adminbc

Jun 102017
 
Internet, Kreditkarten und Alkohol sind eine schlechte Kombination. So kann es doch passieren, dass es beim Darts gucken im Dezember passiert, dass man plötzlich Tickets für den PDC World Cup of Darts im Juni in Frankfurt hat, obwohl man das – nüchtern betrachtet – doch für eine eher zweifelhafte Idee hält. Das muss zur Legitimation reichen. Keine weiteren Fragen, bitte.
 
Also, auf nach Frankfurt! Die Gegend im Frankfurter Osten, in welcher der Veranstaltungsort (die Frankfurter Eissporthalle) liegt, ist dem fleißigen FCSP-Mitreisenden wohlbekannt, denn direkt nebenan liegt das Stadion des leider aktuell sportlich und ökonomisch desolaten FSV Frankfurt.
 
Die Masse der Leute, die bereits am Einlass warten, wirken weniger wie regelmäßige Besucher dieser Sportart. Diese furchtbar designten Dart- oder Hawaiihemden sind nur vereinzelt vertreten, dafür ist gefühlt jeder Junggesellenabschied des Landes am Start sowie diese Art von Publikum, die man so sieht, wenn man in der Nordwestkurve Frankfurt in wenig aus der Mitte wegtritt. Ihr wisst schon. Die NWK-Hangarounds aus den ländlichen Gebieten Hessens und so.  
Also alles sehr deutsch und männlich. Beste Voraussetzung für einen bescheidenen Abend. Unseren ersten Abend buchten wir im Innenraum und hatten so für rund 20€ einen Sitzplatz auf einer Bierbank, für entspannte 5€ noch einen halben Liter Apfelwein dazu, was die hessische Dorffeststimmung nicht gerade relativiert. Die Präsentation des Sports im Stadion würde der Autor als relativ karg beschreiben. Ja, natürlich gibt es diesen kurzen Walk-on mit Musik und Beleuchtung, aber ansonsten bekommt man in der Halle nicht viel mit. Die auf der Bühne für Sky Sports sprechenden Experten, dessen Bilder in der Halle übertragen werden, hört man allerdings nicht, weil der Ton viel zu leise ist. Schade. Zu der entsprechend männlichen Zusammensetzung des Publikums passt natürlich die sexistische Verwendung von jungen Frauen in kurzen Kliedern als schmückendes Beiwerk auf der Bühne.  
Wer bereits Darts im TV sah, weiß allerdings, dass die Stimmung in der Halle vor allem durch das Publikum getragen wird. An den beiden Abenden in Frankfurt kommt das kreative Potenzial der Zuschauer allerdings häufig über sexistische oder rassistische Beleidigungen gegen Timo Werner hinaus. Das ist anzuprangern, da offensichtlich zumindest seitens der Veranstalter keine Notwendigkeit gesehen wurde, dagegen vorzugehen oder sich zumindest dagegen zu positionieren (Im Re-live welches wir in der Nacht noch im Hotel sahen, war übrigens deutlich zu erkennen, dass insbesondere diese Gesänge herausgefiltert wurden).
 
 
Und sportlich? Naja. Das Konzept des World Cup of Darts ist, dass immer zwei Spieler derselben Nation eine Art Nationalmannschaft bilden und in KO-Runden der World Cup ausgespielt werden. Das bedeutet am Anfang leider nicht gerade sonderlich hohes Niveau, da es eigentlich nur dreieinhalb gute Teams im Turnier gibt. Unglücklicherweise schaffte das deutsche Team es, seine beide ersten Spiele zum Leidwesen des Autoren zu gewinnen. Unangenehm genug ist dieses Konglomerat aus Menschenfeindlichkeit und Provinzionalität, da braucht es nicht noch Nationalismus. Am Ende gewinnt übrigens (wie zu erwarten war) die Niederlande. Aber einen ganzen Turnierbericht möchte ich nicht liefern. Interessiert euch wahrscheinlich eh nicht 😉
 
Fazit: Darts live ist – zumindest in Deutschland – aufgrund des anwesenden Publikums eine ziemlich problematische Veranstaltung, die Fortsetzung des Dorffest in großen Event-Hallen sozusagen. So interessant die Sportart auch sein mag, überlegt euch lieber doppelt, ob ihr das wirklich live sehen müsst. Schade auch, dass die PDC dieses Problems nicht begreift und annimmt.

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Mai 242017
 

Wenn der Herzverein um 20:58 zu einer Pressekonferenz um 8:30 am nächsten Morgen einlädt, die als Thema die „zukünftige sportliche Ausrichtung“ hat, dann wird meistens der Trainer gefeuert.

Okay, dies konnte nicht die Lösung sein, denn als Teilnehmer waren Oke, Andreas und Ewald angekündigt, sodass eine Entlassung doch eher unwahrscheinlich war.

Trotzdem hielten alle den Atem an, um dann um 8:30 folgendes zu erfahren:

Ewald wechselt auf den Posten des technischen Direktors und erhält einen Vertrag bis 2020. Wenn man die weiteren Verlautbarungen richtig deutet, wird dies nicht die Position eines Sportchefs sein, sondern eher eine übergreifende Position um den sportlichen Bereich weiter zu bringen. Wir zitieren aus der Pressemitteilung:

In seiner neuen Rolle wird Ewald Lienen für die Ausbildung und Entwicklung der Trainer im Nachwuchsleistungszentrum verantwortlich sein. Darüber hinaus wird er sich um die Entwicklung und den Ausbau internationaler Kooperationen kümmern. Weitere Aufgaben liegen in den Bereichen Sponsorenpflege sowie gesellschaftliche Verantwortung. Zudem wird der 63-Jährige als Berater der Entscheidungsgremien, der Geschäftsführer und Trainer fungieren.“

In der Pressekonferenz wurde ergänzt, dass man einen „Manager“ der für die Profis verantwortlich ist weiterhin sucht.

Neuer Cheftrainer wird Olaf Janßen, der einen Vertrag bis 2019 besitzt.

