sportliche Bereich sein. Und da wird es schwierig, sinnvolle Inhalte zu erkennen. Gemeinsames Scouting? Da ist man ganz schnell Konkurrent um die gleichen Spieler und gerade in diesem Bereich gibt es Betriebsgeheimnisse, die man garantiert nicht teilen will. Und sollte. Ausleihgeschäfte? Dafür benötige ich keine Kooperation und das wird auch schnell einseitig. Jugendmannschaftenaustausch? Ja, so etwas kann interessant sein, aber auch dafür brauch ich eigentlich keine Kooperation.

Aus der PK:

„Hier bestehe die Möglichkeit, die Kaderplanung beider Vereine zu koordinieren: „Es geht nicht nur darum, dass wir Spieler ausleihen. Stoke kann uns helfen, Spieler zu verpflichten, die in ein oder zwei Jahren dann so weit sind, dass sie bei ihnen spielen können. Für uns ist es eine Möglichkeit, Spieler zu bekommen, die wir uns nicht leisten können. Für Stoke besteht die Chance, Spieler bei uns spielen zu lassen, die dann irgendwann die Qualität haben, bei ihnen zu spielen.““

Dieses Zitat alleine lässt die Problematik erkennen. Ich arbeite hier nicht auf Augenhöhe und werde schnell Parkplatz für den anderen Verein. Und das ist nicht wirklich eine gute Idee. Kann Stoke im Rahmen der Kooperation dem FCSP Spieler aufdrängen? Was ist, wenn Stoke diesen Spieler genauso entwickeln will, der FCSP aber nicht? Oder andersherum? Beispiel: Stoke braucht absehbar einen Torhüter. Will XYZ Fliegenfänger hier parken und entwickeln. Das geht nur, wenn er spielt. Stand jetzt wäre das sehr schwierig.

Hinzu kommt, dass man Spieler nur bedingt langfristig an einen Verein binden kann. Entweder muss ich das Leihgeschäft nach einem Jahr schon wieder beenden, was nicht wirklich besser wäre, als sonst. Oder aber ich laufe Gefahr, dass irgendwer kommt und den weg kauft. Oder der Spieler weg will.

 

Was man aber auch bedenken sollte ist, dass hier zwei konkurrierende Wirtschaftsunternehmen eine Kooperation eingehen. Das heißt nicht, dass wir Fans, die Fußball ja doch aus einer etwas anderen Perspektive sehen wollen/sollten/müssen nun Stoke cool finden müssen, oder die uns. Gott bewahre. Wenn es dem FCSP etwas bringt, dann kann er auch mit Hansa kooperieren (z.B. im Ticketing), wir als Fans sollen und müssen die dann nicht mögen. Das ist eiskaltes Unternehmertum vs. Fanidentität, ein alter Zielkonflikt im Fußball. Also bitte kein Freundschaftsschal. Ein paar nette Testspiele sind jedoch vollkommen okay.

 

 

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