Dank

Dankeschön Ewald für drei aufregende Jahre als Cheftrainer. Menschen, welche die Internationale im Sonderzug singen können, sind bei uns richtig und es ist schön, dass du uns in einer Position erhalten bleibst. Du wirst als Derwisch an der Seitenlinie fehlen. Deine kautzigen Pressekonferenzen werden fehlen, deine Runde vorm Spiel wird fehlen. Schön, dass du weiterhin da bist.

Analyse

Ob er eine solche strategische Position ausfüllen kann, wird die Zukunft zeigen. Man darf nie vergessen, dass der erste Kontakt zwischen Lienen und dem FCSP genau diese beratende Funktion war. Insofern hat das Präsidium bereits einen Eindruck, was er in dieser Aufgabe vielleicht kann.

Und egal, wie man dazu steht: Wir sind in diesem Bereich garantiert noch verbesserungswürdig. Wir haben relativ wenig sportliche Manpower und wenig Leute, die sich um solche erstmal nebensächlichen Themen kümmern, die aber eine sehr hohe mittelfristige und langfristige Bedeutung haben.

Was bei einem etwas sperrigen Menschen wie Ewald immer eine Frage ist: Wie bettet er sich in eine Teamstruktur ein?

Und man kann verstehen, dass er als Trainer aufhört. Zum einen darf man die Hinrunde nicht vergessen, zum anderen steht mit Olaf Janßen ein Nachfolger bereit, der eine gewisse Kompetenz angedeutet hat. Und zuletzt darf man nicht vergessen, dass Ewald auch nicht mehr der Jüngste ist, und vielleicht eine Position, wo ich nicht mehr jedes Wochenende durch die Republik düsen muss, auch sehr attraktiv ist. Insbesondere, wenn man gleichzeitig einen Vertrag erhält, der bis zum gesetzlichen Rentenalter gültig ist. Man stelle sich vor: Er bleibt Trainer, das funktioniert wieder in der Hinrunde nicht und dann bleibt nur die Entlassung.

Mit Olaf Janßen erhalten wir einen neuen Trainer, der bisher erfolgreicher Co-Trainer war. Im letzten Millernton kann man bei Heerwagen sehr viel Respekt gegenüber Janßen heraushören.

Trotzdem muss man auch daran erinnern, dass sein letztes längeres Engagement als Cheftrainer in Dresden damit endete, dass er eine Stunde hatte um die Stadt zu verlassen. Fairerweise muss man aber auch erwähnen, dass er damals eine vollkommen abgeschlagene Mannschaft übernahm und mit einer Aufholjagd das dann letztendlich verlorene Endspiel gegen Bielefeld überhaupt ermöglichte.

Es bleibt abzuwarten wie Janßen mit Medien, Fans, Welt umgehen kann und wie er sich hier etabliert.

Kurz: Das klingt alles stimmig und macht irgendwo auch Sinn, gewisse Risiken sind immer vorhanden. Und dem Herz wird Ewald fehlen.

Autor

Nicht, dass wir hier zwingend unterschiedlicher Ansicht sind, aber dies ist ein Artikel, der alleine von @teddytria verfasst ist.

 

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Mai 152017
 
                 
 
Wir werden alle älter. Die Alternative zum Älterwerden ist das früh sterben. Und das ist irgendwie auch keine Lösung. Wir haben auch zuwenig epochenbildende Musik geschrieben, um dem Club 27 anzugehören. Und das 1/3 von uns, was gerade seine Weltkarriere als Musiker beginnt, ist schon über 27, kann also auch lieber die Karriere als Altstadionrocker anstreben. Wer weiß, vielleicht gibt das Bezirksamt den Stadtpark in 40 Jahren für ihn und seine Band frei? 
 
Aber es ist irgendwie ein schönes Bild, wenn an einem lauschigen Frühlingstag Kindertag am Millerntor ist und selbst die halstätowiertesten Chaoten als liebende Eltern ihre kleinen Racker präsentieren. 
 
Nur die Gesprächsinhalte ändern sich entsprechend. Vor 10 Jahren hätten wir noch diskutiert, wo man eigentlich letzte Nacht abgestürzt ist, jetzt dreht sich die Diskussion darum, ob eigentlich ein Reihenendhaus oder ein Reihenmittelhaus spießiger ist. Unsere These? Das Endhaus, weil Eigentum eines solchen etwas vorgibt, was einfach nicht da ist. 
 
Viele Gäste von nah und fern prägen immer den letzten Spieltag, ebenso wie Abschiede. Zu Rainer haben wir bereits ganz viel geschrieben, über den Lautsprecher hörten wir aber auch, dass Dirk Brüllau beim Aktionsbündnis aufhört. Dirk, danke für die ganze Arbeit über die Jahre! Da hört ein sehr intelligenter Mahner und Influencer (wie man das neudeutsch nennt) auf. 
 
Die Südkurve konnte ihrer Choreo ein „N“ klauen (und aus „Klassenkampf“, „Klasse Kampf“ machen) und auch sonst herrschte auf den Rängen eine ausgelassene Sommerfußballstimmung. Nur nicht bei den Rentnern auf der Gegengeradesitztribüne, die wir heute mal in Augenschein nahmen. Die waren ab Sekunde 30 so in Fahrt, als ob hier gerade die Meisterschaft entschieden werden würde. Geile Crew, voll mit dem Herzen dabei. Der direkte Nachbar schrieb in der zweiten Halbzeit auf Facebook was von „dankbar, Klassenerhalt ausgiebig gefeiert“, während er in Reallife gerade alle Spieler, den Schiedsrichter und die Welt bepöbelte. Geile Typen. So wollen wir auch im Alter sein. 
 

Klasse Choreo

 
Im Gästeblock zeigte man vor dem Spiel Rauch, hatte dann wohl Polizeistress und stellte zur Halbzeit den Support ein. Details sind uns nicht bekannt. 
 
Auf dem Platz lieferten beide Mannschaften ein sehr unterhaltsames Spiel ab, was auch von einigen Konzentrationsschwächen geprägt war und am Ende verdient 1-1 ausging. Das Potential, welches beide Truppen diese Saison nicht abgerufen haben, deutenden beide an. Und endlich konnte Lasse mal eine seiner vielen Kopfballchancen versenken. Man hat dem Jungen in letzter Zeit immer mal ein Millimeter da oder ein Millimeter hier bei seinen Kopfbällen gefehlt. Endlich geht er mal rein. 
 
Nach dem Spiel noch eine lange Ehrenrunde und der schöne Sommertag war vorbei. Leckeres Essen im Fanladen, Marsch durchs Viertel mit ein bisschen Pyro rundeten den Tag ab. 
 
 
Was sonst noch war
 
Wir wollen auf die Stellungnahme von USP zum Thema Fußballgewalt in Hamburg verweisen. Den Artikel in der Zeck, auf den dort geantwortet wird, findet ihr in diesem PDF, damit ihr einen Verständniskontext habt. Beide Texte machen wir uns nicht zu Eigen und wir wollen beide nun auch nicht inhaltlich kommentieren, das können gerne Andere machen. 
 
Wir wollen nur kurz auf ein zwei andere Aspekte hinweisen, die wir für überdenkenswert erachten, auch weil wir sowohl USP, als auch die Rote Flora für sehr wichtige Bestandteile des Konstruktes „St. Pauli als alternative Lebenswelten“ (ihr versteht, was wir meinen?) erachten.
 
Es ist begrüßenswert, dass hier die interessierte Öffentlichkeit informiert wird. Denn der Flurfunk berichtet schon lange über diese Problematik  und die geschilderten Vorfälle, so lange es aber die Ebene „Flurfunk“ nicht verlässt, ordnet man es eben doch immer noch in eine „normale“ Fußballauseinandersetzungsebene ein. Oder zumindest besteht die Gefahr, dass es so verstanden wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn Reaktion immer wieder auf Aktion folgt und andersherum. 
 
Hoffen wir, dass das Ganze nun endlich ein Ende findet und man unseretwegen auf eine „normale Ebene“ zurückkehrt. Denn was wir nun garantiert nicht brauchen, ist Beef zwischen Flora und USP, dafür sind beide Institutionen viel zu wichtig. Uns Hippies ist nebenbei nicht so richtig klar, was denn die „normale Auseinandersetzung“ ist, die da zu Beginn beschrieben wird, aber das ist ein ganz anderes Thema.  
 
Daher unsere Bitte an USP und die entsprechenden Menschen bei der Flora: Die Wege zwischen euch sind teilweise sehr kurz, klärt das doch bitte ganz informell. Wie USP in ihrer Stellungnahme bereits anmerkten, sind die Bande seit fast 15 Jahren sehr eng und wir sind uns sicher, dass beide Seiten von dieser Beziehung enorm profitiert haben. Hier nun eine Spaltung aufzuzwingen, wäre sehr schade, um es vorsichtig zu formulieren. Nicht zuletzt deswegen, weil uns diese Problematik in vielen Jahren der Besuche linker Freiräume selbst nie aufgefallen sind. Daher sollten wir hier alle ebenfalls sehr vorsichtig sein, nicht ein umfassendes Problem zu konstruieren, welches möglicherweise nur auf Einzelfällen basiert. Wie gesagt, beide Seiten haben viel zu verlieren. Bedenkt das, bitte.
 
Es schrieben bisher sonst noch:
 
 
(Rest scheint noch in Sauer zu liegen)

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Mai 122017
 

 

Puh. Irgendwann gehen alle Menschen in den Ruhestand und so war auch bei Rainer Wulff klar, dass er irgendwann geht. 74 ist auch ein stolzes Alter um aus seinem Unruhestand vielleicht ein bisschen mehr Ruhestand zu machen.

Trotzdem musste ich gerade eine Träne verdrücken. Als Blogsenior soll ich ja zu Beginn meiner FCSP Zeit noch einen anderen Stadionsprecher gehört haben, aber a. war die Beschallung schon damals kultig schlecht und b. hat er keinen über 30 Jahre bleibenden Eindruck hinterlassen.

30 Jahre. Das ist im schnelllebigen Geschäft Fußball eine Epoche. Spieler kamen, Trainer gingen, nur Rainer blieb. Und seine Stimme umschmeichelte unsere Ohren genauso in Momenten des Triumphes, wie in der Trauer der Niederlage. Rainer ist ein großer Bestandteil des Millerntorerlebnisses wie wir es alle lieben. Beinah könnte man sagen, dass Rainer der Vin Scully des Millerntors war bzw. ist. Aber der Vergleich wäre ihm wahrscheinlich zu hochtrabend.

1995 das Spiel gegen Homburg. Seine ehrliche Panik um den Aufstieg. Nach 20 Jahren hab ich seine Stimme immer noch im Ohr. Aber auch die Vermeldung des Spielstandes von Stuttgart bei unserem 1-1 gegen Oberhausen ist für mich eine der Erinnerungen an dieses Spiel.

Nicht immer war ich einer Meinung mit ihm. Nicht jede Ansage mein Geschmack. Aber was Rainer von den vielen Selbstdarstellern im Moderationsbusiness abhob war, dass er immer offen für Kritik war, sie in seinem Herzen wog und sich reflektierte. Wer kann das noch?

Eine angenehme und ruhige Moderationsart, ganz der Hörfunkmann alter Schule, der noch nach einer Beatmusiksendung aus lange vergessenen Zeiten klang, zeichneten Rainer aus.

Und als wäre es nicht schon Lob genug, so ist Rainer auch ein sympathischer, absolut liebenswürdiger Mensch, der im FCSP Kosmos hoch angesehen ist.

Seine Idee Lieder des Gegners zu spielen und seine Aussprachedatenbank sind weit über die Grenzen des Millerntors hinaus prägend für Moderation und Respekt durch Stadionsprecher geworden. Sie werden sein Denkmal sein.

Rainer, du wirst mir, du wirst uns fehlen. Daggi und Klaus sind gute Sprecher und werden dich gut vertreten, aber du warst einzigartig als Sprecher. Genieße deine Zeit mit einer Aufgabe weniger und habe noch viele Jahre im Kreis deiner Liebsten und als einfacher Zuschauer am Millerntor.

 

PS: ihr hört jetzt alle diese Millernton Folge mit Rainier. 

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Mai 082017
 

Kaiserslautern. Die Region wie der Verein in FCSP Kreisen leicht spöttisch genannt wird. Vor 20 Jahren noch eine echte Fußballmacht. Der Betzenberg eine kochende Festung.

Die guten alten Zeiten

Es war nie mein Style des Supports, den die da in der Pfalz praktizieren, aber wer sich in den 90ern nicht auf dem Betzenberg in die Hose geschissen hat, der war schon sehr eiskalt. (persönliche Meinung des Auswärtsfahrers) Mehr pöbeln und Pfeifen ging nicht. Spät gedrehte Spiele mit später Hektik waren die DNA des FCK.

Und heute? Nur noch ein Schatten seiner selbst der Betzenberg. Zwar wird bei der gegnerischen Mannschaftsaufstellung pflichtschuldig gepfiffen, aber so leise, dass man die Aufstellung gut versteht. Realistisch sind vielleicht 25.000 Zuschauer anwesend, die verkündete Zahl kann man getrost in das Reich des Wunschdenkens verschieben. In guten Phasen ist die Kurve immer noch Hammer laut. Aber es sind viele ruhige Phasen dazwischen. Und diese einschüchternde, bedrohliche Stimmung kommt nahezu nie auf.

Schade eigentlich.

Das Heute

Aber drehen wir an dieser Stelle die Uhr noch mal zurück. (Im Stadion vertrieb sich die Bezugsgruppe die Zeit damit, die Frage zu erörtern, ob man bei Zeitreisen sich selbst treffen kann.)

Wir wählten den ungewöhnlichen Weg über Bremen und Köln, da wir Sammeltaxi spielten. Die Pöbelcrew fuhr mit dem Pöbelmob. Und mit der Vereinsleitung. Gute Mischung.

Nicht so gut war die Mischung auf der Straße. Das war ein bisschen viel Stau, so dass unser Plan früh da zu sein eher schief ging. Zum Glück hatten wir über unsere guten Kontakte zu wichtigen Menschen einen VIP Parkplatz gewonnen. So hatten wir auch einen guten Blick auf die Massen, die zum Stadion pilgerten. Aber nur ein paar Jungs sahen nicht nur leicht nach Stress aus und trotz Fanmischung blieb es vollkommen entspannt.

Schnell rein ins Stadion, wo bei der Kontrolle mal wieder die linke Hand nicht wusste, was die rechte Hand tut. Diesmal: Sind Capri Sonne erlaubt, ja oder nein? Ordner Nr. 1 „Nein!“ Oberordnerin Nr.2 „Ja!“. Da war sie aber auch schon halb ausgetrunken, da man sie nicht einfach so wegwerfen wollte.

Wir haben ja so unseren Stammplatz am Betzenberg und wenn man zwei Jahre dort nicht verloren hat, dann ändert man diesen auch nicht. Wir diesmal also auch nicht. Und standen genau auf den gleichen Plätzen wie im Jahr zuvor. Nein, wir sind so gar nicht abergläubisch.

Auf dem Platz wie immer

Zum Spiel: 30 Minuten hatte der FCSP das Spiel super im Griff und Kaiserslautern hatte keine wirklichen Aktionen. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt ein Abseitstor und einige gute Chancen auf der Habenseite, aber es stand 0-0. Und plötzlich verloren wir den Faden, kamen teilweise gefühlt minutenlang nicht an den Ball und Lautern drückte. Aber auch sie trafen nicht und so ging es mit einem 0-0 in die Halbzeit.

Auf der Fahrt und im Stadion diskutierten wir ungefähr 100-mal, wie viele Punkte nun wirklich notwendig seien. Die Optimisten so: 38 reichen sowieso schon, die Neutralen waren bei „39 wären gut“, die Pessimisten jedoch hielten einen Sieg für absolut notwendig.

Die Mannschaft schien eher in der pessimistischen Ecke zu sein, denn relativ schnell nach Wiederanpfiff flankt Hornschuh und unser Knipser vom Dienst muss nur noch einnicken und es steht 1-0. Das war auch das sauberste Kopfballduell von Aziz im ganzen Spiel. Sonst war eigentlich in jedem Duell die Hand des Verteidigers auf der Schulter und der Hintern von Aziz im Bauch des Verteidigers. Gepfiffen wurde eigentlich nur der Hintern. Nie die Hand. Egal.

Die schönste Kombination seit Wochen führte dann zum 2-0. Buchtmann schon wieder. Der Junge entwickelt plötzlich Torinstinkt.

Der Rest war nun zitteriges auf die Uhr gucken, aber nur ein später Anschlusstreffer sollte Lautern noch gelingen. Eine erstaunlich kurz bemessene Nachspielzeit von drei Minuten wurde unbeschadet überstanden und damit waren zum dritten Mal hintereinander drei Punkte auf dem Betzenberg gesichert.

Das Fazit

Die Rückfahrt war daher eine zwar lange und zähe Angelegenheit, aber auch eine sehr entspannte Angelegenheit.

Zwar stand am Freitag der Klassenerhalt noch nicht rechnerisch fest, aber dies erledigten Sonntag dann die Ergebnisse. Klasse locker auf dem Sofa gehalten. Am 32. Spieltag. Wer hätte dies am 18. Spieltag für möglich gehalten? Platz 3 (oder 4) in der Rückrundentabelle, 30 Punkte aus der Rückrunde und nun noch zwei Spiele die Chance aus der Rückrunde dreimal so viele Punkte zu holen, wie in der Hinrunde.

Es ist eigentlich erschreckend, wie nah der ursprüngliche Kader an einer Konkurrenzfähigkeit in der 2. Liga war. Spieler wie Sahin und Aziz haben halt Eingewöhnung gebraucht, Spieler wie Mats haben in der Rückrunde perfekt ergänzt. Das war wirklich der zentrale Fehler in der ursprünglichen Kaderplanung, der offensive Mittelfeldspieler, der dieser Mannschaft fehlte. Neudecker zeigte spät, dass er diese Rolle vielleicht später mal ausfüllen könnte. Buchtmann zeigte, dass er einen offensiven Nebenmann braucht um zu glänzen. Als er diesen in der Rückrunde hatte, war es wieder der Buchtmann, der so unglaublich wertvoll ist.

Hoffen wir mal, dass wir ein bisschen Schwung in die nächste Saison mitnehmen können.

Aber nun erst mal zwei Spiele Party!

 

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Mai 022017
 

Es kann doch ganz einfach sein!

3:0! Vierter Sieg in Folge! Längste Siegesserie seit 2010!

Lange hingefiebert haben wir auf diese Begegnung. Nicht wegen der Attraktivität des Gegners, sondern weil dieser 31. Spieltag enorm wichtig für den Ausgang der Saison ist. Wobei, ist er das überhaupt? Glaubt man den Statistiken, hatten wir vor (!) dem Spiel nur eine fünfprozentige Wahrscheinlichkeit , noch auf den Relegationsplatz oder darunter abzurutschen. Nicht wegen der souveränen zwei Punkte auf Aue, sondern wegen der vier Teams hinter uns, die ebenfalls nach unten schauen müssen. Jetzt liegt die Wahrscheinlichkeit so um die 3 Prozent. Hoffentlich liest Ewald das nicht, der hatte ja jegliches Rechnen verboten.

Egal, subjektiv ist das ein enorm wichtiges Spiel und jede abergläubische Maxime, die uns so einfällt, wird auch befolgt. Undankbar vor allem: „Drei Schnaps für drei Punkte“, wenn man nur die Auswahl zwischen Pfeffi und Mexikaner hat. Da wir in dem abwechslungsreichen Aprilwetter vor den Fanräumen zusätzlich noch mit kubanischem und russischem Bier versorgt werden, geht es mit großer Motivation auf die Stufen.

Vor dem Spiel zeigen Gegengerade, Nord- und Südkurve Choreos mit Bezug auf den bevorstehenden G20-Gipfel im Juli. Es verspricht ungemütlich zu werden. Aber mehr dazu später.

Sportlich …

… haben wir es mit einem Gegner zu tun, der eine bescheidene Rückrunde spielt (erst zwei Siege, Platz 15 der Rückrundentabelle), mit viel Verletzungspech zu kämpfen hat und daher an diesem Freitagabend wirklich nicht davon sprechen kann, in seiner stärksten Besatzung spielen zu können. Heidenheim konnte im vorherigen Spiel einen Punkt holen und somit insgesamt 40 sammeln, sodass man sich sicher ist, den Klassenerhalt praktisch geschafft zu haben.

Dennoch spielt der FCH alles Andere als befreit, eher vorsichtig und zurückhaltend. Boah, was sind das denn für Trikots? Haben sich die Ordner auf den Platz verirrt? Wenn jetzt das Flutlicht ausfiele, eine Mannschaft würde man noch sehen können. Die leuchten doch bestimmt im Dunkeln.

Auch der FCSP erweckt in der ersten Hälfte nicht den Eindruck, die drei Punkte mit der Brechstange erzwingen zu wollen. So sehen wir eine eher langweilige erste Hälfte ohne wirkliche Highlights. Für Ästheten ist das eher nix, aber gute Abwehrarbeit schmeckt ja auch dem einen oder anderen Fußballgourmet.

 

MagischerFC St. Pauli vs. 1. FC Heidenheim April 2017-1

Müde Gestalten im Neonlicht

Mal wieder was fürs Torverhältnis

Es entschädigen allerdings die Minunten 52 bis 62 vollkommen für die wenig ansehnliche erste Hälfte, da nun die Boys in Brown gleich drei mal treffen. Das Düsseldorf-Spiel lässt grüßen! Zunächst ja … John Verhoek. Wenn es im braun-weißen Trikot nicht klappt, für den FCSP zu treffen, dann eben im neongelben. Eigentore zu verschulden ist immer scheiße. Nachtreten ohnehin, also lassen wir das mal auf sich beruhen.

Der zweite Treffer Møller Dæhlis geht ebenfalls eher auf die Kappe Heidenheims, da haben Keeper Müller und die Abwehr ordentlich mitgeholfen. Allerdings sollte man hier fairerweise anmerken, dass Müller nach seinem Fehlpass von Bouhaddouz behindert wird, sodass man diesen Treffer wohl auch hätte abpfeiffen können. Egal, wir wollen uns nicht beklagen. Der dritte Treffer mit der Vorarbeit Buchtmanns und dem eiskalten Abschluss Bouhaddouz‘ entscheidet diese Begegnung dann endgültig.

Dies war in der kurzen Geschichte dieser beiden Vereine das erste Mal, dass der FCSP mehr als ein Tor gegen Heidenheim erzielte. Zwei Funfacts sind auch, dass dies der vierte Platzverweis – gelb/rot und rot – innerhalb von 5 Spielen für einen Gegner von uns war und wir in den letzten 7 Spielen gerade mal 2 Gegentore kassiert haben.

Sowieso ist es bemerkenswert, dass wir in der Rückrunde bei 8 Gegentoren stehen. In der Hinrunde liesen wir noch 24 zu.

 

MagischerFC St. Pauli vs. 1. FC Heidenheim April 2017-2

Am Ende belohnt uns auch noch der Himmel

Trommeln in der Tiefe

Es macht sich nach Abpfiff eine heitere Erleichterung breit auf den heiligen Stufen. Natürlich ist der Klassenerhalt rechnerisch immer noch nicht sicher, aber wir legen uns fest: Abstieg 2017 is‘ nich. Und wem haben wir das zu verdanken? Vielleicht einem jungen Mann namens M.. M. steht seit einigen Spielen im Supportblock an der Trommel und macht da einen großartigen Job. (Nicht, dass wir uns über W. beklagen würden, der vorher die Aufgabe übernahm.) Mit seinen zehn (!) Jahren peitscht der Jung mit dem strammen Rhythmusgefühl den Supportblock, die Gegengerade, das Stadion nach vorn. Jetzt fragt sich mal jeder, was er oder sie mit zehn Jahren so getrieben hat! Wollt ihr noch mehr Herzerweichen? Dem Hörensagen nach übt M. zu Hause auf Joghurtbechern. Weltklasse, M.!

So, kurz noch mal gesammelt: Wir ziehen nach dem Spiel noch ein paar Schritte mit der Anti-G20-Demo, die spannungsarm verläuft, um die Häuser. „Spannungsarm“ ist hier schon eine Überdramatisierung. Bei jeder DGB Demo kommt es zu mehr Stressmomenten, als bei dieser durch ein 3-0 beseelten Demo.

Nun, da es offenbar sogar beim Revolutionären 1. Mai in Hamburg relativ ruhig geblieben ist, fragt man sich, ob dieses Städtchen etwas eingeschlafen ist oder vielmehr Kräfte spart, um im Juli richtig aufzudrehen … wir werden es erfahren.

 

Es schrieben noch:

 

Grenzenlos sah Wasser und Bierregen

Schunino sah Uhus

Zapod sah es einfach

Die Nice Guys sahen den 37. Senf

Gröni sah Fotomotive

 

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Apr 212017
 

Düsseldorf. Ich, der heutige Chronist, habe ja schon immer Sympathien für die Fortuna. Alleine weil Manni Breukmann schon vor Jahren es richtig zusammen fasste, als er sagte: „Holt die Antidepressiva raus, die Fortuna spielt.“

So war ich schon vor gut 15 Jahren mit der Fortuna in Freialdenhofen in der damaligen Oberliga Niederrhein. Und so prägt der ständige Ligawechsel die letzten Jahrzehnte der Fortuna.

Lange waren Gruppen des FCSP mit Fortuna Gruppen befreundet und lieferten sich jahrelang Plakatkämpfe, die heutzutage Legende sind.

Kurz: Fortunen, ich mag euch. Umso trauriger bin ich, wenn ich sehe, was aus dem druckvollen Block 42 geworden ist und wie klein der Haufen in der Mitte wirkt. Und das einige von euch Freundschaften zu den Nazis von Atlético pflegen? Boa, ne das ist nicht schön.

Der Weg in die Schuhschachtel war von viel Stau geprägt, so dass wir deutlich später erschienen als gewünscht. Aber immer noch rechtzeitig.

 

Schuhschachtel

Busunternehmer gegen die Polizei

Sowieso: Endlich mal wieder Fanladen Bus. Vor und 6 Leute und vier Gin Tonic Flaschen. Plus Kurze. Plus Rum. Hinter uns Grenzenlos St. Pauli ganz entspannt ob der Ankunftszeit. Aber die schreiben ja selber mal wieder Blog. (unter Druck setz)

Den Einlass überwunden und schnell rein. Ganz oben im Stehblock, weil da stand ich letztes Mal nicht und da haben wir verloren.

Auf dem Platz erstmal eine riesige Verletzung. Lieber Kevin Akpoguma alles denkbar Gute. Werde bitte vollständig und schnell wieder gesund. Da wird Fußball zur Nebensache.

Die Verletzungen bei uns sind auch übel genug, aber in keinem Verhältnis zu so etwas.

Puh

Durchatmen

Zurück zum Spiel…

Die erste Halbzeit war ansonsten zum vergessen. Von beiden.

Support? Unglaublich viel verliert sich in diesem riesigen Stadion. Gelegentlich entwickelt die Heimkurve noch was, aber so richtig Emotion kommt nicht auf. Der Auswärtsblock auch eher so 3- aber viel erwarten kann man da auch nicht.

In der 2. Halbzeit dann ein interessanteres Spiel. Ungleich mit Besser. Beide Mannschaften immer wieder fahrig und mit Fehlern. Einer führt dann zu Überzahl für uns.

Und das können wir nicht. So findet plötzlich Fortuna Linie und bumms Rückstand. Der Motzfaktor ist bei 200 und niemand erwartet mehr irgendwas hier. Bis 5 Minuten später der Ball zu Ziereis kommt. Und Bäm. Ausgleich.

Unentschieden ist gerecht denkt eigentlich jeder, als einer von uns durchbricht. Foul, Notbremse, Fortuna nur noch mit 9 Spielern. Aber war das Elfmeter? Von uns nicht zu erkennen. Schiri sagt nö, außerhalb. Buchti darauf hin so „Schlenz ich ihn halt rein“ Bumms. 2-1. Besser als jeder Elfmeter.

Nun noch ein bisschen Zittern bis der Aziz vom Kiez uns an der Fortuna vorbei hebt. 3-1 Abpfiff und Platz 11. Aber immer noch nur 3 Punkte zur Relegation.

Die hoffentlich auch die Fortuna vermeidet. Ich würde gerne wieder zu euch kommen.

 

Vaddern fasste das am Ende schon gut zusammen:  

 

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Apr 182017
 

FCSP – FC Würzburger Kickers

 
Kennt ihr das, wenn ihr von einem rüpeligen Raser überholt werdet und der Knilch dann mit 30 Sachen über Soll geblitzt wird? Hahaha, Genugtuung, liebe Freunde! Zwar sieht es an diesem österlichen Fußballnachmittag lange Zeit überhaupt nicht danach aus, als ob die Fußballgötter Gerechtigkeit walten ließen, aber am Ende rappelt es dann doch in der richtigen Kiste. Mit einem breiten Grinsen gehen wir dann aber doch nicht aus dem Stadion, denn vor dem Torjubel standen viel zu viele Minuten Wahnsinn. Und dafür ist die Situation nach wie vor zu ernst. 
 

Sieben Feststellungen

 
Feststellung 1: Man kann auch mit gebrochenem Schlüsselbein ganz gut in Block D stehen und überlebt auch den Torjubel, wenn man seine Nebensteher vorher freundlich auf die Blessur aufmerksam gemacht hat. Danke, dass unsereins nicht Opfer überschwänglicher Emotionen wurde!
 
Feststellung 2: Stromausfall im Stadion ist anzeigetafel-, toiletten- und essenstechnisch eine Herausforderung. Gut, dass es ein Tagspiel war, denn auch das Flutlicht leuchtete nur noch mit halber Kraft. 
 
Feststellung 3: Eine unterirdische Leistung der Unparteiischen steht in vollem Saft der Ironie, wenn vor dem Spiel noch der Schiedsrichterlehrgang für Nachwuchspfeifen angepriesen wird.
 
Feststellung 4: Die Würzburger Kickers spielen einen brutalen, unfairen, zerstörerischen Fußball und dürfen daher gern absteigen. Mehrfach gehen die Spieler nur auf die Beine des Gegners, mehrfach mit offener Sohle und Feststellung 3 verhindert irgendwelche gelbe Karten früh. Viele sprachen nach dem Spiel davon, dass da „11 Hollerbachs“ auf dem Platz gestanden haben, aber bei aller Unsympathie hat Hollerbach zwar immer hart, aber nie extrem unfair gespielt. Diesmal war es aber über hart spielen weit hinaus. 
 
MagischerFC St. Pauli FC Wuerzburger Kickers April 2017

Da sieht die Zukunft auf der Anzeigetafel nicht mehr so schwarz aus.

 
Feststellung 5: Die Fans des FCSP sind zum Glück nicht nachtragend. HO-HO-HOCHVERRAT!
 
Feststellung 6: Den bitteren Ernst des Abstiegskampfs merkt man gegenwärtig längst nicht allen Akteuren an. Die Kurven sind zu leise, die Mitmachquote auf der Gegengerade könnte wirklich höher sein. Sowieso Fanverhalten. Leute, die sich lautstark wünschen, dass die Spieler bei ihrer üblichen Runde vor dem Warmmachen mal ausgepfiffen werden, weil das muss ja und würde ja die Leistung mal spiegeln. Gehört auf der Gegengerade. Solche Ideen erscheinen uns dann doch eher in den Volkspark zu gehören. Und diese „Bedient mich“ Haltung, die diverse Menschen an den Tag legen. Man, dit is aber nun wirklich nicht mehr mei Pauli. 
 
Feststellung 7: Ist das Abstiegskampf? Teilweise wirkt das echt Hölzern auf dem Platz und man kann seine Zweifel bekommen. Aber die Jungs laufen im Rückwärtsgang alles zu und so kann Würzburg überhaupt nix beschicken. Das ist schon Kampf und Arbeit. Im Vorwärtsgang sieht das aber teilweise echt schon unabgestimmt, hektisch und hilflos aus. Da gehen zuviele Bälle ins Nichts oder in den Gegner. Das ist dann wohl auch irgendwo Abstiegskampf. In der 2. Halbzeit wird es auf niedrigem Niveau besser, aber wenn man etwas verbessern will, dann dies. 
 
Am Ende des Spieles sind wir vor allem erschöpft. Wir kennen unsere Pappenheimer – das hätte ganz anders ausgehen können. Doch „dumm und glücklich“ trifft es nicht. Letztlich war Buchtis Bombe schon so ein bisschen durch den letzten Willen erzwungen. Und direkte Folge des „liegen bleibens“ der Nr. 27. Das Würzburg hier ein „ins Aus spielen“ fordert, ist ob des Verhaltens vorher schon süß. Und unsere Jungs haben des vollkommen zu Recht nicht getan. 
 
Noch ein paar statistische Fakten: Nach Spieltag 18 hatten wir auf Würzburg 17 Punkte Rückstand. Nun genau noch ein Tor in der Tordifferenz. Auf Düsseldorf waren es zu diesem Zeitpunkt 14 Punkte nun 3, auf Heidenheim hatten wir mal 18 Punkte nun sind es 7, auf Karlsruhe hatten wir mal 6 Punkte Rückstand nun 10 Punkte Vorsprung (und so weiter). Wir haben seit 332 Minuten kein Gegentor mehr bekommen, sowieso Rückrunde 16 zu 7 Tore, Hinrunde 11 zu 24 Tore. Das ist nebenbei die beste Abwehr in Liga 2 in der Rückrunde. Wir haben bisher 21 Punkte in der Rückrunde. In den beiden letzten Rückrunden hatten wir am Ende jeweils 24 Punkte.  In der jetzigen Rückrunde ergibt das Platz 4 der Rückrundentabelle. 
 
So, viele Worte braucht es nicht mehr. Drei Punkte, sauber. Ein guter Spieltag. Freitag geht es weiter!
 
wir fanden bisher sonst noch:
 
 
 
 
 
 

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Apr 132017
 

Loide, Sonntag, 13:30 Millerntor! Würzburg ist zu Gast und dieses Spiel als „wichtig“ zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung.

Die Jungs werden sich den Arsch aufreissen, ja das wird nicht immer hübsch aussehen, ja das wird auch mal verkrampft aussehen. Nein, Abstiegskampf in Liga 2 ist nicht schön. Man wird auch wieder über Ewalds Aufstellung, die Auswechselungen und den Kader meckern können. Und Spieler A sollte höchstens, nein H Ö C H S T E N S !!!! noch für die 4. auflaufen. Ja und auch sonst, seid ihr müde, genervt, schlecht drauf oder was auch immer. Können wir alles verstehen. Und das „Dauerlala“ erst. Ja, verstehen wir auch.

ABER: Es ist zu wichtig, um darüber die Unterstützung, das positive Anfeuern unserer Jungs zu vergessen. Daher: Egal ob Kutte, Ultra, Alt- oder Junglinker, Banker, Punker oder nichts davon: Brüllt was das Zeug hält, nehmt Gesänge auf, tragt sie weiter, klatscht, bepöbelt den Gegner und jubelt. Und wir meinen hier auch der Mannschaft einen Vorschuss zu geben. „Wir sind St. Pauli“ wird häufig genug gesungen, wir holen uns den Klassenerhalt, wir brüllen die Jungs zum Klassenerhalt, denn wir sind wirklich St. Pauli und wir können den Unterschied machen.

Lasst uns das Millerntor zur Hölle machen. Und alle gemeinsam 😉 den FCSP zum Klassenerhalt brüllen.

Kleiner Tipp: Jeder von euch hat eine Fahne zu Hause, jeder eine Stimme, die noch mal einen Bonbon morgens gebrauchen kann. Jeder kann Konfetti reissen. Mach dies alles, bringt dies mit, schwenkt die Fahnen und dann ROAR!

Gebt Würzburg Pfeffer.

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Apr 082017
 

 
Nürnberg. Immer eine Möglichkeit bei den besten Menschen in Franken zu übernachten und sich verwöhnen zu lassen. Danke an dieser Stelle an die besten Gastgeber von Welt.

Unserer Auswärtsmob (eine Person) machte sich zum Glück sehr früh auf den Weg, denn die Stichworte „LKW Unfall, Vollsperrung, Umleitung“ brachten insgesamt einen Zeitverlust von 3 Stunden. So fiel das gepflegte Mittagsbier in Franken aus und Pausen zwischen Göttingen und Nürnberg auch.

Kurz das Auto bei den Gastgebern abgestellt und dann ab zum Stadion. Dort all die lieben Menschen getroffen, die aus allen Herrenländern zu Spielen des FCSP pilgern. Und mit der Gastgeberin in Erinnerungen geschwelgt. Denn genau vor diesem Gästeblock lernten wir uns vor 16 Jahren persönlich kennen.

Im Gästeblock fehlten die Ultras. Und fehlten auch bis zur Halbzeit. Einige feierten das als fehlen des nervigen Dauerlala, wer aber auch nur annähernd eine Objektivität für sich behalten hat, wird folgende Feststellungen treffen:

1. Support geht auch ohne Ultras. Die Leute taten, was sie konnten und das war für die Situation echt gut.
2. Er ist jedoch besser, wenn Ultras und ihre Werkzeuge da sind. Seien es 150 motivierte Stimmen, sei es eine Trommel, sei es jemand der koordiniert. Vor der Trommel war das mit dem im Takt klatschen schon sehr deutsch. Also gar nicht im Takt.
3. Insgesamt ein richtig guter Gästeblockauftritt

Warum die Ultras fehlen? Sollen sie selber erzählen, wenn sie wollen. Wir sind hier ja nicht deren Sprachrohr oder so. Falls es euch also interessiert: Kauft einfach mal die Bash.

Nürnberg hingegen verzichtete auf organisierten Support. Auch dies feierten wieder irgendwelche Leute im Internet, aber auch hier muss man einfach sagen, dass normalerweise die Heimkurve des Frankenstadions gut im Gästeblock ankommt. Diesmal null.

Ach ja: Frankenstadion. So heißt und hieß dieses Stadion ja nie offiziell. Dafür läuft in Nürnberg eine Werbekampagne für ein Crowdfunding einer Umbenennung in Max-Morlock Stadion. Richtig mit Werbung an Bushaltestellen etc. pp. Falls es euch interessiert: https://www.startnext.com/maxgemeinsam

Man kann sich nebenbei fragen, ob man Plätze nach Leuten benennen sollten, von denen selbst der Wikipedia Eintrag nix weiter überliefert, als dass er gut Fussball spielen konnte. Ist dies eine Leistung, die man mit so etwas ehren sollte? Ist jetzt eine gesamtgesellschaftliche Frage und hat nix mit Morlock zu tun.

Zurück zur Heimkurve des Frankenstadion. Ufftas Nürnberg boykottierte also. Warum genau ist uns ehrlich gesagt auch nach Lesen der Erklärung im Internet nicht so wirklich klar. 

So ein bisschen absurd ist es aber, dann ein „no surrender“ Plakat vor die Kurve zu hängen. Was ist denn Schweigen? Doch absolut eine Selbstaufgabe. Jetzt mal ein bisschen überspitzt gesagt: Wenn ihr wirklich „no surrender“ hättet machen wollen, dann hättet ihr eine fette Pyroshow gemacht, dann super aggressiven Support gemacht und dann alle Ordner und Polizisten umgeboxt. Mindestens. Und gegen Aue dann in Frankfurt Style die gesperrten Blöcke überrannt. Und danach die DFB Zentrale dem Erdboden gleich gemacht. Das wäre „no surrender“. So war es irgendwie eine Karikatur einer Ultra Gruppierung. Immer „Freiheit für die Kurven/Ultras/wenauchimmer“ fordern, aber beim ersten Gegenlüftchen in die Schmollecke zurück ziehen, ist albern. Mal ganz davon ab: Wo genau lag noch mal der Grund für einen Stimmungsboykott? Und meinen solche Leute wirklich, dass es einen Verein juckt, wenn man zwei Spiele den Support einstellt? Und dann wieder Vollgas?

So nun haben wir schon den Blog übervoll geschrieben und immer noch nix zum Spiel gesagt.

Haben wir gewonnen. Sicher, locker mit zwei geilen Toren.

Reicht zum Spiel, oder?

Mehr gibt es dann auch nicht zu sagen. Nun den dritten fränkischen Verein in dieser Liga zerlegen. Nach dem Hinspiel haben wir da noch was gut zu machen.

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